Houdini gewinnt das TCEC-Superfinale

von Stephan Oliver Platz
11.12.2017 – Kürzlich wurde das Finale des TCEC-Turniers, inzwischen eine Art inoffizielle Computerschach-Weltmeisterschaft, beendet. Houdini gewann den auf 100 Partien angelegten Wettkampf gegen Komodo vorzeitig. Stephan Oliver Platz gibt einen Überblick. Die Programmier der beiden Programme äußerten sich während des Wettkampfes zum Stand im Computerschach.

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Das TCEC-Turnier gilt inzwischen als inoffizielle Computerschach-Weltmeisterschaft. In zwei Vorturnieren (Stage 1, Stage 2) werden die beiden derzeit besten Programme ermittelt und spielen dann einen Final-Wettkampf über 100 Partien, bei dem besondere Regeln gelten, um größtmögliche Chancengleichheit zu gewährleisten.

Es scheint, dass derzeit die Programme Stockfish, Komodo und Houdini leistungsmäßig ungefähr auf Augenhöhe liegen. Diesmal qualifizierten sich das belgische Houdini und das US-Programm Komodo für den Final-Wettkampf, der kürzlich mit einem Sieg von Houdini beendet wurde. 

Während des laufenden Wettkampfes wurde ein Interview mit den Programmierern der beteiligten Engines geführt. Robert Houdart, Mark Lefler und Larry Kaufman äußerten sich zum Stand im Computerschach, zu Entwicklungsmethoden und spekulierten über die Zukunft im Computerschach. 

Kurz danach wurden sie in einigen Äußerungen von der Entwicklung beim AlphaZero-Prjekt etwas überrollt. Allerdings bleiben bei diesem Google-Coup doch einige Fragen offen. Stephan Oliver Platzt gibt einen Überblick über den Verlauf des Finales und hat das Interview ins Deutsche übersetzt. Der Nachdruck des Interviews erfolgt mit freundlicher Genehmigung von www.chessdom.com. 

André Schulz

 

Houdini gewinnt das TCEC-Superfinale gegen Komodo

Am Donnerstag ging mit dem Sieg von Houdini das Superfinale der TCEC Season 10 zu Ende. Das von dem Belgier Robert Houdart entwickelte Programm setzte sich gegen Komodo mit 15:9 durch. 76 Partien endeten remis. Noch nie zuvor wurde in den TCEC-Turnieren mit so leistungsstarker Hardware gespielt: 2 x Intel Xeon E5 2699 v4 @ 2.8 GHz mit 64 GB RAM und 44 Prozessoren. Beide Programme liefen also auf 44 (!) Prozessoren. Nicht selten wurden Suchtiefen von mehr als 40 Halbzügen erreicht. Die Bedenkzeit betrug dabei 2 Stunden für die gesamte Partie + 15 Sekunden/Zug. Das Eröffnungsbuch für das Superfinale stammte von Jeroen Noomen, der auch seinerzeit für die damaliga Nummer 1, Rybka, das Eröffnungsbuch bearbeitete. Jede Eröffnungsvariante wurde zweimal gespielt, einmal mit Weiß und einmal mit Schwarz, um völlige Chancengleichheit zu gewährleisten. In den ersten beiden Partien mussten beide Programme allerdings vom ersten Zuge an selbst "denken", hier gab es keine vorgegebene Eröffnungsvariante. (a)

Nach einem wenig spektakulären Auftaktremis wurde gleich die zweite Begegnung zu einer Schlüsselpartie: In der MacCatcheon-Variante der Französischen Verteidigung mit dem Bauernopfer 8.Lc1!? büßt Houdini mit Weiß im 15. Zuge einen zweiten Bauern ein. Obwohl Komodo die Stellung konsolidieren und seinen König auf dem Damenflügel in Sicherheit bringen kann, findet das Programm im Mittelspiel keinen Weg, die weiße Initiative abzuschütteln. Nach langem Hin- und Hergeziehe droht bereits zum zweitenmal ein Remis durch die 50-Züge-Regel, und so opfert Komodo im 147. Zuge einen Bauern auf dem Königsflügel. Dennoch reicht der verbliebene Mehrbauer nicht zum Sieg: Remis nach 185 Zügen! Eine frustrierende Partie, auch für die Zuschauer.

Von da an lief es blendend für Houdini, ganz so, als hätte diese verpasste Chance eine "psychologische" Auswirkung gehabt (erst wenn es die "künstliche Intelligenz" wirklich gibt, könnte man aber wohl von so etwas sprechen). Das von Don Dailey (+ 2013), Larry Kaufman und Mark Lefler entwickelte Spitzenprogramm aus den USA geriet durch Niederlagen in der 4., 6., 12. und 14.  Partie rasch mit 0:4 in Rückstand, und konnte diesen im weiteren Verlauf des Wettkampfes zu keinem Zeitpunkt auf mehr als drei Punkte verkürzen. Nach 100 Partien hatte Houdini folgerichtig mit sechs Punkten die Nase vorn.

Die Gewinnpartien des Wettkampfes:

Partie 4

In einem offenen Sizilianer rochiert Houdini mit Weiß lang und Komodo tut ihm den Gefallen, mitten in einen bereits durch g2-g4 vorbereiteten weißen Angriff hineinzurochieren.  Zwar schafft es Komodo, durch energisches Gegenspiel auf dem Damenflügel den weißen Angriff zu neutralisieren, bleibt aber mit einem schwachen rückständigen d-Bauern und einem isolierten Randbauern auf der a-Linie zurück. Diese beiden Schwächen genügen Houdini, um das entstandene Doppelturmendspiel zu gewinnen. 1:0 für Houdini.

Partie 6

Ein Königsinder mit beidseitigem Fianchetto des Königsläufers. Houdini (Weiß) opfert früh einen Bauern, um den schwarzen Damenläufer hinter seinen eigenen Bauern einzusperren und beginnt bald darauf trotz eigener kurzer Rochade mit einem abenteuerlich anmutenden Bauernstrurm auf dem Königsflügel. Erinnerungen an die romantische Schachepoche werden wach. Schließlich gelingt es Komodo, seinen Damenläufer auf die lange Diagonale zu stellen und gegen den feindlichen Königsläufer abzutauschen, verliert jedoch seinen Mehrbauern wieder und bleibt mit etwas schlechterer Stellung zurück. Houdini laviert geschickt und gewinnt mit Hilfe starker Springermanöver einen Bauern, der sich im Endspiel als entscheidend erweist. 2: 0 für Houdini.

Partie 12

Eine Vorstoßvariante der Französischen Partie mit entgegengesetzten Rochaden. Komodo (Schwarz) begeht den strategischen Fehler, die Stellung auf dem Königsflügel zuzumachen, anstatt eine Linie zu öffnen.  Aber auch Houdini kommt mit seinem Angriff auf den lang rochierten schwarzen König nicht vorwärts. Eine Phase des Lavierens beginnt. Im 60. Zuge tauscht Houdini seinen letzten Läufer gegen einen schwarzen Springer, um die Überlegenheit des Springerpaares gegen Läufer und Springer in einer verrammelten Stellung auszunützen.  Nach langem Weiterlavieren kommt schließlich 94.f4-f5!, um die schwarze Stellung unter Bauernopfer auszuhebeln. Schließlich im 98. Zuge ein Springeropfer auf d5, um zwei verbundene Freibauern auf der d- und e-Linie zu erhalten. Houdini manövriert geschickt und sammelt weitere schwarze Bauern ein. Schließlich stehen seine Freibauern auf d7 und e7. 3:0 für Houdini.

