Hou Yifan Challenge: Keymer ist King

von André Schulz
22.09.2021 – Vor dem vierten und letzten Spieltag der Hou Yifan Challenge lag Vincent Keymer in Führung und ließ sich am letzten Spieltag auch nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Keymer gewann mit 13,5 aus 16 und zwei Punkten Vorsprung vor Praggnanandhaa und Yoo. | Foto: John Saunders

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In der Julius Bär Chess Challengers Tour, einer Online-Schnellschach-Turnierserie der PlayMagnus Group, erhalten junge Talente, weibliche und männliche, Gelegenheit Spielpraxis zu sammeln und zu zeigen, was sie können. Mit dabei ist Vincent Keymer, der zu den weltbesten Spielern des Jahrgangs 2004 gehört, zusammen mit Spielern wie Nodirbek Abdusattorov, Nihal Sarin und Praggnanandhaa. 

In den vergangenen Tagen wurde die Hou Yifan Challenge ausgetragen, das vierte Turnier der Serie. Nachdem Vincent Keymer im August schon die Kramnik Challenge gewonnen hatte, trug er sich gestern ein zweites Mal in die Siegerlist ein.

Auch wenn von den oben genannten besten Spielern des Jahrgangs 2004 Nihal Sarin und Nodirbek Abdusattorov nicht mitspielten, gab es mit den Indern Praggnanandhaa und Mendonca, den US-Amerikanern Awonder Liang und Christopher Yoo und dem etwas jüngeren Russen Vlodimir Murcin starke Konkurrenz.

Das Turnier wurde mit 17 Spielern über vier Tage online durchgeführt. Praggnanandhaa war der beste Spieler der ersten beiden Spieltage und gewann alle neun Partien. Vincent Keymer hatte sich eine Niederlage gegen Christopher Yoo geleistet und belegte Platz zwei. Am dritten Tag kam es zum Duell der beiden Führenden, das Vincent Keymer für sich entschied. Danach musste Keymer gegen Leya Garifulina zwar noch seine zweite Niederlage im Turnier einstecken, doch da Praggnanandhaa auch noch einmal verlor, ging Keymer als Spitzenreiter in den letzten Turniertag. 3,5 Punkte am Schlusstag reichten zum Turniersieg, der recht beeindruckend ausfiel, da Keymer den Rest des Feldes um ganze zwei Punkte abhängen konnte. 

Keymer startete den Tag mit einem Sieg über Praggnanandhaas Schwester Vaishali.

 

 

38...h5 [Freibauer vor!] 39.Tb6? [39.Kg2? Sxe3+; Mit 39.Ld4 h4 40.Tb3 konnte Weiß sich noch verteidigen.] 

39...h4 40.Txe6 Kf7 [Erstmal den eigenen Hof bestellen. Es gewann aber auch das ungeduldige 40...h3 41.Lc5 Sh2+ 42.Kg1 Sf3+ 43.Kf1 Ta1+ 44.Ke2 Te1+]

41.Tc6 h3 42.Kg1 Lh4 [Nun wird auch ein Mattnetzt geknüpft.]

43.Tc7+ Kg6 44.Tc1 Lxf2+ 45.Lxf2 Txf2 46.Ta1 Tg2+ 0–1

Gegen Zhu Jiner musst sich Keymer mit einem Remis begnügen. Und gegen Yahli Sokolovsky stand Keymer pleite.

 

Es droht Matt in 1 und es gibt keine Verteidigung mehr, oder doch...?]

38...Lxf2+!? [Ein anderer Schwindel war 38...Sh3+ 39.Kf1 (Die Idee war 39.gxh3? Dg3+ 40.Kh1 Dxh3+ 41.Kg1 Lxf2#) 39...Txf2+ 40.Ke1 ausgeschwindelt.]

39.Kf1 [39.Kxf2? Se6+ und die Partie geht noch weiter.]

39...Se6 40.Lxe6? [40.De7+ Kg8 41.Lxe6+ wäre es gewesen.]

40...Lb6+ [Upps.]

41.Lxf5 Lxd8 42.Lxc8? [Der typische Doppelfehler. Nach 42.Sxd8 Lxf5 43.Te7+ Kf8 44.Lxf6 sind die Chancen gleich. Weiß hat viel Holz für die Dame.]

