Presseerklärung:
Der
Chessbase Bericht vom 27.10.2006 enthält Zitate und Behauptungen von
Großmeister Veselin Topalov, die nicht den Tatsachen entsprechen.
Topalov: "I underestimated the reaction of
my body. It's not so strange that it relaxed after the intense concentration
of the match in Elista. Should I not have come here to play? That did not
occur to me for one moment. I have never ever breached a signed contract. I
am not Kramnik. How often has he withdrawn with vague complaints of fatigue?
This spring he withdrew from the tournament in Monaco immediately after he
had signed the contract for the match against me."
Vladimir Kramnik hat niemals in seiner Karriere einen Vertrag gebrochen.
Die Nichtteilnahme an den Turnieren in Corus 2006 und Monaco 2006 erfolgte
aus Krankheitsgründen. Dies geschah im engen Kontakt und Einverständnis der
Organisatoren, deren frühzeitig medizinische Zertifikate vorgelegt wurden.
Die Verträge wurden im gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst. Falsch ist
demnach auch die Behauptung Kramnik habe sich vom Turnier in Monaco nach der
Unterzeichnung des WM-Vertrages zurückgezogen. Richtig ist, dass der
WM-Vertrag im April 2006 unterzeichnet wurde und die Auflösung des
Monaco-Vertrages aus Krankheitsgründen bereits im Februar 2006 erfolgte.
Topalov: “After the fourth game my manager
asked to see the surveillance tapes in order to find out exactly how my
opponent was spending his time in the restroom. He he saw that Kramnik
visited the toilet very frequently, and so we became suspicious. Naturally
this is suspicious behavior. The toilet was the only area that was not
covered by the surveillance cameras.”
Aufgrund dieser Äußerung veröffentlichen wir einen Bericht des Herrn
Valery Bovaev, Vorsitzender des Executive Committees in Elista. Aus dieser
Erklärung geht eindeutig hervor, wer bei der Ansicht der video recordings –
unter Verletzung der Persönlichkeitsrechte von Vladimir Kramnik – welche
Rolle gespielt hat. Es wird deutlich, dass die video recordings nicht erst
nach der 4. Partie angefragt wurden, sondern schon Tage zuvor.

Topalov: "The Appeals Committee agreed to
lock up the toilets in the restrooms. Kramnik reacted like an injured
innocent. Contract this and contract that, how dare they insult me. It is
always the same with him. He breaks the rules continuously, but heaven forbid
his own rights should be touched. That Kramnik did not show up for the fifth
game was his own fault. He thought he could get away with anything. I would
have preferred to play the game and see our protest comprehensively addressed.
Instead I got one free point. But Kramnik got his way in all the other points.
He could do anything he wanted in his restroom, and the Appeals Committee was
dismissed.
The consequence was that starting from the sixth game I no longer knew
whom I was playing against. Kramnik had been quite vulnerable in the past
year, but in this match he hardly made any tactical mistakes. I began to have
doubts. Was Kramnik my opponent or was it Kramnik assisted by a computer? In
order to keep him at the board as much as possible I started playing very
quickly. Too quickly sometimes. The blunder which caused me lose the ninth
game was the result of a decision I had taken too quickly.”
Herr Topalov bleibt die Antwort schuldig, welche Regeln Vladimir Kramnik
gebrochen haben soll. Das Gegenteil war der Fall. Durch den Vertragsbruch des
Appeals Committee’s der FIDE hat übrigens Partie 5 im juristischen Sinne
niemals stattgefunden. Das Ergebnis des Wettkampfes im klassischen Schach
lautet demnach 6:5 zu Gunsten von Vladimir Kramnik.
Die im folgenden von Herrn Topalov geäußerten Zweifel sind nichts anderes
als eine peinliche Entschuldigung im Zusammenhang mit einer schweren
sportlichen Niederlage. Widersprüchlich ist auch die Tatsache, dass alle
Maßnahmen zur Verhinderung etwaiger Manipulationen (Glaswand mit integriertem
Lichtvorhang, Bann aller elektronischer Signale im Spielbereich, den
Ruheräumen und den Toiletten, physische Untersuchung der Spieler sowie aller
Räumlichkeiten vor Beginn jeder Partie) vom Team Kramnik eingebracht wurden.
Das Team Topalov hat sich vor Beginn der 1. Partie so gut wie überhaupt nicht
um diese Sicherheitsaspekte gekümmert. Fest steht, dass seitens der
Organisation alle Anstrengungen unternommen wurden, jegliche Art von
Manipulationen von vornherein auszuschließen. Weitere Verschärfungen der
Kontrollen während des Wettkampfes wurden von Vladimir Kramnik begrüßt und
teilweise selbst gefordert. Es wurde in Elista ein Standard entwickelt, der
für die Zukunft des Profischach beispielgebend sein kann.
Dass sich Team Topalov dennoch dazu hat hinreißen lassen, enge Bindungen
zu hochgestellten FIDE-Funktionären zu nutzen, um Vladimir Kramnik zu
beschädigen ist ein beispielloser Akt von Unsportlichkeit, der nicht nur in
der Schachwelt seinesgleichen sucht. Dies gilt im Zusammenhang mit
- der Herausgabe der privaten video recordings unter Verletzung von
Persönlichkeitsrechten
- der widerrechtlichen Aberkennung von Partie 5 nach Vertragsbruch durch
die FIDE und auch
- den indirekten Anschuldigungen und Betrugsvorwürfen unter Rufschädigung
der Person Kramnik.
Das folgende PR-Desaster des Team’s Topalov resultierend aus
Unprofessionalität und der Unterschätzung der Intelligenz der Öffentlichkeit
sowie die klare sportliche Niederlage ist nichts anderes als ein Sieg der
Gerechtigkeit. Die Akzeptanz dieser Niederlage durch Herrn Topalov ist aus
meiner Sicht der einzig vernünftige Satz in diesem Interview.
Dortmund/Germany, 28.10.2006
Carsten Hensel
(Manager to Vladimir Kramnik, World Chess Champion)