Am Wochenende beginnt Auf Zypern das Kandidatenturnier 2026. Acht Spieler kämpfen um das Recht, den Weltmeister in einem Wettkampf um den Titel herausfordern zu dürfen. Mit Matthias Blübaum spielt zum ersten Mal seit 1991 auch wieder ein deutscher Spieler um den Weltmeistertitel im klassischen Schach mit, der erste seit Robert Hübner. Natürlich fiebern alle deutschen Schachfreund mit und auch die Medien richten ihre Aufmerksamkeit auf den Großmeister.

Peter Kümmerl und Ulrich Stock haben vor Beginn des Turniers für die Hamburger Wochenzeitschrift "DIE ZEIT" noch ein Interview mit dem deutschen Großmeister geführt, das in der aktuellen Printausgabe veröffentlich wurde. Tatsächlich hat Matthias Blübaum als einziger Spieler bisher zweimal den Titel eines Europameisters gewonnen, aber das bleib zumindest von der Nicht-Fachpresse bisher weitgehend unbemerkt. Darauf angesprochen weist Matthias Bliübaum aber daraufhin, dass der Europameistertitel aufgrund des Formats einen viel geringeren Stellenwert hat, als der Kampf um den Weltmeistertitel.
Matthias Blübaum, der neben dem Schach noch ein Mathematistudium abschloss ist keiner, der die Aufmerksamkeit sucht, muss jetzt aber das mediale Interesse "erdulden", stellt sich aber geduldig auch dieser Aufgabe.
Ulrich Stock wollte wissen, wie der gebürtige Lemgoer mit Niederlagen umgeht und erfährt, ebenso wie die Leser, dass Blübaum nach Fehler mit sich selber hadert. "Man kann im Schach niemandem anderen die Schuld geben," sagt Blübaum, und nach Fehlern ist er wütend auf sich selber und dass er "so ein Vollidiot" ist.
Gelernt hat Matthias Blübaum Schach mit sechs Jahren von seinem Vater, der ihn auf seinem Weg sehr unterstützt hat, ihn auf Turniere begleitete und Rückhalt nach Niederlagen bot. In der Schule wurde er mit seinen Erfolgen weder als Sonderling noch als Superstar betrachtet.
Mit der Qualifikation für das Kandidatenturnier hat Matthias Blübaum überhaupt nicht gerechnet, erzählt im Interview, wie er sich auf diese Aufgabe vorbereitet hat.
Schließlich verrät Matthias Blübaum auch, was ihm im Schach am meistern Spaß macht: "Am meisten Spaß macht Schach, wenn man gewinnt."