42...Dxc8 43.Sd6 [43.Tc4 hält wenigstens den c-Bauern fest.]

43...Dxc6 44.Td4 Kg6 45.Se4 Lc7

 

46.h5+?! [Besser noch 46.hxg5 hxg5. Mit den beiden Bauern spielt Schwarz auf Gewinn.]

46...Kxh5 47.a5 Le5 48.Td3 Dxe4 49.Th3+ Kg6 50.a6 [Stellt in schlechter Stellung auch noch den Freibauern ein.] 50...Dc4+ 0–1

Gute Stellungen kann jeder gewinnen. Am Gewinn schlechter Stellungen erkennt man den Meister.

Keymers Turniergeschichte

 

Endstand

 

Partien

 

Turnierseite...


André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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Pemoe6 Pemoe6 26.09.2021 12:41
@Sturmaske: Wieso hinken die Vergleiche? Ich kann doch die Entwicklung eines Spielers unserer Computergeneration sowieso nicht mit Lasker oder Fischer oder sonstwas vergleichen, das ist doch sinnlos, und das hat auch außer Ihnen hier niemend weiter ins Gespräch gebracht. Hat Aljechin nicht erst mit 14 Jahren überhaupt angefangen?
Man muss doch den Vergleich mit den aktuellen Top-Spielern ziehen, und das tut meine Tabelle weiter unten. Da liegt Vincent gut im Schnitt. Top Ten - solche Rosinen habe ich derzeit noch garnicht mal im Kopf. Mir würde es ja schon reichen, wenn sich jemand aus unseren Landen so um die 2730 etablieren kann.
Aber entscheidend dafür ist wohl nicht, ob man den Leistungen der Top-Spieler (absolut) nun um ein paar Monate oder auch ein bis zwei Jahre hinterherhinkt. Vielmehr zählt doch, wann die professionelle Förderung/Arbeit angefangen haben und wie diese sich dann auf die Entwicklung auswirkt.
Was einem das nun wert ist, das ist doch eine davon völlig unabhängige Frage. Mir ist schon klar, dass in Deutschland ein unbesorgtes, unaufgeregtes finanziell abgesichertes Leben völlig selbstverständlich als Hauptparameter des Lebens gilt. Vielleicht für 98% der Leute? Aber die restlichen 2% machen die ganz besonderen Leistungen aus, glaube ich - vielleicht liege ich da ja falsch.
michanizm michanizm 25.09.2021 03:21
@Sturmmaske: es ging in deinem ersten Post um deine Zweifel, dass er es nicht in die Gruppe der 2700er Supergroßmeister schafft und deine Aussage er müsste dafür viel weiter sein.
Jetzt gehts plötzlich um den Vergleich mit den ganz großen Spielern der Geschichte wie Kasparow und Fischer.
Wenn die eine These also nicht mehr haltbar ist, kommt also direkt die nächste.
Völlig anderer Sachverhalt.

Außerdem widersprichst du dich hier an laufenden Band.
Einerseits sagst du Keymer müsste viel weiter sein und andererseits schlägst du ihm eine Laufbahn vor (Studium) mit der das Spielen auf Toplevel unmöglich wäre. Das ist nicht besonders konsequent arugmentiert. Keymer hat seit Jahren die Doppelbelastung Schule + Training während andere seiner Alterskollegen seit Jahren Vollzeitprofis sind und sich aussschließlich dem Schach widmen. So gesehen finde ich es umso bemerkenswerter wie stark Keymer mittlweile spielt. Seine Kollegen Pragg, Sarin, Gukesh usw. scheinen derzeit keinen nennenswerten Entwicklungsvorsprung zu haben. Und selbst wenn man wie einst Karjakin jüngster GM aller Zeiten wird, gilt das Erreichen der 2700 als ziemlich sicher, ist aber kein Garant ein Top10- oder Top5-Spieler zu werden. Karjakin ist die meiste Zeit auf Platz auf 10-20 der Weltrangliste. Was hat ihm die schnelle, frühe Entwicklung gebraucht?
Es spricht viel dafür, dass er sein Leistungsmaximum nur etwas schneller erreichte als andere. Er war lange der jüngste GM aller Zeiten und ist trotzdem kein Top10 Spieler. Wenn man Keymer bescheinigt, er müsse weiter sein für sein Alter, dann gibt es eben auch genug Gegenbeispiele, dass ein früher schneller Aufstieg kein Garant für etwas ist. Es kommt immer auch auf die persönlichen Umstände an. Also immer schön beide Seiten der Medaille angucken und nicht nur die Zweifel sehen.
schachkwak schachkwak 24.09.2021 11:49
Warum muss gerade Vincent Keymer jetzt steinreich in der Wirtschaft werden und darf nicht einfach eine Weile Spitzensportler sein, also das machen, was er machen möchte (*1)?

