Interview mit Anna-Christina Kopinits

30.11.2012 – Heute Abend findet im Verlagshaus des Neuen Deutschland die 7. nd-Damenschachgala statt. Um den Sieg kämpfen Elisabeth Pähtz, Hanna Marie Klek, die dreifache Europameisterin Valentina Gunina und die österreichische Staatsmeisterin Anna-Christina Kopinits. Mit ihrem Sieg bei der Staatsmeisterschaft in Zwettl hat Anna-Christina Kopinits einen ordentlichen Coup gelandet, denn eigentlich war Eva Mosers die Top-Favoritin. Dr. Rene Gralla sprach mit der 27-Jährigen über ihren Erfolg, über ihre Chancen und über die Rolle des Schachs allgemein "Ich liebe den harten Wettkampf", verrät die Rätselfreundin. "Man kann nur gewinnen, wenn man über Stunden alles gibt und seine Grenzen überwindet. So gibt mir Schach auch Kraft und Selbstbewusstsein für den Alltag."Vorbericht... Zum Interview...

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Österreichs Staatsmeisterin Anna-Christina Kopinits aus Graz will die 7. Internationale nd-Damenschachgala in Berlin aufmischen:
"ICH HABE NOCH ZWEI WUNDER GUT"
Von Dr. René Gralla

Sie hat den Ruf als Favoritenkillerin, und den will sie am Freitag in Berlin erneut unter Beweis stellen. Österreichs Staatsmeisterin Anna-Christina Kopinits vertritt die Farben der Alpenrepublik am 30. November 2012 bei der 7. Internationalen Damenschachgala der Tageszeitung "neues deutschland". Die 27-jährige will dann insbesondere der Europameisterin und Blitzschach-Weltmeisterin Valentina Gunina, 23, aus Russland die Tour vermasseln. Schließlich zählt furchtloses Favoriten-Bashing zu den Lieblingsübungen der dunkelblonden Denksportlerin, die sich nach abgeschlossenem Studium der Internationalen Entwicklung beruflich für die Caritas im Bereich Integration engagiert. Weniger auf Ausgleich bedacht, sondern mehr auf Krawall gebürstet wird die Grazerin am Brett in der deutschen Hauptstadt sein: Auch ihre übrigen Gegnerinnen, Deutschlands Ranglistenerste und viermalige Schachgala-Gewinnerin Elisabeth Pähtz, 27, sowie deren Landsfrau, die ehemalige U16-Jugend-Vizeweltmeisterin Hanna Marie Klek, 17, aus Erlangen, sollten sich vorsichtshalber schon mal warm anziehen, wie der Hamburger Autor René Gralla im Interview für ChessBase erfährt.

Weitere Berichte zur nd-Damenschachgala

Vorbericht zur 7. Internationalen nd-Damenschachgala...

Elisabeth Pähtz zu ihrer Teilnahme an der 7. Internationalen nd-Damenschachgala...

Hanna Marie Klek, U16-Jugend-Vizeweltmeisterin 2011, zu ihrer Teilnahme an der 7. Internationalen nd-Damenschachgala...


RENÉ GRALLA: Bei der diesjährigen österreichischen Staatsmeisterschaft in Zwettl haben Sie eine Riesensensation geschafft: Sie haben Titelverteidigerin Eva Moser, aktuelles Elo-Rating 2471, auf den zweiten Rang verwiesen, und Sie sind selber die Nummer Eins geworden. Obwohl Sie der Papierform nach vorher als schwächer eingestuft worden waren, mit Ihrer deutlich niedrigeren Elo-Zahl 2247!

ANNA-CHRISTINA KOPINITS: Der Staatsmeistertitel 2012 in Zwettl war ein großer Erfolg für mich. Nach meiner Niederlage in der direkten Begegnung mit Eva Moser hatte ich nicht mehr an einen möglichen Sieg geglaubt und konnte die folgenden Partien locker und ohne großen Druck spielen. So holte ich volle Punkte gegen die anderen Mitstreiterinnen, während Eva Moser noch einige Fehler unterliefen. In diesem Turnier war ich einfach die souveränere Spielerin.

