Isle of Man Masters hat begonnen

von Klaus Besenthal
20.10.2018 – Auf der Isle of Man wurde heute eines der stärksten und bestdotierten offenen Turniere überhaupt mit der 1. Runde gestartet. Gespielt wird an neun aufeinander folgenden Tagen in der "Villa Marina" in der Inselhauptstadt Douglas. Von den insgesamt 20 Teilnehmern mit einer Elozahl oberhalb von 2700 Punkten büßten bereits neun jeweils einen halben Punkt ein - darunter waren auch Anish Giri, Wesley So und Vladimir Kramnik. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova (Turnierseite)

ChessBase 15 - Megapaket ChessBase 15 - Megapaket

Kombinieren Sie richtig! ChessBase 15 Programm + neue Mega Database 2019 mit 7,4 Mio. Partien und über 70.000 Meisteranalysen. Dazu ChessBase Magazin (DVD + Heft) und CB Premium Mitgliedschaft für ein Jahr!

Mehr...

Die Isle of Man ist eine Insel in der Irischen See, dem Stück Meer zwischen Schottland, England, Wales, Nordirland und der Republik Irland. Die Entfernung zu den vier Landesteilen Großbritanniens bzw. nach Irland beträgt jeweils keine hundert Kilometer Luftlinie. Geografisch betrachtet ist die Isle of Man eine der "Britischen Inseln"; politisch gesehen gehört das Eiland zwar der britischen Krone, ist aber kein Teil des Vereinigten Königreichs - und schon gar nicht ein Teil der Europäischen Union. Aufgrund ihres Sonderstatus hat die Insel also mit dem zurzeit in den Medien omnipräsenten Thema "Brexit" nichts zu tun. Die Spezialität dort sind wohl eher günstige Steuertarife, Motorradrennen ("Isle of Man Tourist Trophy") - und eben das Schach-Open, zu dem jedes Jahr im Herbst eine große Zahl von Topspielern aus aller Welt anreisen. Die Flugzeit von der Weltstadt London aus beträgt nur ca. eine Stunde. 

Die Nr. 1 der Setzliste, der armenische Großmeister Levon Aronian, startete mit einem Sieg ins Turnier. | Foto: Chess.com/Maria Emelianova (Turnierseite)

Am Isle of Man Masters (es gibt auch noch ein "Major" und ein "Minor") nehmen 165 Spieler teil - fast ausnahmslos Titelträger. Alleine 20 Großmeister verfügen über eine Elozahl oberhalb von 2700 Punkten; ganz oben in der Liste stehen Levon Aronian, Anish Giri und Maxime Vachier-Lagrave mit jeweils 2780 Elopunkten. Mit von der Partie sind auch die Exweltmeister Kramnik und Anand sowie Pavel Eljanov, der das Turnier 2016 gewinnen konnte.  

Viswanathan Anand: Exweltmeister beim Isle of Man Open | Foto: Chess.com/Maria Emelianova (Turnierseite)

Lokalmatador: Michael Adams | Foto: Chess.com/Maria Emelianova (Turnierseite)

Sieger 2016: Pavel Eljanov - der Sieger 2017 war Weltmeister Magnus Carlsen | Foto: Chess.com/Maria Emelianova (Turnierseite)

Wer regelmäßig selber an offenen Turnieren teilnimmt, der weiß, dass in der ersten Runde die obere Hälfte der Setzliste gegen die untere gepaart wird. Auf der Isle of Man hieß dies heute konkret, dass zwanzig 2700er Großmeister gegen Spieler aus dem 2400er Elobereich antreten mussten. Als stärkerer Spieler in der ersten Runde nicht zu gewinnen hat gewisse Konsequenzen: Es ist nicht nur ein halber Punkt weg, sondern man ist auch in Sachen Zweitwertung von Anfang an gehandicapt. Man muss, während man den kleinen Rückstand aufzuholen versucht, gegen tendenziell schwächere Gegner antreten als die Konkurrenten, die mit einem Sieg ins Turnier gestartet sind. Das kann für die Endabrechnung, wo es um winzige Unterschiede in der Zweitwertung gehen kann, schmerzhafte Konsequenzen haben. Andererseits kann die Paarung gegen etwas schwächere Gegner es natürlich auch erleichtern, in weiteren Runden volle Punkte zu holen. 

Es spricht für die hohe Professionalität der im Turnier vertretenen "2700er", dass keiner von ihnen seine Erstrundenpartie verlor. Dennoch ist die Zahl von neun Remisen in diesem Bereich bemerkenswert - eine Differenz von 300 Elopunkten ist offenbar keine Sieggarantie.

Ergebnisse der 1. Runde 

Name Pkt. Ergebnis Pkt. Name
Aronian Levon 0 1 - 0 0 Kolosowski Mateusz
Kashlinskaya Alina 0 ½ - ½ 0 Giri Anish
Vachier-Lagrave Maxime 0 1 - 0 0 Lubbe Nikolas
Sundararajan Kidambi 0 ½ - ½ 0 Kramnik Vladimir
So Wesley 0 ½ - ½ 0 Krishna C R G
Sadhwani Raunak 0 0 - 1 0 Anand Viswanathan
Grischuk Alexander 0 1 - 0 0 Merry Alan B
Ladron De Guevara Pinto Paolo 0 ½ - ½ 0 Nakamura Hikaru
Karjakin Sergey 0 1 - 0 0 Soumya Swaminathan
Munguntuul Batkhuyag 0 ½ - ½ 0 Wojtaszek Radoslaw
Rapport Richard 0 ½ - ½ 0 Raja Harshit
Fenil Shah 0 0 - 1 0 Wang Hao
Naiditsch Arkadij 0 1 - 0 0 Gaponenko Inna
Arjun Kalyan 0 ½ - ½ 0 Le Quang Liem
Adams Michael 0 ½ - ½ 0 Erenberg Ariel
Eggleston David J 0 0 - 1 0 Vidit Santosh Gujrathi
Artemiev Vladislav 0 1 - 0 0 Tarjan James
Zhukova Natalia 0 0 - 1 0 Eljanov Pavel
Almasi Zoltan 0 ½ - ½ 0 Bulmaga Irina
Houska Jovanka 0 0 - 1 0 Gelfand Boris

... gespielt wurde an 82 Tischen - die Deutschen Spitzenspieler Georg Meier, Alexander Donchenko, Rasmus Svane, Daniel Fridman, Niclas Huschenbeth, Dennis Wagner, Elisabeth Pähtz und Vincent Keymer gewannen allesamt ihre Spiele.

Partien

 

Turnierseite

Ergebnisse bei chess-results.com

 




Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren

Bigallow Bigallow 21.10.2018 09:18
In der Partie Sundararajan,Kidambi-Kramnik,Vladimir wird im 67. Zug angegeben, dass Lxf2 gewinnt. Dies ist falsch. Die Lomonosov 7-Steiner geben klares Remis an in dieser Stellung.
1