Jagd auf den Tiger

von ChessBase
06.11.2022 – ChessBase Magazin #210 deckt mit 10 Eröffnungsartikeln ein gewohnt breites Spektrum ab: Von der Englischen Eröffnung á la Caruana (1.c4 e5 2.g3 f5 3.Lg2 Le7) über die Sizilianische O’Kelly-Variante (1.e4 c5 2.Sc3 a6 Teil I: 3.d4/3.c3) bis zu Katalanisch (mit dem unkonventionellen Zug 7.Dd2). Patrick Zelbel liefert in seinem Beitrag ein Konzept gegen die auf Vereinsebene beliebte Moderne Verteidigung (1.e4 g6 2.d4 Lg7 3.Sc3 d6), in der sich nach 4.Le3 der Zug 4...a6 dank des schwedischen GMs Tiger Hillarp Persson fest etabliert hat. Die Jagd auf den Tiger beginnt unser Autor mit 5.g4!? und macht damit direkt klar, wohin die Reise geht. „Wenn Schwarz die natürlichsten Züge spielt, gerät er leicht in Schwierigkeiten,“ schreibt Zelbel in seinem Fazit. Das sollte man also auf jeden Fall einmal ausprobierren. Schauen Sie rein!

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Weltklassespieler erklären die Ideen hinter ihren Zügen. Eröffnungsspezialisten präsentieren aktuelle Trends und spannende Ideen für Ihr Repertoire. Meistertrainer in Sachen Taktik, Strategie und Endspiel zeigen Ihnen genau die Tricks und Techniken, die man als erfolgreicher Turnierspieler braucht!

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Tiger's Modern 4...a6

Patrick Zelbel jagt Schwarz mit 5.g4!? 

"Tiger's Modern'" ist eine der beliebtesten Eröffnungen unter Vereinsspielern, um mit Schwarz von Beginn der Partie an zweischneidige Stellungen zu erreichen. Schwarz verfügt über eine Reihe von Standardplänen, die, wenn Weiß keinen Eröffnungsvorteil erlangt, oft im Mittelspiel verwirklicht werden können. Mit Hilfe moderner Engines gibt es sicherlich Wege, wie Weiß gegen den schwarzen Aufbau mit 4...a6 eine objektiv bessere Stellung erreichen kann. Mein Ziel ist es jedoch, eine Variante vorzuschlagen, die vor allem praktisch und leicht zu erlernen ist - 5.g4!?, was Schwarz von Anfang an unter Druck setzt.

Die Idee

Die Idee meiner Empfehlung ist sehr klar: Platz am Königsflügel nehmen, mit h2-h4-h5 nachziehen und den Läufer auf g2 platzieren. Damit widersetzt sich Weiß dem zukünftigen Läufer auf b7 (denn Schwarz lässt nach seinem 4...a6 im Grunde gegen alles, was Weiß tut, 5...b5 und 6...Lb7 folgen). Die Frage ist, wie Schwarz auf den weißen h-Bauernvorstoß reagiert. Wir werden sehen, dass Weiß gegen ...h5 oder ...h6 schöne Möglichkeiten hat, den Königsflügel zu öffnen und von der langsamen schwarzen Entwicklung am Damenflügel zu profitieren.

Theorie

A) In der ersten Partie werden wir sehen, wie Weiß die Stellung nach 5...b5 6.Lg2 Lb7 7.h4 h5 öffnet.

Dies ist eine sehr natürliche Wahl für Schwarz, da er dem h-Bauern nicht erlauben will, nach h5 und h6 vorzustoßen. Die Idee von Weiß ist es, nicht mit 8.g5 dichtzumachen, sondern den Königsflügel zu öffnen: 8.gxh5! Txh5 9.Lf3! Th8 10.h5, wonach eine schöne Pointe 10...gxh5 11.e5! ist,

um die weißfeldrigen Läufer zu tauschen und die Dame ins Spiel zu bringen. Weiß hat einen massiven Angriff, und die Variante scheint einfach sehr gut für ihn zu sein. Eine typische Partie war mein Sieg bei der deutschen Blitzmeisterschaft in Zelbel,P - Schulz,K 1-0.

B) Die zweite natürliche Option für Schwarz ist, mit 7...h6 zu antworten. Ich empfehle 8.g5 hxg5 9.h5!, was wiederum den Königsflügel öffnet:

Das Bauernopfer ist nur vorübergehend, da Weiß den g5-Bauern zurückerhalten wird. Aber das Wichtigste ist, die Türme auf der h-Linie zu tauschen und die Dame zu aktivieren. Dann hat Weiß das Zentrum und kann lang rochieren, während Schwarz noch einige Züge machen muss, bevor sein König an einen sicheren Ort gelangt. 9...gxh5 10.Txh5 wird in Ivic,V - Ristic,N 1-0 behandelt, ebenso wie die interessante Alternative für Schwarz, 9...b4.