So wie z.B. auch die Judoka? https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Judoka_(Deutschland)
Die könnten ja auch als Türsteher oder Personenschützer deutlich mehr verdienen, oder nicht? Schlimm wäre z.B. auch, wenn die ihr Talent vergeuden würden und eventuell stattdessen trotzdem studieren würden.

Ja, wo kommen wir hin, wenn nicht jeder auf seine Analysten hört und einfach mal schaut, wie nahe man der Weltspitze kommt?

Außerdem - bin mir grad nicht sicher - hab ich schon mal geschrieben, dass man sich auch einfach mal freuen kann, dass Vincent ein Super-Ergebnis erzielt hat und z.B. den zukünftigen Weltmeister (haben mir Analysten geflüstert) Rameshbabu Praggnanandhaa (kurz Pragg) geschlagen hat? Noch dazu auch beim direkten Aufeinandertreffen?

Aber nee - vermutlich ist es sinnvoll, gerade jetzt dem Vincent zu erklären, dass er alles falsch macht. Macht er ja auch. Er könnte auf Facebook (ohne dass ich genau weiß, was das ist - bin da nicht) oder Instagram (bin ich auch nicht) oder Tiktok (was ist das eigentlich) viel mehr Follower haben, wenn er wie Magnus Carlsen seine eigenen Unterhosen verkaufen würde (*2).

(*1) Und wenn es dumm läuft, wird er dabei versehentlich doch reich, was seine Glaubwürdigkeit als zukünftiger armer Philosoph gefährden würde.

(*2) https://www.chessable.com/discussion/thread/77139/carlsen-to-quit-chess-and-become-fulltime-underwear-model/
Blitz2010 Blitz2010 24.09.2021 11:22
@Sturmaske Eines muss ich Ihnen lassen: Sie schaffen es, uns mit Ihren mal eben so rausgehauenen "Thesen" zu beschäftigen - egal, wie verworren diese sind. Mal geben Sie sich als besorgt um Vincent Keymers Lebensglück aus, mal führen Sie die von Ihnen so genannten "ganz Großen" wie Bobby Fischer ins Feld. Gerade mit Fischer haben Sie ja ein tolles Beispiel für ein glückliches, dauerhaftes und gut abgesichertes Schach-Leben mit Work-Life-Balance ins Spiel gebracht. Und dann der ganz bedeutungsschwangere Satz: "Ich denke in ca. 5 Jahren wird man bei V. Keymer dann ja sehen ob er es auf Dauer in die Top 50 schafft und sich dann dort auch etabliert." Nein, was Sie nicht sagen! - Ich als Schach-Fan erfreue mich einfach daran, was Vincent Keymer JETZT bereits Großartiges zustande bringt! Die letzten Turniere hat er doch sensationell gut gespielt! Da machte das Zusehen doch einfach nur Freude! Und deutsche Schach-Fans können sich obendrein doch nicht zuletzt deshalb freuen, weil Vincent Keymer als Promi dazu beiträgt, dass Schach hier populärer wird. Das ist doch super!
Sturmaske Sturmaske 24.09.2021 10:07
@Pemoe6, diese Vergleiche hinken gewaltig, denn man kann die erreichten ELO Zahlen aus den verschiedenen Zeitepochen überhaupt nicht miteinander vergleichen. Wie schon weiter unten am Beispiel Hübner aufgeführt hatte damals als Weltranglistendritter gerade einmal 2640 ELO im Gegensatz zu Ding Liren heute mit 2799 ELO. Man könnte noch viele hunderte andere Beispiele aufführen. Viel wichtiger ist doch wie lange ein Profischachspieler sich in der Spitze wirklich hält um auch wirklich damit gutes Geld verdient und auch später davon gut leben zu können. Es sind wirklich nicht allzu viele Schachprofis. Mit einem tollen Beruf dagegen welchen man wirklich bis zur Rente ausüben kann ist das überhaupt nicht vergleichbar. Ich denke in ca. 5 Jahren wird man bei V. Keymer dann ja sehen ob er es auf Dauer in die Top 50 schafft und sich dann dort auch etabliert.
Pemoe6 Pemoe6 24.09.2021 06:03
Lassen wir doch das Streiten und schauen uns die Zahlen an: In welchem Alter erreichten die Top Ten erstmals die ELO, die Vince jetzt hat (aktuell wohl bei 2630 - das Entscheidende, die Europameisterschaft steht bei der FIDE aus irgendeinem Grunde nicht drin ... nicht dass diese 25 Punkte "weggerundet" wird):
Carlsen: 15 Jahre
Caruana: 16 Jahre
Ding: 18 Jahre
Nepo: 17 Jahre
Aronian: 21 Jahre
S0: 16 Jahre
Giri: 16 Jahre
Grischuk: 17 Jahre
MVL: 17 Jahre
Radjabov: 15 Jahre.

