Hammer erhält Wildcard für Norway Chess

von André Schulz
18.05.2015 – Jon Ludvig Hammer wird der zehnte Spieler beim kommenden Norway Chess Turnier in Stavanger. Der Norweger gewann das abschließende Schnellschachturnier beim Entercard Scandinavian Masters und stach damit Laurent Fressinet aus. Die Veranstaltung wurde live von TV 2 übertragen. Der Sender packte das Turnier in eine bunte Rahmenveranstaltung mit Magnus Carlsen als Starmoderator und Schach-Entertainer. Mehr...

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Das Norway Chess Turnier ist nun eines der drei Turniere, die kürzlich zur "Grand Chess Tour" zusammen gefügt wurden. Die anderen beiden Turniere sind der Rex Sinquefield Cup in St. Louis und die London Chess Classic. Die neun besten Spieler der Weltrangliste (Stand: Februar 2015) wurden eingeladen teilzunehmen. Vladimir Kramnik und Wesley So hatten zuvor bereits andere Verpflichtungen angenommen und mussten absagen, sodass Maxime Vachier-Lagrave noch als Nachrücker ins Feld rutschte. Der zehnte Platz wird von den drei Ausrichtern jeweils per Wildcard vergeben.

Auf den ersten Blick wirkt die "Grand Chess Tour" imposant, besonders angesichts eines Gesamtpreisfonds von mehr als einer Mio. US-Dollar, über den sich die teilnehmenden Spieler sicher sehr freuen. Auf den zweiten Blick stellt man allerdings fest, dass mit dieser Serie kein einziges neues Turnier entstanden ist. Ursprünglich sollte auch noch ein Turnier in Jakarta die Serie erweitern, aber offenbar konnte dies nicht realisiert werden. Vielleicht im nächsten Jahr, denn die Serie soll keine einmalige Veranstaltung sein.

Da an allen drei Turnieren die gleichen neun Spieler teilnehmen, könnte man die Veranstaltung auch als dreirundiges Turnier interpretieren, das allerdings an drei verschiedenen Orten in der Welt und an drei verschiedenen Terminen ausgetragen wird. Ob es wirklich sinnvoll ist, immer wieder die gleichen Spieler gegeneinander antreten zu lassen, auch wenn es die besten der Welt sind, ist eine Frage, deren Beantwortung man wohl erst nach dem Abschluss der Serie geben kann. Auf vielen Turnieren ist aber gerade die Mischung aus absoluten Topspielern und lokalen Außenseitern oder Newcomern besonders reizvoll, siehe Wijk an Zee, aber auch London in vergangenen Jahren. Bei der Grand Chess Tour bringt einzig der zehnte Spieler, der von Ort zu Ort wechselt, vielleicht frischen Wind in die Veranstaltung.

In Norwegen entschied man, zur Vergabe der Wildcard ein Qualifikationsturnier zu spielen, zu dem Jon Ludvig Hammer, Laurent Fressinet, Simen Agdestein, Nils Grandelius, Aryan Tari und Curt Hansen eingeladen wurden. Der Sieger der ersten beiden Auflagen des Norway Chess Turniers war Sergey Karjakin. Normalerweise gehört es zum guten Ton, den Vorjahressieger eines Turniers auch bei der nächsten Auflage einzuladen. In diesem Fall war das nicht möglich, da sich die Organisatoren der Grand Chess Tour-Serie ja auf die gleichen neun Spieler als Teilnehmer festgelegt hatten.

Man hätte die Wildcard an Karjakin vergeben können, wollte aber auch anderen Spielern die Möglichkeit geben, sich zu qualifizieren. Karjakin wurde eingeladen, am Qualifikationsturnier teilzunehmen, lehnte aber ab. Vermutlich hat er sich gefragt, warum er sich als zweimaliger Sieger des Turniers nun dafür qualifizieren soll.

Jon Ludvig Hammer und Laurent Fressinet dominierten die Qualifikation. Da Hammer das abschließende Schnellschachturnier gewann, konnte er sich als zweiter Norweger neben Carlsen für das Norway Chess Turnier qualifizieren.

Als Besonderheit übertrug der Sender TV 2 die Partie live, ließ sie von Magnus Carlsen kommentieren und packte das Ganze in eine unterhaltsame Rahmenshow, bei der der Schachweltmeister als Entertainer, Talkmeister und Straßen-Sportler auftrat.

Foto: Yerazik Khachatourian

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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