Partie 14

Ein Budapester Gambit, in welchem Weiß mit 4.e3 rasch den Gambitbauern zurückgibt und durch völlig antipositionell wirkende Bauernvorstöße den schwarzen Königsspringer bis nach f8 zurücktreibt. Zu den acht aufeinanderfolgenden Bauernzügen würde Tarrasch sicherlich sagen: "Das ist in der Eröffnung des Guten zuviel!" Das Eröffnungsbuch endete in dieser Variante übrigens nach 1.d4 Sf6 2.c4 e5 3.dxe5 Sg4! Also sind die nächsten fünf Bauernzüge auf Houdinis "Mist gewachsen"! Wird das die neue Hauptvariante im Budapester Gambit? Weiß rochiert lang und zerlegt nach der kurzen Rochade von Komodo die schwarze Königsstellung, wobei die weit vorgerückten weißen Bauern sich als sehr nützlich erweisen. 4:0 für Houdini!

Partie 24

Mit Zugumstellung ergibt sich die von Nimzowitsch verbesserte Form der Hanhamvariante in der Philidorverteidigung, in der allerdings Komodo mit Schwarz systemwidrig rasch das Zentrum aufgibt. Houdini rückt mit seinen Bauern auf dem Königsflügel vor, opfert nacheinander einen Bauern, die Qualität und einen Läufer, um die schwarze Königsstellung aufzureißen. Nach dem 34. Zuge von Weiß sind alle schwarzen Königsflügelbauern weg, während Houdini zwei Bauern für die Qualität bekommen hat, darunter drei verbundene Bauern auf der f-, g- und h-Linie, deren Vorrücken die Partie entscheidet. 5:0 für Houdini.

Partie 39

Endlich der erste Sieg für Komodo! In der verbesserten Steinitzverteidigung der Spanischen Partie bekommt Komodo mit Weiß eine schöne Stellung. Durch geschicktes Manövrieren gelingt es ihm, den schwachen schwarzen a-Bauern zu gewinnen und schließlich sogar den schwarzen König zu bedrängen. Am Ende setzten sich die beiden verbundenen weißen Freibauern auf der g- und h-Linie in einem Doppelspringerendspiel durch. "Nur" noch 5:1 für Houdini.

Partie 40

Dieselbe Eröffnungsvariante bis zum 6. Zuge, nur diesmal ist Houdini mit Weiß am Drücker. Komodo zieht wenig überzeugend mit seinem Königsspringer hin und her, bis er schließlich doch auf f6 landet (Tempoverlust!). Dann auch noch schwarze kurze Rochade hinein in den weißen Angriff! Houdini, der lang rochiert hat, schlägt sofort mit f4-f5 auf dem Königsflügel los und zerlegt die schwarze Stellung im 32. Zuge mit einem Springeropfer auf g4. Bald rücken die weißen Königsflügelbauern nach und Komodo muss aufgeben. 6:1 für Houdini!

Partie 42

Ein Damenbauernspiel (Zukertort-System) mit Flankenentwicklung des weißen Damenläufers nach b2. Schon bald hat Houdini mit Weiß beide Läufer und die hinter dem Königsläufer auf c2 postierte Dame gegen den schwarzen König in Stellung gebracht, was Komodo zur Schwächung seiner Rochadestellung durch g7-g6 veranlasst. Komodo gelingt es, den weißen Angriff abzuschlagen, bleibt aber mit zwei "hängenden" Bauern auf c5 und d5 zurück. Houdini gelingt es, diese zu blockieren und selbst einen Freibauern auf b6 zu bilden. Das Endspiel sieht noch haltbar aus für Schwarz, doch Weiß kann seinen Königsläufer gegen den letzten schwarzen Springer abtauschen. Der übriggebliebene weiße Springer erweist sich in der Folge als stärker als der schwarze Läufer, und Houdini gewinnt das Endspiel. 7:1 für Houdini.

Partie 49

In der Sämischvariante der Königsindischen Verteidigung bekommt Komodo mit Weiß eine schöne Angriffsstellung mit dem Springer- gegen das schwarze Läuferpaar. Es gelingt ihm, die h-Linie gegen die schwarze Königsstellung zu öffnen und mit Dame und Turm zu besetzen. Um den Angriff abzuwehren muss Houdini zwei Bauern hergeben und seinen König hinter einem weißen Freibauern auf h7 verschanzen. Zwar gelingt es ihm, die Damen zu tauschen, aber dafür bekommt Weiß zwei verbundene Freibauern auf d5 und e5, deren Vorgehen die Partie zu seinen Gunsten entscheidet. Endlich der zweite Sieg für Komodo! Partie 50 endet remis und zur Halbzeit steht es 7 : 2 für Houdini bei 41 Remisen. Interessant, dass alle bisherigen Gewinnpartien mit Weiß erzielt wurden. Ohne den Anzugsvorteil ist es bei so starken Kontrahenten offenbar schwer, entscheidendes Übergewicht zu erlangen.

Partie 52

Endlich der erste Schwarzsieg, und noch dazu mit der Sizilianischen Verteidigung! Houdini greift mit Weiß auf dem Königsflügel an und opfert dafür seinen a-Bauern. Komodo nimmt das Geschenk an und verteidigt sich geschickt, indem er seine Türme auf die siebente Reihe stellt. Houdini schafft es nicht, aus seinem Angriff etwas zu machen, kann aber immerhin durch Abtausch zwei schwarze Bauern auf der b-Linie verdoppeln. Dennoch neigt sich das Endspiel mehr und mehr zugunsten von Schwarz. Eine schöne Verteidigungs- und Endspielleistung von Komodo. "Nur" noch 7:3 für Houdini.

Partie 57

Komodo gewinnt erneut! In der modernen Benoni-Verteidigung drückt Komodo mit Weiß frühzeitig e4-e5 durch und bekommt bei überlegener Stellung einen Freibauern auf d6, während bei Schwarz Läufer c8 und Turm a8 eingeklemmt sind. Mit einem schönen Springeropfer zerstört Komodo die Bauerndeckung des schwarzen Königs und siegt auf überzeugende Weise. Die bisher beste Leistung von Komodo in diesem Wettkampf! Stand: 7:4 für Houdini.

Partie 58

In derselben Eröffnung mit vertauschten Farben macht es Komodo mit Schwarz besser als Houdini in der vorigen Partie. Nach 18 Zügen sind sämtliche schwarzen Figuren im Spiel und Weiß ist noch nicht zu e4-e5 gekommen.  Doch in der Folge findet Komodo keinen aktiven Plan, während Houdini mit 25.f4-f5! das Heft in die Hand mit.  Wenig später hebelt 28.h2-h4 die schwarze Stellung aus.  Am Ende bleiben Schwarz vier hilflose Damenflügelbauern gegen einen Turm. Ein paar belanglose Züge nach Abschluss der schwarzen Entwicklung genügten, um Weiß einen klaren Vorteil zu verschaffen. Stand: 8:4 für Houdini.