Aber die hatten zu dem Zeitpunkt schon viele Jahre professioneller Förderung hinter sich und haben das nicht nebenbei gemacht. Für Vincent ist das ja erst richtig losgegangen seit Grenke und Leko im Geschäft sind, und das hat doch super funktioniert.
ronbser57 ronbser57 24.09.2021 03:45
Die sichere Variante wäre es ganz bestimmt, nach dem Abitur erst einmal zu studieren oder eine andere Berufsausbildung zu wählen. So habe ich es selbst auch gemacht. Nur, das zeigt sich immer wieder, kann man so im Spitzensport kaum etwas erreichen. Das gilt nicht nur für das Schach. Da stellt sich (leider) eher die Frage, ob er das Abitur überhaupt hätte absolvieren sollen. Ich finde es trotzdem gut, dass er es macht. Vincent hängt doch schon deshalb etwas hinterher, weil er etwa im Gegensatz zu den indischen Jungs sich nicht frühzeitig nur auf das Schach konzentriert hat. Außerdem glaube ich, dass durch Corona seine aktuelle ELO seinem tatsächlichen Leistungsvermögen relativ deutlich hinterherhinkt. Wenn er bei der EM praktisch vor der gesamten deutschen Schachelite landet, ist das natürlich noch kein Beweis, aber zumindest für mich ein Indiz, dass er aktuell schon bei einer Wertungszahl von 2650+ anzusiedeln ist. Auch ist der Vergleich zu Fischer, Tal und Kasparov, die zudem ja absolute Weltspitze (Weltmeister) in ihrer Zeit waren, nicht so ganz stichhaltig. Wie will man das überhaupt vergleichen? Robert Hübner etwa hatte als Weltranglistendritter nie ein höhere ELO als 2640. Wenn Vencent längere Zeit zur erweiterten Weltklasse gehört, wird er davon schon leben können, zumal während der Zeit und danach sich weitere Verdienstmöglichkeiten ergeben können. Fragen Sie mal GM Huschenbeth. Wenn er ca. 3 Jahre ausprobieren möchte, ob es für ihn als Schachprofi eine Perspektive gibt, soll er es doch machen. Ansonsten fragt er sich vielleicht ein Leben lang, was er vielleicht erreichen können. Wäre das denn so toll? Ich finde es gut, wenn er ein paar Jahre ernsthaft testet, was ihm Spaß macht in einem Bereich, den er sehr gut kann. Ich bin mit 67 Jahren auch kaum jünger als Sie. Im Alter neigt man dazu - ich schließe mich ein - alle unnötigen Risiken zu meiden. Ich finde es jedoch auch in der Rückschau gut, wenn sich jemand was traut. :-)
Sturmaske Sturmaske 24.09.2021 12:51
@michanizm, der V. Keymer ist fast 17 Jahre. Vielleicht sollten Sie einmal richtig recherchieren, wo da die ganz großen wie Fischer, Tal, Kasparow u.v.m. da schon standen. Ich kenne mich mit meinen über 70 Jahren da schon bestens aus und weiß auch wie viele später auf der Strecke geblieben sind, denn viele kannte ich auch.
Sturmaske Sturmaske 24.09.2021 10:27
@Blitz2010, das hat doch nichts mit Schlechtreden zu tun. Frage an Sie: Wie viele Schachprofis ohne ordentliche Berufs-Ausbildung, Studium usw. können, wenn diese ganz oben nicht mehr im Schach mithalten, später ein sorgenfreies finanzielles Leben führen?
michanizm michanizm 24.09.2021 10:19
@Sturmmaske: Deine Aussage er müsste viel weiter sein ist aus mehreren Gründen echter Quatsch. Schau mal wo die aktuellen Top10 Spieler mit 16 Jahren waren. Ich glaube du hast es nicht einmal recherchiert, denn dann würdest du sowas nicht schreiben. Einfach nur ein Bauchgefühl zu haben, ist ok, eine Meinung zu haben ist auch ok, aber unwahre Dinge zu behaupten ist nicht ok.
Und es hat auch niemand behauptet oder gesagt, dass Schnellschach auf einer Stufe mit Langpartien steht.
Hier einen Front aufzumachen was gar nicht zur Debatte steht und völlig unstrittig ist, ist wohl eher ein Zeichen deiner persönlichen Langeweile?
Blitz2010 Blitz2010 24.09.2021 07:48
@Sturmaske Ihre Absicht des Schlechtredens ist für mich so offensichtlich, dass ich mich dabei langweile. Es gäbe sehr viel Spannenderes zu diskutieren - zum Beispiel die wunderbaren Partien, die Vincent Keymer gespielt hat. Aber solche "Prognosen" wie Ihre, die auf einer sehr schmalen Basis gebaut sind, lohnen doch gar keinen Streit. Daher: wenn Sie wollen, machen Sie einfach weiter damit. Internet-Seiten sind geduldig. Thomas
Sturmaske Sturmaske 24.09.2021 01:38
@Pemoe6, mit einer guten 2700 er ELo gehört man dann auch noch zu den Spitzenspielern und das könnte er dann auch schaffen. Unter die ersten 10 wird er aber auf Dauer bestimmt nicht kommen, da müsste er jetzt schon viel stärker sein.
Pemoe6 Pemoe6 23.09.2021 09:13
@Sturmaske: Aber das kann doch einfach nicht klappen (erst studieren und dann Spitzenspieler werden)! Gibt es dafür in der Neuzeit überhaupt irgendein Beispiel, bei dem dies funktioniert hat? Im Gegenteil, die ganz Großen waren doch schon viel eher Profis als mit 17 Jahren (wie Vincent es nach Schulabschluss sein wird).
Man muss sich heutzutage einfach entscheiden: Entweder eine gesicherte Zukunft oder die ganz großen sportlichen Träume.
knight100 knight100 23.09.2021 06:25
"Angst/Pessimismus/Zweifel - typische Mentalitäten unserer Zeit..."