C) Alternativen zu 7...h5 und 7...h6

Wenn Schwarz mit den Varianten A) und B) nicht zufrieden ist, muss er Weiß das Vorstoßen des h-Bauern erlauben und sich selbst entwickeln. 7...Sd7 (und Alternativen) 8.h5 wird behandelt in Caruana,F - Sevian,S 1-0. Der meistgespielte Zug ist jetzt 8...c5, aber dann drückt Weiß 9.h6 durch.

Weiß hat einen offensichtlichen Vorteil, viel mehr Raum und eine bessere Entwicklung, und erzielt daher aus dieser Stellung eine große Punktausbeute.

D) Alternativen zu 5...b5

In Anbetracht der Probleme, die Schwarz nach 5.g4!? hat, versucht er bereits einige andere Pläne gegen unseren aggressiven Ansatz. 5...Sc6 ist etwas ganz anderes als die Standard-Tiger-Ideen, aber in Solomon,K - Rombaldoni,D 0-1 gebe ich Ihnen eine Möglichkeit, wie Weiß dagegen agieren kann. Natürlicher sieht 5...Sf6 aus, was den g4-Bauern angreift, worauf ich 6.h3 erwiderte:

Im Falle von 6...0-0 7.Lg2 haben wir eine Pirc-Stellung, in der Weiß ein schönes Mittelspiel haben sollte und Schwarz seinen ...b7-b5-Vorstoß nicht erreicht hat. Daher ist 6...h5 der direkteste Zug, wonach ich in Zelbel,P - Meng,R 1-0 einen schönen Sieg erzielte, und zwar mit 7.e5!? .

Allerdings sieht auch 7.g5 Sfd7 8.f4 beeindruckend aus, mit voller zentraler Kontrolle.

Schlussfolgerung: Wenn Sie keine Lösung gegen Tiger's Modern gefunden haben, probieren Sie's einfach mal mit 5.g4!? Wenn Schwarz die natürlichsten Züge spielt, gerät er leicht in Schwierigkeiten. Schwarz sollte also die offenen Stellungen vermeiden und nach einem neuen Weg gegen 5.g4!? suchen, aber mit Weiß werden Sie Ihren Gegner früh aus seiner Komfortzone herausholen und außerdem die Botschaft senden, dass Sie bereits im fünften Zug ein aggressives Spiel anstreben!

Den kompletten Artikel mit allen Partien und Analysen von Patrick Zelbel finden Sie im aktuellen ChessBase Magazin #210!

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Highlights von ChessBase Magazin #210

Ein buntes Trainingsprogramm erwartet Sie im ChessBase Magazin #210! Eine Auswahl daraus hat die Redaktion als besondere Empfehlung auf der Startseite für Sie zusammengestellt:

Schacholympiade 2022: Rückblick mit Analysen von über 20 Teilnehmern und Teilnehmerinnen sowie Ivan Sokolovs Beitrag „Schritte zum Gold“ – „Special“ zum neuen WM-Kandidaten Ding Liren: exklusive Sammlung von 18 kommentierten Partien + Beiträge zu Strategie und Endspiel – „The Indian Gambit“: Daniel King präsentiert eine frische und spannende Idee in der Englischen Eröffnung: 1.c4 e5 2.Sc3 Sf6 3.Sf3 e4 4.Sg5 c6!? (Video) – „Praxistipps für den Turnierspieler“ Folge 3: Wie man gegen einen stärkeren Gegner spielen sollte (Video von Jan Markos + kleiner Aufgabensammlung) – „Vollgas im Offenen Spanier“: Robert Ris untersucht die hochaktuelle Dilworth-Variante u.v.m.

Special: Ding Liren

CBM Autoren analysieren ihre Lieblingspartie des Spitzenspielers aus China. Freuen Sie sich auf eine exklusive Sammlung von 18 kommentierten Partien!

Spitzenschach und Meisteranalysen

Schacholympiade 2022: Die Großveranstaltung des Jahres ist der Schwerpunkt dieser Ausgabe. Über 20 Teilnehmer und Teilnehmerinnen kommentieren in dieser Ausgabe ihre besten Partien aus Chennai, darunter Praggnanandhaa, Anish Giri, Wesley So, Arjun Erigaisi, Jules Moussard, Luke McShane, Pentala Harikrishna, Matthias Blübaum, Rasmus Svane, das Silbermedaillen-Team aus Armenien sowie die Goldmedaillengewinnerinnen Anna und Mariya Muzychuk. Dazu stellt der Coach des usbekischen Siegerteams, Ivan Sokolov, in seinem Beitrag „Schritte zum Gold“ Highlights seines jungen Teams vor.

