Hommage an Wolfgang von Kempelen:<br><i>Speaking without lips, thinking without brain</i>

09.06.2005 – Mit einer Ausstellung ehrt die Berliner Humboldt-Universität das Werk des Ingenieurs Wolfgang von Kempelen. Dieser konstruierte Mitte des 18. Jahrhunderts den berühmten Schachtürken, der Kempelens Zeitgenossen verblüffte und die Menschen bis heute in seinen Bann schlägt. Kempelen war für eine Reihe von Erfindungen verantwortlich, von denen neben dem Türken seine Sprechmaschine, unmittelbarer Vorläufer von Bells Telefon, die bekannteste ist. Die Humboldt-Universität zeigt u.a. einen originalgetreuen Nachbau der Sprechmaschine und einen Nachbau der Mechanik des Türken. Beide Geräte wurden zwischen 1999 und 2001 an der Universität für angewandte Kunst Wien entwickelt und gebaut. Die Ausstellung im Foyer der Humboldt-Universität wird am 1.Juli eröffnet und dauert bis zum 30.Juli. Vorstellung des Schachtürken-Nachbaus des Nixdorf-Forums Paderborn... Über von Kempelens ersten "Schachcomputer"...Mehr über die Ausstelllung der HU...

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“Speaking without lips, thinking without brain…”
Sprechmaschine und Schachautomat des Wolfgang von Kempelen (1734-1804)

Eröffnung: Fr, 1. Juli 2005
18 Uhr, Foyer der Humboldt-Universität
Unter den Linden 6
Laufzeit 2.–30. Juli 2005

Von den vielen bescheidenen Spuren, die Wolfgang von Kempelen in der Geschichte hinterlassen hat, sind seine Sprechmaschine und sein Schach spielender Androide die deutlichsten geblieben.

1769 präsentierte Kempelen einen mechanischen Schachspieler in orientalischem Kostüm.  Der „Schachtürke“ entwickelte sich zu einer der großen, zugleich aber sehr umstrittenen Techniksensationen des 18. Jahrhunderts. Nur scheinbar hatte ein Automat von der Ratio Besitz ergriffen, denn im Inneren verbarg sich ein Mensch. Die Geschichte der Bewahrung und Aufdeckung des Geheimnisses und dem Agieren des Menschen in der Maschine wird wieder und wieder erzählt: Von der Romantik bis zu Walter Benjamin, von Alan Turing bis zum Wettkampf von Garri Kasparov gegen den Schachcomputer Deep Blue.  

Kempelens Sprechmaschine hingegen folgte aufklärerischen Ideen und sollte Gehörlosen eine vernehmbare Stimme verleihen. Dabei war Kempelen, wie später Charles Wheatstone oder Alexander Bell, davon überzeugt, dass sich die Konstruktion sprechender Maschinen am Vorbild des menschlichen Artikulationsapparats zu orientieren hätte. Kempelens 1791 erschienene Schrift über den Mechanismus der menschlichen Sprache zählt zu den Anfängen der Experimentalakustik und Phonetik.  

Die Ausstellung Speaking without lips, thinking without brain ist eine Hommage an Kempelens Experimente und deren wissenschaftliche und technische Fortsetzung in der Phonetik genauso wie in der Entwicklung von Schachcomputern. Im Zentrum steht dabei die Kempelen-Box mit Nachbauten des Schachautomaten und der Sprechmaschinen, die zwischen 1999 und 2001 an der Universität für angewandte Kunst Wien entwickelt und gebaut wurde.

Die Ausstellung setzt die Veranstaltungsreihe Auf dem Weg zum Humboldt-Forum fort. Realisiert wurde sie vom Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik in Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien und der Bundeszentrale für politische Bildung. Mit freundlicher Unterstützung der Emanuel Lasker Gesellschaft und der Firma ChessBase.

Programm:

Fr, 1. Juli
Ausstellungseröffnung mit Vorführung der Kempelen-Box

Demonstration der Sprechmaschine und des Schachautomaten durch Brigitte Felderer, Ernst Strouhal, Jakob Scheid (Universität für angewandte Kunst Wien)

18 –19.30 Uhr, HU-Foyer 

Di, 5. Juli
Simultanschach mit dem Fernschachweltmeister Dr. Fritz Baumbach

Der Fernschach-Weltmeister von 1988 (DDR Meister 1970, Olympia Mannschaft der DDR 1970, Gründungsmitglied der Emanuel Lasker Gesellschaft) zeigt auch beim
Nahschach seine Stärke und spielt gegen 12 Gegner simultan. Nutzen Sie die Chance, den Meister herauszufordern! Voranmeldung unter www.humboldt-forum.de, es gibt auch freie Spieltische für Kurzentschlossene.
16 –19 Uhr, HU-Foyer

Mo, 11. Juli

Zwischen Salon und Jahrmarkt – Öffentliche Demonstrationen elektrischer Experimente des 18. Jahrhunderts

Reisende Elektrisierer führten im 18. Jh. in bürgerlichen Salons wie auf Jahrmärkten Experimente vor und sorgten damit für wissenschaftlich-aufklärerische Unterhaltung. Unter Einsatz entsprechender Nachbauten werden diese Experimente vorgeführt und ihr historischer Kontext erläutert. Ebenso wie damals ist auch hier das Publikum zur Teilnahme eingeladen – lassen Sie sich elektrisieren!

Peter Heering und Martin Panusch (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) 

14 – 15 Uhr,  HU-Foyer

Information:

Tel: (030) 2093-2395 / Fax: (030) 2093-1961

www.humboldt-forum.de

anita.hermannstaedter (at) culture.hu-berlin.de
jochen.hennig (at) taff.hu-berlin.de

Anita Hermannstädter / Jochen Hennig

 

 

 

 



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