Ich ergänze: Besserwisserei/Gleichgültigkeit/Ambivalenz/Egoismus.
Sturmaske Sturmaske 23.09.2021 06:08
@Chessiszen, ich habe dazu lediglich meine Meinung geäußert. Im Grunde genommen ist mir das total egal, ist ja nicht mein Kind.
Chessiszen Chessiszen 23.09.2021 12:41
@Sturmmaske Was Keymer mit seinem Leben anfangen wird ist nicht Ihr Problem. Zu Ihrem Glück, denn das scheint Sie ja ganz schön zu belasten. (Vaterallüren)
Sturmaske Sturmaske 23.09.2021 11:57
@ronbser57, Gleich nach dem Abitur Schachprofi zu werden halte ich grundsätzlich für falsch. Richtig wäre es erst einmal ein ordentliches Studium gleich nach dem Abitur zu beginnen. Begründung: So wie sich das Schach in den nächsten Jahren entwickelt, kann man nicht ewig bis zur Rente da oben mitspielen, um das große Geld zu verdienen. Außerdem bedeutet Profischach auch furchtbaren Stress ohne jegliche richtige Freizeit. Mit einem ordentlichen Beruf ist man auf alle Fälle da besser bedient, auch finanziell. Dann vielleicht erst mit ca. 40 Jahren zu studieren usw. das wird nichts Lukratives mehr. Diese Meinung vertrete ich nicht nur alleine.
ronbser57 ronbser57 23.09.2021 11:24
Natürlich weiß man jetzt noch nicht, ob Vincent jemals in die Reihe der "Supergroßmeister" aufsteigen wird. Es gibt aber zumindest Indizien, die hoffnungsvoll stimmen. Auch im klassischen Schach lieferte er mehrfach Beweise seines großen Potentials - zuletzt erst jüngst bei der EM! Auch im klassischen Schach gibt es doch immer wieder Zeitnotphasen, in denen es wichtig ist, in kurzer Zeit die richtigen Züge zu finden. Diese etwas abfällige Bewertung des Schnellschachs verstehe ich deshalb nicht so ganz. Schließlich spielt die Uhr auch beim klassischen Schach eine nicht zu unterschätzende Rolle. Das erleben wir doch immer wieder.