Praxistipps für Turnierspieler

Wie würden Sie sich verhalten, wenn Sie im Wald einem Bären begegnen? Richtig: Sie geraten nicht in Panik, sondern Sie brauchen einen Plan. Und genauso ist es auch im Schach, wenn Sie gegen einem deutlich stärkeren Gegner antreten müssen! Im dritten Teil seiner Reihe stellt Ihnen GM Jan Markos im Video gleich drei Strategien für diese Situation vor und rundet seinen Beitrag mit einer kleinen Aufgabensammlung ab.

Move by Move

Die wechselvolle Partie Gukesh-Abdusattorov spielte eine Schlüsselrolle bei der Vergabe der Medaillen in Chennai. Spielen Sie sie im interaktiven Trainingsformat mit Robert Ris nach!

All in one

Neue Eröffnungsideen erklärt anhand einer ausführlich kommentierten Partie. Diesmal auf dem Programm: Königsindisch (Imre Hera) und Englisch (Tanmay Srinath).

Eröffnungsvideos

Daniel King präsentiert ein spannendes neues Gambit in der Englischen Eröffnung. Jan Werle erläutert positionelle Ideen in der Rubinstein-Variante des Nimzo-Inders. Und Mihail Marin ist in einer Partie des Benoni-Experten Aleksandar Indjic bei der Olympiade auf die Neuerung 14...a5! gestoßen.

Daniel King: Englisch – „The Indian Gambit“
1.c4 e5 2.Sc3 Sf6 3.Sf3 e4 4.Sg5 c6!?
Jan Werle: Nimzo-Indisch
1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.Sf3 c5 5.e3 Sc6 6.Ld3 Lxc3+ 7.bxc3 d6 8.e4 e5 9.d5 Se7
Mihail Marin: Benoni
7.h3 Lg7 8.e4 0-0 9.Le3 Te8 10.Sd2 a6 11.a4 Sxe4 12.Scxe4 f5 13.Le2 fxe4 14.Sc4 a5!

Neue Ideen für Ihr Repertoire

ChessBase Magazin #210 deckt mit 10 Eröffnungsartikeln ein gewohnt breites Spektrum ab:

Roven Vogel: Englisch 1.c4 e5 2.g3 f5 3.Lg2 Le7
Martin Lorenzini: Skandinavisch 3...Da5 und 6.Se5 (II)
Patrick Zelbel: Moderne Verteidigung 4...a6 5.g4
Petra Papp: Grivas-Sizilianisch 4...Db6 5.Sb3 Sf6 6.Sc3
Krisztian Szabo: Sizilianisch O’Kelly-Variante (Teil I) 3.d4/3.c3
Sergey Grigoriants: Philidor-Verteidigung mit 6.Lf4
Robert Ris: Offenes Spanisch Dilworth-Variante
Evgeny Postny: Botwinnik-Variante 12.h4
Akexy Kuzmin: Nimzo-Indisch 4.e3 0–0 5.Ld3 d5 6.a3
Andrey Sumets: Katalanisch 5.Lg2 a6 6.0-0 Sc6 7.Dd2

Aktuelle Eröffnungsfallen

"Vom Londoner System bis Spanisch“ – Rainer Knaak nimmt acht Fallen aus der aktuellen Turnierpraxis unter die Lupe, drei davon stellt er zudem im Videoformat vor.

Zug für Zug

Arjun Erigaisi spielt „ziemlich cooles Schach“, findet Martin Breutigam. Überzeugen Sie sich selbst und spielen Sie die Partie Wang Hao-Erigaisi im interaktiven Videoformat mit ihm durch!

„Ding Lirens Positionsspiel“

Mihail Marin beleuchtet ausgewählte Aspekte von Ding Lirens Spiel – vor allem seine typischen Turmmanöver und auch sein Spiel mit den Bauern. Umfangreiche Trainingsdatenbank mit ausführlicher Videoeinleitung.

Neue Reihe: Moderne Klassiker

Dorian Rogozenco startet seine neue Reihe standesgemäß – Bobby Fischer bezeichnete die siebte Partie selbst als die beste des Kandidatenmatches gegen Petrosian im Jahr 1971. Lassen Sie sich von Rogozencos ausführlicher Videoanalyse fesseln!

Taktik: „ Angriffsspringer am Königsflügel “

Oliver Reehs Ausbeute von der Schacholympiade ist reichlich ausgefallen: 41 Partien, gespickt mit vielen Taktikaufgaben, erwarten Sie. Inkl. vier interaktive Trainingsvideos zu seinen Lieblingskombis aus Chennai!

Endspielfeinschliff – „Endspielhighlights von der Schacholympiade“ u.v.m.

Gleich vier Beiträge von Karsten Müller bietet diese Ausgabe. Neben einem Beitrag über Ding Liren präsentiert der Experte u. a. die schönsten Endspiele von der Schacholympiade 2022. Dazu liefert Müller eine Aufgabensammlung und geht wieder auf seine „Leserbriefe“ ein.

ChessBase Magazin #210

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