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Gestern begann in Pojkovsky das Karpov-Schachturnier, bereits in seiner 16. Auflage. Ausgetragen wird mit zehn Teilnehmern in der Sporthalle des Ortes und zur Eröffnung war erneut der Namensgeber anwesend, Anatoly Karpov, 12. Schachweltmeister.
Die zehn Teilnehmer kommen heute aus sechs Ländern, sind aber alle mit Ausnahme von Viktor Laznicka einst noch in der Sowjetunion geboren worden. Elofavoriten sind Alexei Shirov (Lettland) und Alexander Morozevich (Russland). Letzterer hat sich zuletzt auf den Turnierbühnen etwas rar gemacht. Diese beiden Spieler weisen eine Elozahl über 2700 auf.
Einzug der Spieler mit "Schachkindern", Alexei Shirov
Ilya Smirin
Victor Bologan
Gesprächsrunde mit Karpov und Offiziellen
Tänze in Schwarz und Weiß
Alle Offiziellen und Spieler
Namensgeber Anatoly Karpov
Nach der gut besuchten Eröffnungsfeier wurde gestern die erste Runde ausgetragen. Hier verbuchten Emil Sutovsky gegen Denis Khismatullin und Viktor Bologan gegen Alexander Morozevich ganze Punkte.
Morozevic-Bologan
Bologan reiste aus Hamburg an, wo er neue DVDs zu den Eröffnungen Königsindisch und Najdorf aufgenommen hat. Aus deisem Grund kommt sein Erfolg gegen Morozevich nicht besonders überraschend. Wer im Hamburger ChessBase-Studio Aufnahmen gemacht hat, hat sich in der Regel meist selber so gut vorbereitet und trainiert, dass dies auch am Brett Früchte abwirft.
Victor Bologan im ChessBase Büro
Im Hintergrund nicht der Ob, sondern der Osterbekkanal, fast genauso breit.
Partien:
Ernesto Inarkiev
Pojkovsky - wo liegt das eigentlich? Geht man von der klassischen Grenze zwischen Asien und Europa aus, dem Ural-Gebirge, dann liegt Pojkovsky ganz im Westen - von Asien. Oder vielleicht besser, recht weit im Westen von Asien, wenn man Entfernungen von weniger als 1000 km in Sibirien als "in der Nähe" betrachtet. Pjkovsky liegt am südlich Flussufer des Ob, nun wirklich nicht weit entfernt von Surgut auf der anderen Flussseite und relativ nahe bei Khanty-Mansiysk, das in Schachkreisen noch eine etwas größere Bekanntheit hat. Etwas nördlich von Khanty-Mansiysk fließen die Ströme Irtysch und Ob zusamme, die beiden ihren Ursprung im Altaigebirge haben, aber völlig andere Wege nehmen, um hier schließlich wieder zusammenzukommen.
In Westsibirien und insbesondere im Siedlungsgebiet der indigenen Völker der Chanten und Mansen liegen Russland größte Ölfördergebiete. Zu Zeiten der Sowjetunion war man nicht eben zimperlich bei der "Erschließung" neuer Ölfördergebiete und so wurden zwischen 1978 und 1985 fünf atomar Sprengungen durchgeführt. Öl trat und tritt in Riesenmengen aus, zum Teil atomar verseucht. Zahlreiche Flüsse und kleinere Gewässer Westsibiriens sind seitdem biologisch tot. Gemäß den Angaben von Greenpeace fließen immer noch jährlich schätzungsweise 125.000 Tonnen Rohöl über den Ob in das Nordpolarmeer.
Fotos: Russischer Schachverband (außer: Bologan in Hamburg)
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Wikipedia: Ölkatastrophe in Westsibiren...