Hou Yifan Challenge: Keymer führt vor dem Schlusstag

21.09.2021 – Praggnanandhaa war der Mann (Junior) der Stunde an den ersten beiden Tagen. Mit neun Siegen in neun Runden drückte er dem Turnier seinen Stempel auf, verfolgt von Vincent Keymer. Der direkte Vergleich ging gestern zugunsten des deutschen Juniors aus. Keymer übernahm vor dem Schlusstag auch die Führung. | Foto: Vincent-Keymer.de

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Die Julius Bär Challengers Chess Tour ist die Online Junior Serie der Meltwater Chess Champions Tour. Männliche und weibliche Nachwuchsspieler bzw. Spielerinnen spielen im gleichen Turnier, zu Förderung der jungen Schachspieler, besonders aber der Nachwuchsspielerinnen, die hier Gelegenheit haben, sich nicht nur untereinander, sondern auch im Vergleich mit den männlichen Kollegen zu messen. Ursprünglich waren es 18 junge Schachspieler. Im dritten Turnier der Serie, der Hou Yifan Challenge, sind es 17 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Diese werden in den Turnieren auch in zwei gleich starke gemischte Teams aufgeteilt, unterstützt von starken Spielern wie Vladimir Kramnik und Judit Polgar.

Aus deutscher Sicht besonders interessant ist die Teilnahmen von Vincent Keymer. Das große deutsche Talent spielt bei den Turnieren stets oben mit und hat auch schon ein Turnier für sich entschieden.

Die ersten beiden Tage der Hou Yifan Challenge stand im Zeichen von Praggnanandhaa. Der indische "Wonderbey" dominierte die beiden Spieltage auf imposante Weise, mit neun Siegen in neun Partien und führte damit das Feld an.

Sein engster Verfolger war Vincent Keymer, der am Ende des zweiten Tages bei einer Partie weniger (wegen der ungleichen Teilnehmerzahl ist das Tabellenbild etwas schief) zwei Punkte weniger auf dem Konto hatte. Vincent Keymer hatte in Runde fünf gegen Christopher Yoo verloren, die anderen Partien alle gewonnen.

Zum Auftakt des dritten Spieltages gab es für Praggnanandhaa einen Dämpfer in seinem Siegeslauf. Der Inder verlor gegen den US-Amerikaner Christopher Yoo. Damit war Vincent Keymer, nach seinem Sieg gegen Pawel Teclaff bis auf einen Punkt an den Spitzenreiter herangerückt und in Runde elf stand das Duell der beiden Führenden auf dem Zettel.

Es entstand ein Endspiel, das ausgeglichen war, aber Weiß hatte die Initiative:

 

 

Schwarz steht etwas passiv und  muss gegen ein weißes Läuferpaar kämpfen. Mit dem nächsten Zug gibt Schwarz  einen Bauern, halbiert das weiße Läuferpaar und beflügelt das eigene Spiel.

24...Se5 25.Lxe5 fxe5 26.fxe5 Tc3 27.a5 Lc6 28.g3 Tb3 29.Tb1 Ta3 30.Tb2 [Ta2 musste verhindert werden.]

30...Ta1 31.Kd2 g5 [31...Th1 32.Kc3]

32.Kc3 h4 33.gxh4 gxh4 34.Lb1 [Klemmt den schwarzen Turm ein. Das ist für Schwarz unangenehm, wenn auch nicht entscheidend.]

34...Ld5 [34...Ta3+!? 35.Kd4 (35.Tb3 Ta1 36.Kb2 Ta4) 35...Ta1]

35.Kd4 Kd7 36.e4 Lc6 37.Ke3 Ta3+ 38.Kf4 h3 [38...Th3? 39.Td2+ Ke7 40.Ld3 und 41.Kg4 gewinnt  Material.]

39.Td2+ Ke7 40.Td3 Ta1 41.Tb3 La4 42.Tb2

 

42...Ta3? [Der entscheidende Fehler. 42...Lb5=]

43.Ta2 [Erzwingt Turmtausch. Das Läuferendspiel  ist gewonnen, da der Bauer h3 fällt.]

43...Txa2 44.Lxa2 Lc2 45.Lc4 Kf7 46.Lf1 Lb3 47.Lxh3 Kg6 48.Lg4 Lc4 49.h4 Lb3 50.Ke3 Kf7 51.Kd4 Ke7 52.Kc5 Lc2 53.Lf3 1–0

Damit hatte Vincent Keymer Praggnanandhaa nach Punkten eingeholt, trotz einer Partie weniger, und die Tabellenführung übernommen. Christopher Yoo folgte mit einem Punkt Rückstanbd auf Platz drei. In Runde 12 glitt Vincent Keymer allerdings ein weiteres Endspiel mit Turm und Läufer aus den Händen und er verlor seine Partie gegen die junge Russin Leya Garrifulllina. Praggnanandhaa spielte gegen Mishra remis und lag nun wieder vorne.

In der letzten Runde gelang Vincent Keymer ein hübscher Sieg gegen Dalaji Daggupati, einen 16-jährigen US-Amerikaner.

 

23.f5 exf5 24.gxf5 Se7 25.Dg4 [Weiß denkt an Kh1, Tg1 oder Sf4–Sh5 (Sd5). Der La1 lauert in der Ferne.]

25...h5?! [Schwarz möchte den weißen Aufmarsch stören, aber die Taktik funktioniert nicht. 25...Kh8!?]

26.Dxh5 Sdxf5? [Konsequent, aber falsch. 26...b5!?] 27.Txf5 g6

 

28.Tg5 [Das ist das Loch in der Kombi.]

28...Txd3  [28...Lxg5 29.Dxg5 kann sich Schwarz angesichts der Schwäche der Diagonale a1–h8 nicht erlauben.] 29.Txd3 Txd3 30.Sd5 [Weiß hat auch noch einen taktischen Giftpfeil im Köcher.]

30...Sxd5 [30...Lxg5 31.Dh8#; 30...Lxa1 31.Sxe7+ Kf8 32.Sxg6+ fxg6 33.Dh6+ Ke7 34.Dh7++–]

31.Lxf6 Sxf6 32.Txg6+ fxg6 33.Dxg6+Kf8 34.Dxf6+ [Der Td3 geht auch noch verloren. Schwarz gab auf.] 1–0

Praggnanand verlor in der gleichen Runde gegen seinen Landsmann Mendonca und so übernahm Vincent Keymer vor dem letzten Tag wieder die Führung, mit einem halben Punkt Vorsprung vor Praggnanandhaa und Yoo.

Grafik: Champions Chess Tour

Partien

 

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