Partie 60

Eine Französische Verteidigung mit dem positionswidrigen 3. ... Sc6?, bevor der c-Bauer nach c5 gezogen wurde. In der 59. Partie hatte es Komodo mit Weiß nicht geschafft, daraus Kapital zu schlagen. Houdini macht es besser und bekommt eine schöne Stellung mit deutlichem Raumgewinn, wobei beide Seiten "künstlich" rochieren. In klassischer Manier kommt ein Vorteil zum anderen, schließlich dringen die weißen Springer auf dem Königsflügel ein, und ein schönes Damen(schein)opfer gewinnt die Qualität und wenige Züge später die Partie. Stand: 9:4 für Houdini.

Partie 62

In einem angenommenen Damengambit erlangt Houdini mit Weiß frühzeitig die bessere Stellung und geht mit klaren Vorteilen in ein Endspiel, welches er auf überzeugende Weise gewinnt. Stand: 10:4 für Houdini.

Partie 65

Eine Benoni-Verteidigung mit frühzeitigem b7-b5. Komodo bringt mit Weiß im 12. Zuge ein positionelles Springeropfer und entwickelt in der Folge einen starken Figurendruck auf der offenen d-Linie. Im 20. Zuge opfert er auch noch den zweiten Springer, so dass er am Ende nur vier Bauern für die beiden Springer hat, aber dafür beherrschen seine Figuren das Brett, während bei Schwarz Springer g8 und Turm h8 noch unentwickelt sind. Obwohl Houdini rasch eine Figur zurückgibt, gelingt es ihm nicht, den weißen Angriff zu parieren. Bald sind Kommodos Türme auf der siebenten Reihe verdoppelt, und schließlich entscheidet sein freier a-Bauer die Partie. Eine reife Leistung und ein verdienter Sieg für Komodo. Stand: "Nur" noch 10:5 für Houdini.

Partie 68

In der Najdorfvariante der Sizilianischen Verteidigung ergibt sich eine interessante Stellung mit entgegengesetzten Rochaden. Houdini bekommt einen Springer auf c4 gegen einen schlechten schwarzen Läufer auf e7. Da sich die Bauernstellung auf dem Königsflügel schließt, ist jedoch nicht recht zu sehen, wie Weiß weiterkommen soll. Wahrscheinlich hätte Komodo in dieser Stellung einfach weiter geduldig hin- und herziehen müssen. Stattdessen verliert er die Geduld (wenn man das von einem Computerprogramm behaupten darf) und opfert unnötigerweise einen Turm für den starken weißen Springer und einen Bauern. Houdini manövriert geschickt und gewinnt das Endspiel. Stand: 11:5 für Houdini.

Partie 73

In einer Königsindischen Verteidigung ergibt sich eine verschachtelte Stellung. Im 35. Zuge macht Komodo (Weiß) mit c5-c6 den Laden vollkommen dicht, und Houdini laboriert an einem vollkommen eingeschlossenen Königsläufer, der keinerlei Chancen hat, jemals wieder das Tageslicht zu erblicken. Eine tragikomische Stellung mit Seltenheitswert. So spielt Komodo praktisch mit einer Figur mehr und holt sich den schwarzen b-Bauern. Wegen der geschlossenen Stellungsstruktur bedarf es allerdings noch langwieriger Manöver, um den Mehrbauern im Endspiel zu verwerten. Das gelingt, und Komodo verkürzt auf 6:11.

Partie 76

Zur Diskussion steht eine moderne Variante der Schottischen Partie (4. ... Lb4+). Houdini erlangt mit Weiß Vorteile im Zentrum und die bessere Bauernstellung. Der weißen Offensive mit Hilfe seiner Königsflügelbauern hat Schwarz nichts Rechtes entgegenzusetzen und so erhöht Houdini auf 12:6.

Partie 77

Eine Holländische Partie, in der Weiß seinen Königsspringer nach h3 entwickelt. Unter Tempoverlust (d7-d6-d5) lenkt Houdini mit Schwarz in die Sonewall-Variante über, um gleich danach überraschend mit 10. ... d5xc4 und 11. ... e6-e5!? fortzusetzen. Komodo kann einen Freibauern bis nach d6 vorschieben, aber der geht später verloren und legt den Grund für seine Niederlage im folgenden Endspiel. Am Ende hat Houdini eine zweite Dame gegen Läufer und drei Bauern. Eine merkwürdige Partie und erst der zweite Schwarzsieg in diesem Wettkampf. Stand: 13:6 für Houdini.

Partie 80

In einer Vorstoßvariante der Caro-Kann-Verteidigung spielt Houdini mit Weiß trotz erfolgter kurzer Rochade den Harakiri-Zug 13.g2-g4. Komodo gelingt es, seinen Damenläufer nach e4 zu stellen und die aufgerissene weiße Königsstellung mit 30. ... h7-h5 anzugreifen. Wenig später kann er auch noch einen Freibauern auf c4 bilden und mit ihm den weißen Läufer  b5 vom Geschehen abschließen. Houdini sieht sich in der Folge genötigt, auf e4 die Qualität für einen Bauern zu opfern, und mit dieser Mehrqualität gewinnt Komodo langsam, aber sicher das Endspiel. Noch ein Sieg mit Schwarz! Stand: 13:7 für Houdini.

Partie 83

In einer Sizilianischen Partie kommt Komodo mit Weiß schnell zu einem Angriff auf dem Königsflügel, wohin Schwarz kurz rochiert hat. Schließlich opfert Houdini einen Bauern, und Komodo gibt die Dame für Turm, Läufer und Bauer, wobei allerdings die beiden weißen Läufer gute Wirkmöglichkeiten erhalten. In Verbindung mit einem bis nach e6 vorgedrungenen Freibauern erweisen sich die weißen Streitkräfte der schwarzen Dame überlegen, und Komodo fährt den vollen Punkt ein. Eine beeindruckende positionelle Leistung. Stand: "Nur" noch 13:8 für Houdini.

Partie 87

Die Nimzowitsch-Variante der Französischen Verteidigung mit 4. ... Dd7 und nachfolgendem b7-b6, in der Komodo mit Weiß von Anfang an etwas besser steht. Houdini rochiert noch dazu lang trotz halboffener b-Linie. Komodo gelingt es, einen Freibauern auf e5 zu bekommen und diesen entscheidend nach e6 vorzustoßen. Danach kann Schwarz Materialverlust nicht mehr vermeiden. Nach 57 Zügen muss Schwarz aufgeben, und Komodo verkürzt auf 9:13. Sollte Houdinis Gesamtsieg doch noch in Gefahr geraten?

Partie 88

Dieselbe Eröffnung, diesmal mit Houdini als Anziehendem. Komodo macht es etwas besser und rochiert kurz, kann aber wieder die Mängel der Eröffnung nicht vollkommen ausgleichen. Wie in der vorigen Partie entfaltet ein auf a3 stehender weißer Läufer eine starke Wirkung. Zwar gelingt es Schwarz, ihn gegen einen Springer abzutauschen, landet aber dafür in einem schwierigen Endspiel, das Houdini nach geduldigem Manövrieren gewinnt.  Stand: 14:9. Also doch wieder fünf Punkte Vorsprung für Houdini!

