Jonas Lampert gewinnt Staufer-Open

von Frank Zeller
10.01.2018 – Der junge Hamburger Jonas Lampert Noch-IM gewann dank bester Zweitwertung das Staufer-Open und erzielte seine zweite GM-Norm. Das Turnier absolvierte er mit Unterstützung seiner Freundin Alina Zahn schon im Stile eines Großmeister. (Foto: Frank Zeller)

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30 Jahre Staufer Open mit Teilnehmerrekord

Das Staufer Open in Schwäbisch Gmünd feierte Jubiläum: zum bereits 30. Mal richtete die ansässige Schachgesellschaft unter Regie ihres 1. Vorsitzenden Wernfried Tannhäuser das bekannte Open in Baden-Württemberg aus. Immer zu Jahresbeginn, vom 2. Januar bis zum Dreikönigstag, werden 9 Runden im Schweizer System ausgetragen. In der Zeit der Open-Flut um die Jahreswende ist das Staufer Open meist das bestfrequentierte.

Der Austragungsort, das Congress-Zentrum im Stadtgarten von Schwäbisch Gmünd, ist bekannt für seine ausgezeichneten Spielbedingungen mit viel Platz für Jedermann sowie einer hohen, frischluftgarantierenden Raumhöhe.

Aushängeschild: der terrassenförmig angeordnete Turniersaal. Untern vorne die abgeschirmten Spitzenbretter (Foto: Frank Zeller)

Vor wenigen Jahren erst erfolge eine „Neustrukturierung“, seither wird das Open in A- und B-Gruppe geteilt. Der Erfolg schlug sich in zuletzt steigenden Teilnehmerzahlen nieder, und nun, passend zum runden Geburtstag, feierte das Open gar einen absoluten Teilnehmerrekord: 424 zusammen in A- und B- übertrafen den bisherigen Höchststand von 2006 (mit 407 Startern) merklich.

Die Spitzengruppe lag stets eng beisammen, es fehlten die ganz großen Stars. Etablierte Großmeister, die quasi jährlich in Gmünd teilnehmen (das Motto: „wo man Freunde trifft“ rührt daher, dass diejenigen, die einmal teilgenommen haben, gerne wiederkehren!) wetteiferten mit „jungen Wilden“ um die Siegespalme.

Jonas Lampert (l) sichert sich mit einem Schlussrundenremis seinen Platz an der Sonne (Foto: Frank Zeller)

Jonas Lampert mit Turniersieg und GM-Norm

Einer darunter war immer ganz vorne in der Spitzengruppe zu finden, führte häufiger die Tabelle an und sicherte sich mit abschließenden Kurzremisen seinen großen Erfolg: der Hamburger Jungstar Jonas Lampert! Zwar trafen letztlich ganze acht Spieler gleichauf mit 7 aus 9 im Ziel ein, doch Lampert hatte nicht von ungefähr und völlig zu Recht die beste Buchholzzahl. Und nicht nur das:
Mit einer Performance von 2633 erzielte er das beste Resultat aller Teilnehmer – und obendrein damit auch noch eine GM-Norm, seine zweite! Damit fehlt nur noch ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Titelgewinn für den 20-jährigen Studenten, der mit seiner Freundin, Schachspielerin Alina Zahn, zusammen in Hamburg wohnt.  

 

