Interview mit Alexander Naumann

von André Schulz
16.09.2019 – Alexander Naumann ist der neue Trainer für die Frauen-Nationalmannschaft des Deutschen Schachbundes. Im Interview berichtet er von seinem Aufgabenfeld, dem Status Quo bei der Deutschen Frauennationalmannschaft und gibt einen Ausblick auf die nächsten Turniere.

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Interview mit Alexander Naumann, Trainer der Frauen-Nationalmannschaft

Als Hilfe für die großen internationalen Turniere beruft der Deutsche Schachbund zur Unterstützung des Bundestrainers Dorian Rogozenco regelmäßig einen Trainer für die Nationalmannschaft der Frauen. 

Bei der letzten Schacholympiade hat Jonathan Carlstedt diese Aufgabe wahrgenommen. Das deutsche Frauen-Team, Neunter der Setzliste, landete am Ende unter Wert auf Platz 28. Während des Turniers war es innerhalb des Teams als Folge von Aufstellungsfragen zu Unstimmigkeiten gekommen, was sich auf die Leistung und das Endergebnis niederschlug. Der Streit wurde nach dem Ende der Schacholympiade auch öffentlich ausgetragen.

Nach der Schacholympiade erklärte zudem Elisabeth Pähtz, langjährige Nummer eins im deutschen Frauenschach und mit Abstand beste Spielerin, erst intern und später auch öffentlich ihren (vorläufigen?) Rücktritt aus der Nationalmannschaft.

Ob der Rücktritt von Elisabeth Pähtz endgültig ist, wird sich noch zeigen. In jedem Fall deutete sich ein gewisser Umbruch in der deutschen Frauen-Nationalmannschaft an. Einige jüngere Spielerinnen drängen nun mit ihren Erfolgen in internationalen Jugendturnieren in das Team.

Für die neu zu formierende Frauen-Nationalmannschaft wurde auch ein neuer Trainer gesucht, was sich weniger leicht gestaltete als gedacht, da die Nationalspielerinnen ein Mitspracherecht einforderten. Mit Alexander Naumann wurde kürzlich aber ein spielstarker Großmeister und erfahrener Trainer gefunden.

Alexander Naumann, 1979 geboren, ist in Wolfen aufgewachsen und gehörte bereits als Jugendspieler zu den stärksten Spielern, erst in der DDR und dann im wiedervereinigten Deutschland. In den 1990er Jahren nahm er an mehreren Jugendweltmeisterschaften teil. Sein bestes Ergebnis war ein 4. Platz bei der U16-WM 1994 in Szeged. 1997 gewann Alexander Naumann die Deutsche U20-Meisterschaft. 2005 ernannte die FIDE ihn zum Großmeister. 

Seit 1999 spielt Alexander Naumann in der Bundesliga für die SG Solingen und hat nach dem Tod des langjährigen Mannschaftsführers Herbert Scheid auch die Aufgabe des Mannschaftsführers übernommen.

Alexander Naumann hat Pharmazie studiert und arbeitet hauptberuflich als Apotheker.

 

Die Fragen stellte André Schulz. Kamera und Schnitt: Pascal Simon

 




André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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SESSE-lfurzer SESSE-lfurzer 17.09.2019 04:17
Keine Beleidung aber die Fragen waren teilweise ... naja ...
RevTiberius RevTiberius 16.09.2019 11:57
Als Apotheker hat er dann ja Erfahrung damit, bittere Pillen zu verteilen. Ohne Enttaeuschungen wird es bei der Neuaufstellung der Nationalmannschaft der Frauen wohl nicht gehen. Es kann aber nur gut sein, die nachrueckende Jugend in die Mannschaft zu integrieren, selbst wenn sich das kurzfristig negative auf die Ergebniss auswirken sollte.
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