R.GRALLA: Wie schafft man es, sich gegen Konkurrenz mit deutlich höherem Rating durchzusetzen?

A.-C.KOPINITS: Das wichtigste Rezept ist Nervenstärke. Für einen Sieg gegen klar stärkere Gegner braucht es volle Konzentration und Durchhaltevermögen. In dieser einen Partie muss einfach alles passen. Man darf sich keinen Fehler erlauben und muss bis zuletzt achtsam spielen.

R.GRALLA: Wollen Sie das Wunder von Zwettl jetzt in Berlin bei der 7. Internationalen nd-Damenschachgala wiederholen? Immerhin liegen Ihre beiden Hauptkonkurrentinnen, die viermalige Galagewinnerin Elisabeth Pähtz und die Russin Valentina Gunina, die mit Europameisterschaft und Blitzschach-WM-Titel in diesem Jahr schon kräftig abgeräumt hat, um Respekt einflößende 235 beziehungsweise 267 Elo-Ratingpunkte vor Ihnen.

A.-C.KOPINITS: Aller guten Dinge sind drei, also habe ich noch zwei Wunder gut. Ich denke, dass es im Schach immer Chancen auf einen Außenseitersieg gibt.

R.GRALLA: Ihr Plan gegen Elisabeth Pähtz und Valentina Gunina?

A.-C.KOPINITS: Mein Plan für Berlin ist es, gutes Schach zu spielen. Ich hoffe auf spannende Kampfpartien, in denen ich meine Gegnerinnen vor Probleme stellen kann.

R.GRALLA: Wie sieht Ihr Mindestziel für die 7. Internationale nd-Damenschachgala aus?

A.-C.KOPINITS: Die Top Drei sind mein Ziel, das heißt, die Medaillenränge.

R.GRALLA: Wie lange beschäftigen Sie sich eigentlich schon mit dem klassischen Denksport auf 64 Feldern?

A.-C.KOPINITS: Mit fünf Jahren habe ich begonnen, in der Familie Schach zu spielen. Als ich sieben war, hat mich meine Mutter das erste Mal in einen Verein mitgenommen. Seitdem hat mich das Schachfieber gepackt.

R.GRALLA: Was ist so spannend an diesem Spiel, das als äußerst komplex gilt, so dass sich viele Menschen da gar nicht recht rantrauen?

A.-C.KOPINITS: Ich spiele gern, ich rätsle gern, ich gewinne gern. Und ich liebe am Schach den harten Wettkampf: Man kann nur dann gewinnen, wenn man über viele Stunden hinweg alles gibt. In Wettkämpfen sehe ich mich immer wieder mit meinen eigenen Grenzen konfrontiert und habe um so größeren Ehrgeiz, diese zu durchbrechen und besser zu werden. So gibt mir Schach auch Kraft und Selbstbewusstsein für den Alltag.

R.GRALLA: Das Schnellturnier Internationale nd-Damenschachgala ist ein relativ junges Format, nach der Premiere 2006 wird es in diesem Jahr von der Tageszeitung "neues deutschland" aber immerhin bereits zum siebten Mal ausgetragen. Wie bewerten Sie das?

A.-C.KOPINITS: Ich finde es toll, dass es so ein großes jährlich stattfindendes Event gibt, das junge weibliche Schachtalente ins Rampenlicht rückt, da das Frauenschach gegenüber dem männlichen Schachsport noch einiges an Raum gutmachen sollte. Schachinteressierte Mädchen brauchen weibliche Vorbilder, diese benötigen wiederum Turniere und Events, auf denen sie sich präsentieren können. Übrigens war ich beim Berliner Turnier schon in den letzten Jahren immer als Zuschauerin dabei - nämlich online, weil ich die Partien im Internet live verfolgt habe. Der Turniermodus und die kurzen Bedenkzeiten sind für das Publikum sehr attraktiv.
 

 

 


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