Im Schach ist alles möglich

18.10.2012 – Bis zum Schluss war die Europameisterschaft, diesmal in Eilat am Roten Meer ausgetragen, spannend. St. Petersburg war die Mannschaft der ersten beiden Drittel. Doch dann beendete Socar Aserbaidschan die Siegesserie der Russen. Vor der Schlussrunde waren vier Mannschaften punktgleich und spielten den Sieger unter sich aus. Socar und St. Petersburg gewannen, aufgrund der etwas undurchsichtigen FIDE-Sonneborn-Berger-Zweitwertung hatte Socar die Nase vorn. Baden-Baden landete als Achter ungefähr dort, wo die Setzliste den deutschen Meister erwartet hatte. Im Frauenturnier war die Mannschaft aus Monte-Carlo nicht zu schlagen. Immer noch ungeklärt: Gibt es eine Frauenschachliga in Monaco?  Und: Wie oft wurde Socar Aserbaidschan schon aserischer Meister? Im Schach ist eben alles möglich. Vladimir Jagr hat seine Abschiedsfotos aus Israel geschickt.Turnierseite...Ergebnisse bei Chess-results...Ergebnisse Frauenturnier...Tabellen, alle Partien, Bilder, Analysen...

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Fotos: Vladmir Jagr ( http://nss.cz/index.php )

Nach fünf Siegen in Folge sah St. Petersburg eigentlich schon fast wie der kommende Sieger des Europapokals aus. Doch dann unterlagen die Russen in Runde sechs dem Team von Socar Aserbaidschan, einer Art erweiterten aserischen Nationalmannschaft mit Radjabov und Mamedyarov an den Spitzenbrettern, Topalov, Grischuk und Kamsky als weitere Supergroßmeister.


St. Petersburg gegen Socar


Radjabov will die 2800 knacken

Für Socar begann das Turnier eher nicht so gut. Gleich in der ersten Runde bekam man durch ein neues modifizertes Auslosungssystem das Spitzenteam von Ashdod mit Vassily Ivanchuk am Spitzenbrett zugelost - und unterlag, wenn auch knapp mit 2,5:3,5. Für Aufsehen sorgte die entscheidende Partie zwischen Andrei Volokitin und Shakhriyar Mamedyarov.


Volokitin

Die beiden jungen Großmeister folgten zunächst einer Stammpartie zwischen Tukmakov und Polugajevsky aus dem Jahr 1973. Im späteren verlauf findet Volokitin einen pfiffigen Ablenkungszug, der ihm einen starken Angriff einbringt. Es sieht so aus, als ob Mamedyarov, der sich aufmerksam verteidigt, lange die Balance hält, aber wahrscheinlich wird die schwarze Stellung von den Engines überbewertet, da sie die passive Rolle eines eingesperrten schwarzen Turmes auf h8 unterschätzen.


Tukmakov schaut Mamedyarov über die Schulter

Tukmakov war übrigens lange Trainer der ukrainischen Nationalmannschaft, damit auch von Andrei Volokitin, und ist jetzt Trainer der aserischen Nationalmannschaft und auch von Socar Aserbaidschan und damit Trainer von Mamedyarov. Aber vielleicht ist das auch nur Zufall.


 

Volokitin-Mamedyarov



Socar holte St.Petersburg durch den Sieg im Direktvergleich ein und feierte auch in der letzten Runde gegen Spitzenteam Tomsk einen sogar hohen Sieg. Aufgrund der etwas undurchsichtigen verbesserten Sonneborn-Berger-Zweitwertung wurde Socar schließlich Pokalsieger.


Radjabov geht's gut

Der deutsche Meister Baden-Baden kam nie richtig in die Nähe der Medaillenränge. Nach einem Sieg in der ersten Runde gab es ein 3:3 gegen SHSM-64. Später folgten Niederlagen gegen Economist und Ugra. Mit fünf Minuspunkten landete die OSG am Ende auf Rang acht. Bester Spieler der Badener war Rustam Kasimdzanov.

Das tschechische Team Novy Bor wurde Zehnter. Vladimir Jagr lieferte regelmäßig tagesfrische Bilder für den Schachserver Novy Bor und ChessBase News.


Radoslaw Wojtaszek (Novy Bor)


David Navara, Brett zwei von Novy Bor, bei der Analyse


Novy Bor sagt Tschüss

Das Frauenturnier litt etwas unter der geringen Zahl der teilnehmenden Mannschaften. Dennoch waren eine Reihe von Stars des Frauenschachs am Start, nicht zuletzt Weltmeisterin Yifan Hou und Vize Humpy Koneru.

Zusammen mit Anna Muzychuk, Pia Cramling und Almira Skripchenko bildeten sie das unschlagbare Team von Cercle d'Echecs de Monte-Carlo. Schon eine Runde vor Schluss stand der Sieg der "Monegassen" fest.


 

Endstand:

 

Rk. SNo Team Games + = - TB1 TB2 TB3
1 1 SOCAR Azerbaijan 7 6 0 1 12 673.8 32.0
2 4 Saint-Petersburg Chess Federation 7 6 0 1 12 665.5 29.5
3 2 SHSM-64 7 5 1 1 11 590.5 28.0
4 3 Economist-SGSEU Saratov 7 5 0 2 10 653.0 26.5
5 5 Ugra 7 5 0 2 10 607.3 24.0
6 9 Ashdod 7 5 0 2 10 595.8 23.0
7 7 Tomsk-400 7 5 0 2 10 572.5 28.0
8 6 OSG Baden-Baden e.V. 7 4 1 2 9 571.3 28.0
9 14 Siroki Brijeg 7 4 1 2 9 478.3 25.5
10 8 G-Team Novy Bor 7 4 0 3 8 553.5 25.5
11 17 Vesnianka Gran 7 4 0 3 8 487.0 24.0
12 10 Beer Sheba 7 4 0 3 8 460.3 23.0
13 12 Gros Xake Taldea 7 4 0 3 8 449.0 20.0
14 13 Rishon Le-Zion 7 4 0 3 8 440.0 23.0
15 11 Obiettive Risarcimento 7 4 0 3 8 438.3 24.5
16 16 Eynatten 7 4 0 3 8 407.5 23.0

...

Partien:


 

 

 


Beginn der Siegerehrung


Vassily Ivanchuk hält eine Rede


Gelfand analysiert vor einer Zuschauertraube


Leko und Pelletier


Valentina Gunina hilft


Was nun, Laurent Fressinet?

Frauenturnier


Endstand:
 

Rk. Team 1 2 3 4 5 6 7 8 TB1 TB2 TB3
1 Cercle d'Echecs de Monte-Carlo * 3 4 4 14 261.0 22.0
2 Mika * 3 3 10 225.0 18.5
3 Ugra 1 * 1 2 9 184.3 15.0
4 SHSM-Nashe Nasledie 1 3 * 2 2 8 196.0 16.5
5 AVS 2 * 4 4 7 199.8 18.0
6 Ashdod 0 ½ 2 ½ ½ * 3 5 91.0 9.0
7 Chigorin Club ½ ½ 2 0 * 3 3 101.3 9.0
8 Rishon Le-Zion 0 1 ½ ½ 0 1 1 * 0 52.3 4.0


 

Partien:

 

 

Mannschaftsaufstellungen, Männer

Mannschaftsaufstellungen, Frauen

Austragungsort:


Isrotel Royal Beach

 


 

 

 


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