Partie 97

In einem Königsinder kommt Houdini mit Schwarz zu dem typischen Angriff auf dem Königsflügel mittels f7-f5, während Weiß mit c4-c5 auf dem Damenflügel vorgeht. Als die schwarze Offensive allmählich bedrohlich wird, opfert Komodo auf e5 einen Springer für zwei Bauern, ohne sich jedoch wirklich Erleichterung verschaffen zu können. Weiß kommt nicht dazu, seine zwei verbundenen Freibauern e4 und d5 zu verwerten, denn die schwarzen Drohungen gegen den hilflos auf h1 eingeklemmten weißen König sind zu stark. Als schließlich doch d4-d5 geschieht, pariert Houdini mit dem hübschen Springer(schein)opfer 46. ... Sd5! alle weißen Drohungen und gewinnt mit seiner Mehrfigur das Endspiel.

Die restlichen drei Partien enden remis. Endergebnis: 15:9 für Houdini bei 76 Remisen.

Relativ geringe Remisquote

24 von 100 Partien wurden entschieden. Damit lag die Remisquote bei nur 76 Prozent. Das ist angesichts der erheblichen Stärke beider Finalgegner doch erstaunlich und wohl auch das Verdienst des für die Auswahl der Eröffnungen zuständigen Jeroen Noomen. Alles in allem ein gelungenes Compter-Event mit interessanten Partien, Live-Übetragung und -Diskussion im Chat.

 

 

 

Houdini 6 Pro

Houdini 6 macht dort weiter, wo sein Vorgänger aufgehört hat: die neue Version legt bei der Spielstärke noch einmal 60 Elo-Punkte oben drauf. Damit ist Houdini wieder das beste Schachprogramm, das es derzeit auf dem Markt gibt.

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Komodo Chess 11

Das mehrfache Weltmeisterprogramm kommt jetzt in einer neuen, noch spielstärkeren Version. Komodo 11 ist dank US-Großmeister Larry Kaufman als Co-Autor der Stratege unter den Spitzenprogrammen!

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Stellungnahmen der Programmierer

Während am 21. November 2017 die 6. Wettkampfpartie des TCEC 10 Superfinales lief, führte Nelson Hernandez (TCEC) ein interessantes Interview mit den Programmieren von Houdini und Komodo im Rahmen einer Skype-Telefonkonferenz. (c) In diesem Rahmen wurden einige interessante Themen angesprochen:

 

Warum es Stockfish nicht ins Finale schaffte

 Zu den Gründen, warum Vorjahressieger Stockfish es diesmal nicht ins Superfinale schaffte, äußerte sich Großmeister Larry Kaufman (Komodo):

"Eine Sache, die ich als Grund empfinde, dass Stockfish es nicht ins Finale geschafft hat, war, dass sowohl Komodo als auch Houdini eine ziemlich starke Form von Contempt  haben, die uns hilft, die schwächeren Programme zu schlagen, und Stockfish tut das nicht, und ich denke, dass sie das mindestens einen halben Punkt kostete, den sie gebraucht hätten."

Contempt bezeichnet eine Einstellung, die ein Schachprogramm dazu veranlasst, innerhalb vorher definierter Grenzen trotz schlechterer Stellung ein Remis zu vermeiden. Dies ist im allgemeinen nützlich gegen schwächere Gegner, kann aber im Spiel mit gleichstarken oder stärkeren Gegnern zu unnötigen Niederlagen führen. Am 5. Dezember haben die Stockfish-Entwickler übrigens darauf reagiert und die Contempt-Einstellung für Stockfish neu programmiert. Sie konnten damit in Tests gegen Stockfish 7 zusätzliche 33 ELO gewinnen. (c)

Larry Kaufman zog interessante vergleiche zwischen Komodo und Stockfish:

"Was ich sagen kann ist, dass ich der Meinung bin, dass Komodo in den meisten Dingen besser ist als Stockfish. Aber etwas hält uns zurück, was mit der Suchtiefe zu tun hat. Wir haben jahrelang versucht, es herauszufinden, ich weiß nicht, was es ist, aber es gibt einen Grund, warum wir nicht in der Lage sind, die gleiche Suchtiefe wie Stockfisch zu erreichen, auch wenn wir alle seine Algorithmen kopieren wollten. Wir haben Experimente gemacht, bei denen wir versucht haben, Komodo wie Stockfisch zu machen, aber es funktioniert nicht, und ich weiß nicht warum, aber ich denke, wenn wir das jemals herausfinden, werden wir eindeutig die Nummer 1 sein. Aber fast jedes Mal, wenn wir eine Idee von Stockfish in Komodo ausprobierten, macht es neun von zehn Fällen Komodo schwächer. Ich denke, wir machen die meisten Dinge besser, aber offensichtlich nicht alles, sonst wären wir stärker."

Houdinis größte Stärke

Zu den Stärken seines Programms meinte in demselben Interview Robert Houdart:  "Ich denke, die Eigenschaft, in der Houdini besser ist als Komodo und Stockfish, ist Mobilität. Es ist Figurenmobilität. Könnte überraschend sein, aber ich denke, dass die Figurenmobilität in Houdini anders ist als in anderen Programmen. Wir haben eine etwas spezielle Behandlung davon und es ergibt sich eigentlich ein etwas aggressiveres Schach, denn das sieht man, wenn man den Programmen beim Spielen zuschaut. Man sieht, dass Houdini ein bisschen aggressiver ist, zum Beispiel dazu neigt, die Damen auf dem Brett zu behalten, und ich habe dafür nichts Besonderes programmiert, sondern es ist nur das Ergebnis des restlichen Programms. Es kommt vor, dass wir aufgrund dieser besonderen Mobilität ein bisschen mehr Contempt erreichen, wenn ich dieses Wort wieder benutzen kann, ein contemptähnliches Verhalten, ohne wirklich Contempt zu haben. Ein Verhalten, das dazu neigt, die Damen auf dem Brett zu behalten, Figuren auf dem Brett zu belassen, und aggressives Spiel bevorzugt, das versucht, die Partie zu gewinnen. Das ist, denke ich, einer der größeren Unterschiede zwischen Houdini und den anderen Programmen." Wenn man sich die Partien des Superfinales ansieht, dürfte dies zutreffen. Houdini nützt die Beweglichkeit seiner Figuren, insbesondere der Springer, besser als die meisten anderen Schachprogramme, spielt aktiv und greift gerne an.

Verändern Schachcomputer die moderne Eröffnungstheorie?

Zum Eröffnungsspiel moderner Schachprogramme stellte Houdini-Entwickler Robert Houdart fest:

"Das ist eines der überraschenden Dinge an den modernen Spitzenprogrammen, dass sie von Anfang an wirklich gute Eröffnungen spielen können. Man kann von der Grundstellung aus anfangen und erhält eine wirklich gute Variante von einer wirklich guten Eröffnung, die von den Engines gespielt wird. Es ist nicht wie vor 20 Jahren, wo Schachprogramme  wirklich seltsame Eröffnungen und wirklich seltsame Entwicklungszüge spielten. Das ist nicht mehr der Fall."

