Hou Yifan - jüngste Professorin der Shenzhen University

von Carlos Colodro
14.07.2020 – Die vierfache Weltmeisterin und Weltranglistenerste der Frauen Hou Yifan hat einen neuen Rekord aufgestellt. Sie ist jetzt die jüngste ordentliche Professorin an der Universität von Shenzhen. Als Dozentin für Sporterziehung leitet sie das Schachprogramm des Instituts. | Foto: mp.weixin.qq.com

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Noch ein Rekord

Im Jahr 2006, im Alter von 12 Jahren, nahm Hou Yifan an ihrer ersten Frauen-Weltmeisterschaft teil und erreichte bereits die dritte Runde des 64-Spielerinen-K.o.-Turniers. Vier Jahre später wurde sie die jüngste Frauen-Weltmeisterin aller Zeiten und besiegte im Finale der K.o.-Weltmeisterschaft in Hatay (Türkei) ihre Landsfrau Ruan Lufei.

Dies sind nur zwei Fälle, in denen Hou Rekorde brach. Um nur einige ähnliche Erfolge zu nennen: Sie ist auch die jüngste Spielerin, die je einen GM-Titel errang, die jüngste chinesische Frauenmeisterin aller Zeiten und eine von nur drei Spielerinnen, die in die Top 100 der Weltrangliste aufgestiegen sind - neben Maia Chiburdanidze und Judit Polgar.

Hou Yifan

Aber die extrem talentierte, bescheidene chinesische Spielerin kämpfte immer darum, ihr Talent nicht nur am Schachbrett, sondern auch auf anderen Gebieten zu entwickeln. In einem Interview mit ESPN im Jahr 2017 sagte sie:

Ich möchte, dass mein Leben reich und bunt ist, nicht eng. Ich wusste, dass [die Einschreibung an der Universität] mein Schachspiel beeinflussen würde, aber so wollte ich mein Leben leben.

Hou Yifan studierte Internationale Beziehungen an der angesehenen Universität von Peking und erhielt später ein Rhodes-Stipendium an der Blavatnik School of Government der Universität Oxford.

In der Zwischenzeit erzielte sie aber auch großartige Ergebnisse bei einigen hochkarätigen Schachturnieren, errang zweite Plätze beim Gibraltar Open und einen historischen Turniersieg bei der 50. Auflage des Turniers von Biel im Jahr 2017 - sie kam vor drei 2700+ Spielern ins Ziel: Bacrot, Harikrishna und Navara.

Vor wenigen Tagen, am 10. Juli, brach sie einen weiteren Rekord, indem sie die jüngste Ordentliche Professorin in der Geschichte der Universität Shenzhen wurde. 

Die Leitung der Universität möchte das Sportprogramm der Institution stärken und ist der Auffassung, dass "Schach in einer innovativen Stadt eine aktive Rolle spielen kann". Die stärkste Spielerin der Welt an der Spitze des Programms zu haben, verheißt sicherlich gute Nachrichten für die Zukunft!

Shenzhen liegt an am Ostufer des Pearl River in der südlichen Provinz Guangdong und ist im Schach vor allem durch das Masters-Turnier bekannt geworden. Die ersten drei Auflagen des Turneiers wurden von den internationalen Stars Ding Liren, Maxime Vachier-Lagrave und Anish Giri gewonnen.

In ihrer neuen Aufgabe will Hou Yifan nicht nur das Schach zu fördern, sondern auch die Studenten ermutigen, viele weitere Fähigkeiten zu erwerben.

Übersetzt von André Schulz

Liu Shilan, Hou Yifan

Liu Shilan, Dean der Shenzhen University, war siebenmalige chinesische Schach-Landesmeisterin der Frauen

Zum Artikel bei Weixin (chinesisch)...



Themen: Hou Yifan, Shenzhen

Carlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
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schachkwak schachkwak 15.07.2020 04:09
Zsuzsa Polgar hat wohl vor allem gegen gute Gegner gut ausgesehen. Sie ist bei Chessmetrics deutlich höher bewertet, als sie zu diesem Zeitpunkt bei der FIDE bewertet war. Es geht auch um 1992 und nicht um 1991. Immerhin ist Zsuzsa ja auch eine Weltmeisterin. Trotzdem - um sie geht es hier ja eigentlich gar nicht :-) .
schachkwak schachkwak 14.07.2020 04:53
Naja. Zumindest nach Chessmetrics war Zsuzsa Polgar auch Top 100 (Platz 91 im April 1991). Auf Fide.com kann ich leider nur bis zum Jahr 2000 zurück. Zusätzlich sollte man Vera Menchik nicht vergessen, zu deren Club auch Weltmeister Max Euwe gehört. Sie war Platz 52, also wahrscheinlich nach Judit Polgar die bestplatzierte Schachspielerin.
Bei einigen Weltmeisterinnen schweigt sich Chessmetrics leider aus. Allerdings gibt es einige, die tatsächlich nie in den Top 100 der Männer waren.

Edit:
Auch Sonja Graf war laut Chessmetrics in den Top 100 (1945 auf Platz 82 )
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