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Endstand A-Open

Nr. Teilnehmer ELO NWZ Punkte Buchh BuSumm
1. Lampert,Jonas 2518 2537 7.0 51.0 382.0
2. Kunin,Vitaly 2556 2504 7.0 51.0 373.0
3. Novikov,Stanislav 2540 2542 7.0 47.5 364.0
4. Vorobiov,Evgeny E 2547 2536 7.0 47.0 361.5
5. Burmakin,Vladimir 2526 2509 7.0 47.0 361.0
6. Krassowizkij,Jaro 2433 2423 7.0 46.5 364.5
7. Naumkin,Igor 2394 2394 7.0 45.0 365.5
8. Dgebuadze,Alexand 2521 2502 7.0 43.5 351.5
9. Miezis,Normunds 2434 2401 6.5 47.0 365.0
10. Kjartansson,Gudmu 2438 2438 6.5 46.5 361.5
11. Kantor,Gergely 2518 2518 6.5 46.5 356.0
12. Wenninger,Philipp 2349 2325 6.5 46.0 338.5
13. Velicka,Petr 2429 2403 6.5 46.0 335.5
14. Kraus,Tomas 2426 2426 6.5 44.0 334.0
15. Antal,Tibor Kende 2419 2419 6.5 43.0 343.0
16. Noe,Christopher 2474 2487 6.0 51.0 365.0
17. Plat,Vojtech 2569 2548 6.0 51.0 352.5
18. Stefansson,Vignir 2304 2304 6.0 48.5 355.0
19. Neukirchner,Pasca 2198 2140 6.0 48.5 349.0
20. Buckels,Valentin 2332 2316 6.0 47.0 350.5
21. Michalczak,Thomas 2208 2154 6.0 45.5 337.0
22. Skembris,Spyridon 2387 2342 6.0 44.5 349.5
23. Gheng,Josef 2334 2314 6.0 44.5 348.5
24. Zeller,Frank 2379 2342 6.0 44.0 359.0
25. Schitco,Ivan 2334 2334 6.0 42.5 330.0
26. Sinz,Bernhard 2400 2364 6.0 41.0 326.0
27. Hahn,Markus 2282 2240 6.0 40.5 327.0
28. Wichmann,Cliff 2314 2300 6.0 40.0 338.5
29. Golovkina,Anastas 2019 2019 6.0 40.0 333.5
30. Kostic,Vladimir 2326 2355 6.0 39.5 339.5
31. Weiß,Oliver 2280 2236 6.0 39.5 330.0
32. Metz,Hartmut 2281 2281 6.0 39.5 329.0
33. Jurek,Josef 2260 2264 6.0 39.0 327.0
34. Kersten,Uwe 2247 2206 5.5 46.0 342.5

220 Spieler

Partien

 

 
Ihm hart auf den Fersen waren Vitali Kunin, der ebenfalls schon mal das Staufer Open gewonnen hat, sowie die 14-jährige isländische Nachwuchshoffnung Vignir Vatnar Stefansson. Der Junge aus dem Norden war mit 6 aus 7 Co-Führender und die Überraschung des Turniers, brach aber am Ende ein, als er gegen die starken russischen Großmeister Vladimir Burmakin und Stanislav Novikov chancenlos verlor.

Novikov erwies sich als eine zu hohe Hürde für den jungen Isländer. (Foto: Frank Zeller)

Mit einem Schlussrundensieg über Spyridon Skembris reihte sich Evgeny Vorobiov noch in die Siegergruppe ein (Foto: Frank Zeller)

Die Setzlistennummer Eins des Turniers, der Tscheche Vojtech Plat, spielte unbeständig und musste sich in der Schlussrunde noch in einer verrückten Partie Igor Naumkin beugen. (Foto: Frank Zeller)

Die Sieger im A-Open (von links): OB Richard Arnold, Igor Naumkin (Russland, 7.), Normungs Miezis (Lettland, 9.), Alexandre Dgebuadze (Belgien, 8.), Jaroslaw Krassowitzkij (Deutschland, 6.), Vladimir Burmakin (Russland, 5.), Evgeny Vorobiov (Russland, 4.), Stanislav Novikov (Russland, 3.), Vitaly Kunin (Deutschland, 2.), Jonas Lampert (Deutschland, 1.), Gudmundur Kjartansson (Island, 10.), Erich Kümmel (Stadtverband Sport), Wernfried Tannhäuser (Turnierdirektor), Steffen Alt (Kreissparkasse Ostalb). (Foto: Frank Zeller)

Die Jugendsieger umrahmt von Oberbürgermeister und Turnierleiter (Foto: Frank Zeller)

Meine eigene “Biographie” ist eng mit dem Verein Schwäbisch Gmünd und dem Staufer Open verknüpft: ich bin im Württembergischen Bezirk Ostalb aufgewachsen, habe rund 15 Jahre für den Verein gespielt und bin 27x beim Open dabei gewesen! Beim ersten Open 1989, das noch in einer Turnhalle im Stadtteil Mutlangen stattfand, war ich gerade Zivildienstleistender. Je nachdem, wie das Turnier bei mir ausfiel, war dies stets mehr als nur ein symbolischer „Start in das neue Jahr“. Einmal konnte ich Co-Sieger werden, 2013, also noch gar nicht so lange her… 

Wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten: links ihr Autor, rechts Turnierleiter Wernfried Tannhäuser, beide so um 1990 herum.

 

...und Ihr Autor während des Turniers 2018 in einem Gmünder Café  

Turnierseite...



Frank Zeller, Jahrgang 1969, stammt aus Giengen, ist seit 2001 Internationaler Meister, Schachjournalist und Autor. In der Bundesliga spielt er für Schwäbisch-Hall.
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