Das deutet darauf hin, dass die Eröffnungstheorie in den kommenden Jahrzehnten stärker als bisher durch Computerpartien beeinflusst werden könnte. In dieser Hinsicht könnte es sich lohnen, die 14. Partie des Superfinales mit der kuriosen Variante des Budapester Gambits genauer zu untersuchen.

Wie wird sich das Computerschach weiterentwickeln?

Gefragt nach den Veränderungen im Computerschach in den nächsten fünf Jahren und ihre Auswirkungen, meinte Komodo-Programmierer Mark Lefler:

"Ich denke, es gibt noch viel zu tun, was Data Mining angeht. Eine Partie hernehmen und versuchen, Informationen daraus zu gewinnen, die sich in neue Bewertungsfunktionen, Pruning-Ideen oder Programmerweiterungen umsetzen lassen, lauter solche Dinge."

Weiter stellte er fest:

"Wir sind auch sehr an Monte Carlo interessiert. Ich meine, was machst du, wenn du jetzt einen 44-Core-Server hast? Was wird nächstes Jahr sein? Irgendwann helfen zusätzliche Kerne nicht mehr viel. (...) Stockfish und Komodo könnten bei einem Sprung von 16 auf 32 Prozessoren vielleicht 15 bis 20 Elo gewinnen, Stockfisch sogar weniger. Was macht man mit all dieser Hardware, um sie effektiver zu nutzen?"

Monte Carlo bezeichnet einen heuristischen Suchalgorhitmus, der sich bei Go-Programmen gut bewährt hat, während bei Schachprogrammen bisher vorwiegend die sogenennte Alpha-Beta-Suche Anwendung findet. (d) Robert Houdart fügte hinzu:

"Nun, ich denke, wir warten alle darauf, dass künstliche Intelligenz im Schach auftaucht, nachdem wir den Erfolg des Ansatzes der künstlichen Intelligenz von Google für das Go-Spiel gesehen haben. Und im Grunde würde ich, wenn einige dieser riesigen Konzerne daran interessiert wären, erwarten, dass Schach in den nächsten fünf Jahren auch diese Art von Entwicklung sehen könnte. Zum Beispiel könnte die künstliche Intelligenz für die Bewertung einer Stellung einige sehr überraschende Ergebnisse im Schach erbringen. Und so warten wir wahrscheinlich darauf, und dann können wir unsere alten Programme einpacken."

Dem widersprach allerdings GM Larry Kaufman:

"Ihr neuestes Lernprogramm hat alle anderen vorherigen Go-Programme übertroffen. Aber das gilt nicht für Schach. Niemand hat ein selbstlernendes Schachprogramm, das mit Houdini oder Komodo kämpfen kann. Das ist eine Phantasie (...) Aber wer weiß?"

Wir werden sehen, welche Entwicklung das Computerschach nimmt und ob ein selbstlernendes Programm es eines Tages mit den heutigen Top-Programmen aufnehmen kann. Das Superfinale jedenfalls hat Houdini verdient gewonnen, aber immerhin war ihm Komodo in der zweiten Wettkampfhälfte beinahe ebenbürtig ("nur" 8:7 bei 35 Remisen zugunsten von Houdini in den Partien 51 – 100). Und die nächste, verbesserte Komodo-Version kommt bestimmt, wenn nicht mehr dieses, so sicher im nächsten Jahr. Die neuesten Versionen von Houdini und Komodo gibt es übrigens im ChessBase Shop.

Quellen:

(a) http://tcec.chessdom.com/archive.php

(b) http://www.chessdom.com/interview-with-robert-houdart-mark-lefler-and-gm-larry-kaufman/

(c) http://abrok.eu/stockfish/

(d) vgl. hierzu https://en.wikipedia.org/wiki/Monte_Carlo_tree_search und https://de.wikipedia.org/wiki/Alpha-Beta-Suche

 

Interview mit Robert Houdart, Mark Lefler und GM Larry Kaufman

Während die 6. Wettkampfpartie des TCEC 10 Superfinales lief, führte Nelson Hernandez ein interessantes Interview mit Robert Houdart, Mark Lefler und GM Larry Kaufman, den Programmierern von Houdini und Komodo. Wir veröffentlichen dieses am 21. November im Rahmen einer einer Skype-Telefonkonferenz geführte Interview mit freundlicher Genehmigung von www.chessdom.com in deutscher Übersetzung von S. O. Platz:


[Das Superfinale der führenden Computerschach-Veranstaltung TCEC läuft gerade. Die beiden Kontrahenten sind Komodo und Houdini mit je 3 Titeln in der Geschichte von TCEC. Jetzt stehen sie sich zum ersten Mal in einem direkten Wettkampf gegenüber.

Die Autoren der beiden Programme teilten ihre Gedanken in einem 30-minütigen Interview mit TCEC. Das Folgende ist ein rekonstruiertes Transkript einer Skype-Telefonkonferenz, die am 21. November 2017 zwischen Nelson Hernandez von TCEC, Robert Houdart (Entwickler von Houdini), Mark Lefler (Programmierer von Komodo) und GM Larry Kaufman (Entwickler von Komodo) stattfand.]

Nelson: Eine Sache, die ich klären wollte, war, ob ihr euch jemals vor diesem Anruf gesehen habt?

Robert: Nun, nicht direkt. Natürlich habe ich Bilder von Mark und Larry gesehen, aber ich habe nicht live mit ihnen gesprochen.

Nelson: Nun, das ist in der Tat ein historischer Anlass. Meine erste Frage ist die offensichtlichste und was jeder wissen möchte. Wer wird das Superfinale gewinnen?

[peinliche Stille, verwirrte Ausdrücke, zuckt mit den Schultern, kichert]

Robert: Können wir eine Münze werfen?

Mark: Für eine solche Frage lautet die Antwort "Ja". [Kopfschütteln, die Hände zeigen: 'Ich weiß es nicht']

Nelson: Ich hatte gehofft, wir würden 1964 eine Szene sehen, die dem Liston-Clay-Kampf ähnelt, wo der zukünftige Muhammad Ali erklärte, dass er "der Größte" sei. Aber ich denke, das sollte nicht sein. Meine nächste Frage ist, was Ihr von den ersten beiden Runden [Stage 1 und 2] haltet. Habt ihr etwas gelernt? Hat euch etwas überrascht?

Robert: Ja, nun, für mich war eines der Dinge, die ich gelernt habe, in der Partie zwischen Komodo und Houdini, die Komodo gewann. Es war eine sehr überraschende Stellung, wo Komodo mehrere Züge vorher den Sieg sah, einen sehr klaren Sieg, und Houdini war blind, völlig blind, also war das eine sehr interessante Stellung. Ich hatte noch keine Zeit, das zu analysieren, aber ich werde es sicherlich tun, denn ich kann aus dieser besonderen Position etwas lernen.

Und die andere Sache, die wir gelernt haben, ist, dass die Top-Programme, welche Stockfish, Komodo und Houdini sind, sehr stark sind. Das wussten wir vor dem Turnier, aber die ersten beiden Runden haben das bestätigt. Es war sehr aufregend bis zum Ende der 2. Runde, um zu sehen, welches Programm in das Superfinale kommen würde und welches von den dreien eliminiert werden würde. Das war sehr aufregend zu sehen.