Vincent beginnt seine richtige Karriere als Schachprofi erst im nächsten Jahr nach dem Abitur. Erst dann wird sich im Laufe der Zeit zeigen, was wirklich in ihm steckt. Ohne Begründung zu sagen, man hätte gewisse Zweifel, da würde ich dann doch gerne etwas Substanzielleres lesen.
schachkwak schachkwak 22.09.2021 07:31
@Sturmaske - Dass der Vincent nicht abhebt, darum kann sich auch seine direkte Umgebung kümmern. Es gibt Zeitpunkte, da kann man sich auch einfach mal freuen. Sehr schön, was er geleistet hat!
Pemoe6 Pemoe6 22.09.2021 02:49
@knight100: Fortschritte bei den Mädchen sind in diesem Turnier (zumindest rein ergebnismäßig) noch nicht zu erkennen; man braucht ja bloß ihre ELO mit der erspielten Performance zu vergleichen. Aber so schnell geht's nun auch wieder nicht, man muss solche Turniere eben regelmäßig spielen.
Sehr gut, dass da in Deutschland auch endlich was passiert. Seit dem Prinzenprogramm ist ja in puncto Förderung nicht sooo viel gelaufen, gerade im weiblichen Kader nicht. Jetzt bringt Gerald Hertneck da offenbar frischen Wind rein - schön.
Pemoe6 Pemoe6 22.09.2021 02:34
Auch ich sehe nicht so ganz, warum ausgerechnet dieses Resultat hier Zweifel an der Zukunft von Vince säen sollte...
Sein letztes Turnier mit ELO-Minus datiert vom September 2019. Seit zwei Jahren gab es also bei jedem Turnier (und das waren trotz Corona immerhin 13) ein Plus; insgesamt ungefähr 100 Punkte. Wenn das in den nächsten beiden Jahren nochmal kommt, sind wir schon am Ziel angelangt.
Zwei Dinge sind mir aber gerade in der letzten Zeit positiv aufgefallen:
- Das Spiel ist seit einem guten Jahr für mich gefühlt irgendwie reifer/professioneller geworden - ist wohl Lekos Handschrift.
- Endlich scheint das Unter-Wert-Spielen gegen andere Jugendliche überwunden zu sein. Es gab da mal eine Zeit, in der Vincents Performance gegen U18 dramatisch schlechter war als gegen Ältere. Deshalb freue ich mich gerade besonders über diesen Erfolg hier (auch wenn es nur Schnellschach war), weil da eben nur die Kids am Wirken sind. Und das ist ja schon sein zweiter Etappensieg.
Ich habe da also im Gegenteil recht große Hoffnung für die nächsten Jahre, wenn endlich die Schule geschafft ist und er das Schach nicht mehr nebenher machen muss.
knight100 knight100 22.09.2021 02:01
Glückwunsch an Vincent - Top-Leistung.

Sind schon Fortschritte bei den Mädchen zu erkennen, seitdem sie sich mit den Jungs duellieren?

@Sturmaske: Ich empfehle positives, nach vorn gerichtetes Denken. Angst/Pessimismus/Zweifel - typische Mentalitäten unserer Zeit...
Sturmaske Sturmaske 22.09.2021 12:46
Diese Art Schnellpartien sind eigentliche keine klare Aussage über die Leistungsfähigkeit eines Schachspielers und sollte man mit dem Langzeit Schach auch nicht auf eine Stufe setzen. Geprägt von vielen Fehlern und Ungenauigkeiten
dieses Schnellschachs ist es eher für Veranstalter und Kiebitze lukrativ. Ob der Keymer jemals in die Balance der Supergroßmeister >2700 richtig dauerhaft eindringen kann bleibt abzuwarten. Ich persönlich habe da gewisse Zweifel.
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