Hamburger Grundschultag

04.01.2007 – Ende letzten Jahres wurde in Hamburg der "1.Hamburger Grundschultag" durchgeführt, bei dem die Schüler der Grundschulen Hamburgs ihre Schachfähigkeiten in Mannschafts- und Einzelwettbewerb messen konnten. Treffenderweise wurde das Turnier vom Björn Lengwenus organisiert, der als Co-Autor von Fritz&Fertig einen Schachboom ausgelöst hat, von dem inzwischen Kinder auf dem ganzen Globus ergriffen wurden. Dennoch hoffte er, noch einige Exemplare als Preise unters Volk zu bringen. Doch viel begehrter wird wohl die Heerschar von Kuscheltieren gewesen sein, die von der Bühne ihre zukünftigen Besitzer anlächelte. Andreas Albers berichtet. Mehr...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

Kleine Helden ganz groß – der 1. Hamburger Grundschultag
Von Andreas Albers

Im Hamburger Jugendschach ist momentan viel Bewegung. Durch die Schulreformen (vor allem durch den steigenden Trend zu verlässlichen Ganztagsschulen) wird es schwieriger, die seit Jahrzehnten stattfindende Hamburger Schulmeisterschaft durchzuführen. Doch immer, wenn etwas ins Stocken gerät, ist es gleichzeitig eine Möglichkeit, etwas Neues anzupacken - und auch darin sind die Hamburger Schachorganisatoren Spitze.

Aus der relativ kleinen Grundschulmeisterschaft hob der Referent für Schulschach der Hamburger Schulbehörde, „Fritz&Fertig“-Schöpfer Björn Lengwenus den „1. Hamburger Grundschultag“ aus der Wiege.


Björn Lengwenus

In der Vielzweckhalle des Gymnasiums Lerchenfeld, unter Mithilfe zahlreicher ehrenamtlicher Helfer des Schachklubs „Schachelschweine“, spielten fast 200 Kinder zwischen 5 und 10 Jahren ihren Meister, sowie in einer Mannschaftswertung die beste Hamburger Grundschule aus. Die große Halle platzte fast aus den Nähten: 193 Kinder, dazu natürlich  jede Menge Betreuer, Eltern und Trainer hatten sich hier versammelt.


Die Ruhe vor dem Sturm


Guten Morgen Finn!


Die Drei vom Schachbrett: Eileen, Hannah und Joana


Endlich kann es losgehen!

Selten habe ich ein Turnier erlebt in dem so friedlich miteinander gerungen wurde, kein Vergleich zu den manchmal doch sehr verbissenen Szenen in einem offenen Erwachsenenturnier. Zahlreiche neue Freundschaften wurden geschlossen, hin und wieder einmal ein wenig geweint, aber vor allem jede Menge gelacht. Für viele Schüler war es das aller erste Schachturnier, wer will es da übel nehmen, wenn immer mal wieder eine Partie durch das Schäfermatt beendet wurde?


Mona und Ramona spielten erst gegen einander und dann zusammen


Ich hab wohl grad nicht aufgepasst!


Die Eltern müssen auf die Maskottchen aufpassen


Fürs leibliche Wohl sorgen die Schachelschweine mit Waffeln und Pfannkuchen.


„Haha, Dh7 schachmatt!!!“ Hadi dürfte eigentlich noch gar nicht mitspielen, er geht erst in die Vorschule, holte aber sensationelle 5,5/7!