Mark: Ja, nur einen halben Punkt Unterschied, oder? Stockfisch hat es nur knapp nicht geschafft. Das war ziemlich eng.

Nelson: Ja, nur ein weiterer Sieg in Stage 2 und Stockfish wäre Erster geworden. Larry, hast du etwas hinzuzufügen?

Larry: Eine Sache, die ich als Grund empfinde, dass Stockfish es nicht ins Finale geschafft hat, war, dass sowohl Komodo als auch Houdini eine ziemlich starke Form von Contempt (b) haben, die uns hilft, die schwächeren Programme zu schlagen, und Stockfish tut das nicht, und ich denke, dass sie das mindestens einen halben Punkt kostete, den sie gebraucht hätten.

Robert: [grinsend] Ich hatte gehofft, wir könnten dieses Gespräch führen, ohne Contempt zu erwähnen, aber das ist schon nach zwei Minuten gescheitert. Es ist eines der beliebtesten Themen im Chat auf der TCEC-Website.

Nelson: Oh, es ist wahr, jeder sucht nach einem Weg, um Ergebnisse zu verstehen, um den ganzen Grund für ein Ergebnis auf eine Sache zurückzuführen. Während wir sprechen, läuft Partie 6 des Superfinales und es sieht so aus, als hätte Houdini einen 4:2-Score, was ein exzellenter Start ist. Hast du irgendwelche frühen Eindrücke oder Überraschungen?

Robert: Es sieht gut aus, ja. Aber das ist wie beim Würfeln. Du kannst gut anfangen oder du kannst schlecht anfangen. Es könnte das Gegenteil passiert sein. Komodo hätte fast die zweite Partie gewonnen, hatte zwei Bauern mehr und hätte die Stellung fast verwertet. Für Komodo könnte es 3 1/2 : 2 1/2 stehen, und so es wird wahrscheinlich 4:2 für Houdini sein. Aber das könnte sich nach vier weiteren Partien schon wieder ändern. Wir könnten das gegenteilige Ergebnis sehen, und es könnte wieder ausgeglichen stehen.

Larry: Nun, ich habe in den zwei Partien, die ohne Buch gespielt wurden, bemerkt, dass Schwarz in beiden Fällen für eine ganze Reihe von Zügen genau die Varianten spielte, die ich oft selbst in Turnieren gespielt habe, und so war es für beide Farben, nicht nur für Komodo, sondern auch, als Houdini Schwarz hatte. Die Leute könnten sagen, dass ich Houdini mit meinen eigenen Zügen gefüttert habe.

Robert: [lacht] Stimmt. Das ist eines der überraschenden Dinge an den modernen Spitzenprogrammen, dass sie von Anfang an wirklich gute Eröffnungen spielen können. Man kann von der Grundstellung aus anfangen und erhält eine wirklich gute Variante von einer wirklich guten Eröffnung, die von den Engines gespielt wird. Es ist nicht wie vor 20 Jahren, wo Schachprogramme  wirklich seltsame Eröffnungen und wirklich seltsame Entwicklungszüge spielten. Das ist nicht mehr der Fall.

Larry: Wir haben Komodo allein, ohne ein Buch, die Najdorf-Variante im Sizilianer spielen sehen, woraufhin natürlich viele Leute sagen würden, dies könnte die beste Eröffnung im Schach für beide Seiten sein.

Nelson: Mark, da ist etwas, was ich fragen wollte. Klar, Larry ist ein Großmeister, also müssen die meisten Ideen von ihm kommen, aber du bist der Programmierer, stimmt das?

Mark: Ja, ich besorge das Programmieren. Wir haben beide Ideen, aber immer dann, wenn wir beispielsweise ein Bewertungsfeature haben, ist es immer Larry, der die ersten Zahlen ausprobiert, und wir müssen sie nicht so sehr tunen. Es scheint ziemlich gut zu funktionieren, wenn die Idee funktioniert.

Es ist einfacher für mich, sehr simple Ideen zu entwickeln, also kann ich ein paar Dinge vorschlagen, aber Larry ist wirklich der Experte. Er ist ein Zahlenmensch, und er macht das seit den 1960er Jahren.

Nelson: Das führt mich zu meiner nächsten Frage, wann hast du mit der Schachprogrammierung begonnen und was hat dich dazu motiviert, dies zu deinem Hobby zu machen?

Larry: Nun, in meinem Fall, als ich am MIT [Massachusetts Institute of Technology] in den 1960ern studiert habe. Sie entwickelten ein Schachprogramm, ein Typ namens [Richard D.] Greenblatt, der dieses Programm mit dem Namen Mac Hack entwickelte. Es war das erste Schachprogramm, das gut genug war, um an menschlichen Turnieren teilzunehmen. Also haben sie mich als Schachspieler für das Projekt engagiert. Ich habe das Eröffnungsbuch geschrieben, ich habe Testpartien gespielt, bei denen ich die Dame vorgeben musste. Die Dinge haben sich ein bisschen verändert. [gluckst] Und ja, ich war ziemlich gut damit beschäftigt und so kam ich ins Computerschach und Mac Hack wurde um 1540 bewertet, denke ich, was jetzt nicht viel klingt, aber zu dieser Zeit war er viel besser als jeder andere Computer.

Nelson: Sie sind also fünfzig oder fast fünfzig Jahre im Computerschach tätig?

Larry: Ja, aber ich war nicht die ganze Zeit ständig involviert. Aber ja.

Nelson: Wow. Was ist mit dir, Mark?

Mark: Nun, ich war schon immer an Spielen und solchen Dingen interessiert. Ich erinnere mich, als ich in der Highschool in eine Universitätsbibliothek ging, um einige Bücher über Computerschach zu lesen, die im Laufe der Jahre veröffentlicht worden waren. Ich lese seit Jahren alles von David Levy [ICGA] und viele Kompendien. Und ich schrieb ein Schachprogramm zunächst in BASIC, als ich auf dem College war, auf einer Ohio Scientific Challenger 1P, die eine 6502-Maschine war, die ich mir leisten konnte - der Apple war zu teuer.

Seitdem kam ich immer und immer wieder darauf zurück. Eine andere Sache, an der ich arbeite, ist Zillions of Games, ein universelles Spielprogramm. Man kann damit eine Reihe von Regeln für die Bewegung der Steine und die Brett-Topologie erstellen und es entwickelt daraus eine Bewertungs- und Suchfunktion, und man kann sofort anfangen zu spielen. Sagen wir, du willst Schach spielen, aber du willst die Königin mattsetzen - nur ein paar Zeilen geändert und du bist fertig.

Nelson: Robert?

Robert: Nun, ich mag Schach, und ich mag es zu programmieren, und das mache ich seit meiner Jugend, da war ich 14 oder 15 Jahre alt, also in den 1980ern, also jetzt schon seit über dreißig Jahren. Es ist also ein logischer Schritt. Ich war schon immer an Schachprogrammen interessiert. Das erste Schachprogramm, das ich mir angeschaut habe, war 1984 oder 1985. Er hieß Psion Chess. Das war auf einem ZX81, einem kleinen Computer mit einem Kilobyte Speicher. Und da war schon ein ziemlich anständiges Schachprogramm drauf, und so habe ich es dekompiliert und mir angeschaut, weil zu der Zeit mit dem Computer arbeiten tatsächlich gleichbedeutend mit programmieren war. Es gab keine Programme, außer du hast sie selbst geschrieben. Und so habe ich mir das Programm angesehen, und das war der Anfang. Seitdem habe ich sowohl Schach gespielt als auch programmiert und Schachprogramme entwickelt. Es ist eine Art Virus, der auf dich trifft und dich nie wieder loslässt.

Nelson: Lass mich Euch etwas fragen, was ein Geschäftsgeheimnis darstellen könnte. Ich bin mir sicher, dass Ihr Euch gegenseitig in Aktion beobachtet und Dinge entdeckt, die Gelegenheitsbeobachter vielleicht nie bemerken oder erkennen. Welche Qualität Eures Programms ist Eurer Meinung nach Eurem Gegner im Superfinale überlegen?


Mark: Ich werde Larry das beantworten lassen.

Larry: Nun, okay. Grundsätzlich haben wir viel mehr Vergleiche mit Stockfisch, da Stockfisch Open Source ist, so dass wir unsere Ideen vergleichen und sehen können, was besser oder schlechter funktioniert. Ich kenne die inneren Abläufe von Roberts Programm nicht wirklich, aber was ich dir sagen kann ist, dass ich der Meinung bin, dass Komodo in den meisten Dingen besser ist als Stockfish. Aber etwas hält uns zurück, was mit der Suchtiefe zu tun hat. Wir haben jahrelang versucht, es herauszufinden, ich weiß nicht, was es ist, aber es gibt einen Grund, warum wir nicht in der Lage sind, die gleiche Suchtiefe wie Stockfisch zu erreichen, auch wenn wir alle seine Algorithmen kopieren wollten. Wir haben Experimente gemacht, bei denen wir versucht haben, Komodo wie Stockfisch zu machen, aber es funktioniert nicht, und ich weiß nicht warum, aber ich denke, wenn wir das jemals herausfinden, werden wir eindeutig die Nummer 1 sein. Aber fast jedes Mal, wenn wir eine Idee von Stockfish in Komodo ausprobierten, macht es neun von zehn Fällen Komodo schwächer. Ich denke, wir machen die meisten Dinge besser, aber offensichtlich nicht alles, sonst wären wir stärker. Ich kann nicht so viel über Houdini sagen, weil wir nicht so viel Zeit damit verbringen, Houdini zu vergleichen, da wir nicht wissen, was in Houdini abläuft.

Robert: Ähm ... lass mich nachdenken. Ich denke, die Eigenschaft, in der Houdini besser ist als Komodo und Stockfish, ist Mobilität. Es ist Figurenmobilität. Könnte überraschend sein, aber ich denke, dass die Figurenmobilität in Houdini anders ist als in anderen Programmen. Wir haben eine etwas spezielle Behandlung davon und es ergibt sich eigentlich ein etwas aggressiveres Schach, denn das sieht man, wenn man den Programmen beim Spielen zuschaut. Man sieht, dass Houdini ein bisschen aggressiver ist, zum Beispiel dazu neigt, die Damen auf dem Brett zu behalten, und ich habe dafür nichts Besonderes programmiert, sondern es ist nur das Ergebnis des restlichen Programms. Es kommt vor, dass wir aufgrund dieser besonderen Mobilität ein bisschen mehr Contempt erreichen, wenn ich dieses Wort wieder benutzen kann, ein contemptähnliches Verhalten, ohne wirklich Contempt zu haben. Ein Verhalten, das dazu neigt, die Damen auf dem Brett zu behalten, Figuren auf dem Brett zu belassen, und aggressives Spiel bevorzugt, das versucht, die Partie zu gewinnen. Das ist, denke ich, einer der größeren Unterschiede zwischen Houdini und den anderen Programmen.

Nelson: Die nächste Frage mag etwas weit hergeholt klingen, aber ich muss fragen. Ihr alle wisst, wie sich die Gesellschaft zu einer Art technokratischer Leistungsgesellschaft entwickelt. Das sieht man heutzutage zum Beispiel in Kalifornien. Es scheint mir, dass Leute wie Ihr, die wirklich Weltklasse-Produkte erschaffen, die kognitiven Rockstars unserer Zeit sind. Was ich frage ist, wie lange kann es noch dauern, bis Leute mit Euren seltenen Talenten auf dem Cover des Rolling Stones sind und Ihr einen Agenten, eine Entourage und Groupies habt?

[Larry grinst, Robert kichert, Mark macht lustige Gesichter]

Robert: Es ist wahr, dass Schach in gewisser Weise immer noch ziemlich prestigeträchtig ist. Jeder kennt Schach, auch Leute, die es nicht spielen, kennen Schach. Schachpartien werden sehr oft in Filmen verwendet, auch wenn die Partien, die sie auswählen, ziemlich bizarr sind.

Nelson: Ja, immer mit dem schwarzen Quadrat in der oberen linken Ecke oder dem König und der Dame auf den falschen Plätzen.

Robert: Das mutigste Schachmatt, das ein Supergenie nicht sieht ... aber ansonsten denke ich nicht wirklich, dass wir, die Schachentwickler, jemals auf dem Rolling Stone Cover erscheinen werden. Ich bezweifle das wirklich. Ich meine es ernst.

Nelson: Lassen Sie uns für einen Augenblick zum menschlichen Schach wechseln. Habt Ihr das letzte Interview mit dem Schachweltmeister Magnus Carlsen in Deutschland gesehen, wo eines der führenden Diskussionsthemen das Computerschach war?

[Robert nickt, Larry und Mark haben es nicht gesehen]

Für den Fall, dass die Zuschauer es nicht gesehen haben: Magnus sagte, dass Schachprogramme stärker sind als Menschen wegen ihrer offensichtlich überlegenen Rechenfähigkeiten, aber oft machen Programme Züge, die beweisen, dass sie keine Ahnung haben, weil ihre Algorithmen, die für das menschliche Urteilsvermögen stehen, mangelhaft sind. Ich denke, keiner von uns würde dem widersprechen. Habe ich recht?

Robert: Äh-huh. Nun, immer weniger, um ehrlich zu sein. Vor zehn Jahren war das, was Carlsen gesagt hat, offensichtlich richtig, aber heute wird es immer weniger klar, ob das immer noch so ist.

Nelson: Okay. Dann fuhr Magnus fort, etwas Interessantes zu sagen, das uns alle in TCEC zum Lächeln brachte. Er wurde gefragt, ob er Partien zwischen Schachprogrammen studiert habe. Er sagte nein. Er sagte, Spiele, die zwischen Schachprogrammen gespielt würden, seien Unsinn und das Finden nützlicher Ideen in ihnen sei wie das Finden einer Nadel im Heuhaufen. Keiner von Euch kommt an sein Niveau heran, aber ihr alle seid relativ gute Schachspieler. Was denkt Ihr? Sind Partien zwischen Schachprogrammen Quatsch?

Larry: Ich denke, was er damit meint, ist, dass sie nicht besonders nützlich sind, um Ideen zu entwickeln, die ein Mensch gegen einen anderen Menschen verwenden könnte. Das bedeutet nicht, dass die Partien nicht unglaublich hochwertig sind. Sie sind zu subtil, denke ich, das ist der Punkt. Der Grund für die Züge ist normalerweise nichts, was direkt von einem menschlichen Spieler benutzt werden kann.

Nelson: Robert?

Robert: Ja. Ich denke, das ist die richtige Interpretation. Aber das erste, was ich sagen kann ist: Magnus mag keine Schachprogramme. [kichert] Er ist kein großer Fan von Schachprogrammen.

Nelson: Ja, das habe ich verstanden. Er schien sich in diesem Interview wirklich unwohl zu fühlen.

Robert: Ja ... und so ist es klar, dass er aus seiner Sicht nicht viel gewinnen kann, wenn er Partien von Schach-Engines studiert, weil sie eigentlich auf einem zu hohen Level sind. Ich denke, sie sind in Bezug auf die Präzision der Züge wahrscheinlich um die 300 oder 400 Elo über ihm und so ist es sehr schwierig für ihn, etwas zu gewinnen.

[Die Internet-Übertragung verstümmelt den Rest seiner Antwort, und für den Rest der Übertragung hat der Ton ein ausgeprägtes Echo]

Nelson: Robert, deine Antwort hat sich für einige Sekunden aufgelöst. Könntest Du die letzten 15 Sekunden deiner Antwort wiederholen?

Robert: Das ist in Ordnung. Ich denke, dass es für Carlsen wichtiger ist, sich auf seine eigenen Methoden zu konzentrieren, um neue Ideen zu finden, anstatt sich auf Schachprogramme zu verlassen, die ihm helfen, gegen menschliche Gegner erfolgreich zu sein.

Nelson: Ich weiß, dass ich nicht das Thema dieses Interviews bin, aber ich denke, ich sollte mich selbst auf diese Frage konzentrieren. Wie du sagst, denke ich, dass er aus der Perspektive eines menschlichen Spielers Recht hat. Aber ich denke, wenn man eine Schachspartie als nichts anderes betrachtet als eine Abfolge von Stellungen, die Datenpunkte enthalten, und man sammelt viele dieser Datenpunkte, könnte ein Mensch eine statistische Basis haben, um neue Ideen auszuloten.


Ich habe eine letzte Frage, für die Ihr alle einzigartig qualifiziert seid. Welche Veränderungen seht Ihr in den nächsten fünf Jahren in Bezug auf Computerschach und welche Auswirkungen haben sie? Mark, du zuerst.

Mark: Ich denke, es gibt noch viel zu tun, was Data Mining angeht. Eine Partie hernehmen und versuchen, Informationen daraus zu gewinnen, die sich in neue Bewertungsfunktionen, Pruning-Ideen oder Programmerweiterungen umsetzen lassen, lauter solche Dinge. Damit hat man schon angefangen.

Wir sind auch sehr an Monte Carlo (c) interessiert. Ich meine, was machst du, wenn du jetzt einen 44-Core-Server hast? Was wird nächstes Jahr sein? Irgendwann helfen zusätzliche Kerne nicht mehr viel. Es gibt eine Website von Andreas Strangmüller, der viele Experimente gemacht hat. Wir sind von ein gegen zwei, von zwei gegen vier und auf bis zu 32 Prozessoren gegangen. Stockfish und Komodo könnten bei einem Sprung von 16 auf 32 Prozessoren vielleicht 15 bis 20 Elo gewinnen, Stockfisch sogar weniger. Was macht man mit all dieser Hardware, um sie effektiver zu nutzen? In Monte Carlo [verstümmelt] Statistiken, die Deine Gewinnchancen erhöhen könnten. Ich denke, das sind Dinge, an denen man arbeiten könnte.

Robert: Nun, ich denke, wir warten alle darauf, dass künstliche Intelligenz im Schach auftaucht, nachdem wir den Erfolg des Ansatzes der künstlichen Intelligenz von Google für das Go-Spiel gesehen haben. Und im Grunde würde ich, wenn einige dieser riesigen Konzerne daran interessiert wären, erwarten, dass Schach in den nächsten fünf Jahren auch diese Art von Entwicklung sehen könnte. Zum Beispiel könnte die künstliche Intelligenz für die Bewertung einer Stellung einige sehr überraschende Ergebnisse im Schach erbringen. Und so warten wir wahrscheinlich darauf, und dann können wir unsere alten Programme einpacken. Schau dir die AlphaChess-Engine an, die 4000 Elo stark sein wird. [kichert]

Nelson: Ja, an diesem Punkt können wir alle in die Geschichte zurückkehren. Larry, irgendetwas hinzuzufügen?

Larry: Nun, ich habe auch die AlphaGo-Situation genau verfolgt. Der Kopf, der bei Google Mind das Sagen hat, ist selbst ein Schachmeister, Demis Hassabis. Obwohl Go ein viel härteres Spiel als Schach ist, um die besten Menschen zu schlagen, und sie haben sicherlich bewiesen, dass sie das können, ist es bisher noch nicht bewiesen, dass ein Lernprogramm wie das neueste von DeepMind [das im Schach wiederholen kann]. Ihr neuestes Lernprogramm hat alle anderen vorherigen Go-Programme übertroffen. Aber das gilt nicht für Schach. Niemand hat ein selbstlernendes Schachprogramm, das mit Houdini oder Komodo kämpfen kann. Das ist eine Phantasie. Vielleicht ist das die Herausforderung, Google dazu zu bringen, den Beweis anzutreten, dass es auch für Schach gilt. Aber wer weiß?

Nelson: Gut, meine Herren, ich danke Euch allen, dass Ihr am allerersten TCEC-Gipfel für Programmierer teilgenommen habt. Wir haben hier Geschichte geschrieben. Möge das beste Programm das Superfinale gewinnen und die Remisquote unter 90% liegen.


Quellen und Anmerkungen:


(a) http://www.chessdom.com/interview-with-robert-houdart-mark-lefler-and-gm-larry-kaufman/

(b) Contempt bezeichnet eine Einstellung, die ein Schachprogramm dazu veranlasst, innerhalb vorher definierter Grenzen trotz schlechterer Stellung ein Remis zu vermeiden. Dies ist im allgemeinen nützlich gegen schwächere Gegner, kann aber im Spiel mit gleichstarken oder stärkeren Gegnern zu unnötigen Niederlagen führen.

(c) Monte Carlo bezeichnet einen heuristischen Suchalgorhitmus, der sich bei Go-Programmen gut bewährt hat, während bei Schachprogrammen bisher vorwiegend die sogenennte "Alpha-Beta-Suche" Anwendung findet. Man vgl. hierzu https://en.wikipedia.org/wiki/Monte_Carlo_tree_search und https://de.wikipedia.org/wiki/Alpha-Beta-Suche.

 

 



Stephan Oliver Platz (Jahrgang 1963) ist ein leidenschaftlicher Sammler von Schachbüchern und spielt seit Jahrzehnten erfolgreich in der mittelfränkischen Bezirksliga. Der ehemalige Musiker und Kabarettist arbeitet als freier Journalist und Autor in Hilpoltstein und Berlin.
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