Eugen: „Autsch, den hab ich nicht gesehen!“


Eileen: „huhu, jemand zu hause?“

Und dass die Hamburger schon von klein auf ihrem Trainer die Treue halten, zeigte der Ausspruchs eines Drittklässlers, der nach einer verlorenen Partie zu seinem Betreuer sagte: „Du bist und bleibst unser Thomas Doll!“


Trainer Siegfried Seemann zeigt noch letzte Tricks

In 7 Runden Schweizer System wurden die Meister ermittelt. Die besten 8 Schüler einer Schule bildeten die Mannschaftswertung. Hier wie dort gab es am Ende eine klare Entscheidung: Wer alle Partien gewinnt, ist verdienter Meister, da bleiben keine Diskussionen. Und wenn dann noch der eigene Zwillingsbruder mit lediglich einem Remis auf Platz 2 landet, dann kann man wohl von einem gelungenen Familienausflug sprechen. Gelungen ist dieses Kunststück Julian und Daniel G. aus der Grundschule Alsterredder, in Hamburg noch bekannter unter ihrem Kampfnamen „Die Schachbären“, mit dem sie schon einige Erfolge beim „Thalia-Team-Cup“ in den Einkaufszentren erringen konnten.


Überlegender Sieger mit 7/7, Julian


Schon wieder? Nein, aber sein Zwillingsbruder Daniel holte Silber


Vorentscheidung in der 6. Runde, beide Brüder siegen gegen die ärgsten Verfolger

Eine große Meute an Verfolgern konnte 6 Punkte aus 7 Partien erringen, darunter auch die ersten Spieler aus erfolgreichsten Mannschaften. Julian und Daniel sind nämlich auf ihrer Grundschule fast die einzigen Kinder die Schachspielen, sonst wäre ihnen der Sieg auch in der Teamwertung wohl kaum zu nehmen gewesen.


Die Verfolger, alle bekamen einen Preis und eine Urkunde


Bestes Mädchen wurde Mona und die ist sichtlich stolz

So blieb ein großer Pokal für andere übrig. Die Schule, die mit Abstand die meisten Schüler zum Turnier schickte, konnte den Titel „Hamburger Grundschulmannschaftsmeister“ für sich feiern: die Grundschule Oppelner Straße. In einem sozial sehr schwierigen Umfeld leitet Lehrerin Anke Hefter dort mit hohem Engagement seit Jahren eine Schulschachgruppe, die nicht nur schachliches Wissen vermittelt, sondern auch die älteren Schüler in die Verantwortung nimmt und zu Trainern ausbildet.


Im Siegesrausch konnte niemand mehr stillhalten, trotzdem ein Siegerfoto

Neuestes Coachtalent: der 12 jährige Boriss G., der jederzeit Herr der Lage war, alle „seine“ 16 Kinder im Blick hatte und dabei gleichermaßen gewissenhaft und freudig seiner Arbeit nachging.


Nachwuchshoffnung der Hamburger Trainer, Boris freute sich, als hätte er selbst mitgespielt½

Silber ging in den Süden Hamburgs nach Nettelnburg, dort hat der SC Bille seit einigen Jahren erfolgreiche Jugendarbeit betrieben, und die Früchte werden nun eingesammelt.


Silber für die Grundschule Nettelnburg

Auf Platz 3 feierte die Grundschule Alsterdorfer Straße einen Überraschungserfolg. Seit gut einem Jahr gibt es dort erst Schulschach und schon konnte man sich Bronze sichern. Spitzenbrett Oscar B. verlor nur gegen Julian und führte sein Team souverän aufs Treppchen.


Die Mannschaft aus der Alsterdorfer Straße holte Bronze!

Nach 7 Stunden Schach und einer rauschenden Siegerehrung mit Pokalen, Kuscheltieren, Kleinpreisen und riesigen Packungen an Naschereien blieb den „Schachelschweinen“ noch die Beseitigung der „Trümmer“, aber auch das sichere Wissen, ganz vielen Kindern heute einen wunderbaren Tag beschert zu haben.


Endlich Ruhe......


Ein Schachbär braucht seine Höhle


Die beiden erfolgreichsten Spieler des Hamburger Schachklubs, Ali und Oscar, jeweils 6/7


 „Wo gehören die noch mal hin?“


 Björn findet immer noch Zeit, um den Kinder etwas zu zeigen: „Wie ging noch mal der Stierkopf?“

 

 

 

 



Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren