Jubiläumsturnier: OIBM in Bad Wiesee

01.11.2016 – Die 20. Auflage der Offenen Internationalen Bayrischen Meisterschaften in Bad Wiessee ist dort zugleich die letzte. Mit dem Jubiläumsturnier endet hier die Turniertradition, wird aber in Gmund fortgesetzt. Über 470 Spieler sind heuer an den Start gegangen, darunter eine Reihe von starken Großmeistern. Die Setzliste wird von Liviu-Dieter Nisipeanu angeführt, der nach den bisher drei gespielten Runden zu der Gruppe von Spielern gehört, die bisher alle Partien gewonnen haben. Mehr...

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Pressemitteilungen

 

Mit einer hochrangigen Eröffnungsfeier startete die 20. Offene Bayrische Meisterschaft in ihre Jubiläumsauflage

Am Tegernsee

Großmeister Artur Jussupow, einst Mitinitiator des Turnieres, kam eigens aus Ulm angereist, um den Teilnehmern alles Gute für die kommenden neun Tage zu wünschen. Zudem hielten Landrat Wolfgang Rzehak, Bürgermeister Peter Höß, Tourismus-Chef Peter Rie und Turnierdirektor Horst Leckner kurze Reden zur Einstimmung auf wunderbare Tage am Tegernsee. Ein fantastisches Rahmenprogramm wird den Teilnehmern geboten werden. Pünktlich um 16.30 Uhr wurden die Uhren von Hauptschiedsrichter Wolfgang Fiedler und seinem Team in Gang gesetzt. Das Turnier war schon am 3.Juni, fast fünf Monate vor Turnierbeginn, komplett ausgebucht. Die ersten 26 Bretter werden täglich live im Internet mit einer 15-minütigen Verzögerung übertragen.

Insgesamt kämpfen heuer 473 Aktive aus 23 verschiedenen Nationen, darunter 28 Großmeister, 15 Internationale Meister und insgesamt 70 Titelträger, um den Preisfonds von über 16.000,00 EUR. Drei ehemalige Turniersieger haben mit Liviu-Dieter Nisipeanu (2012), Alexander Graf (2011 und 2000) und Konstantin Landa (2002) gemeldet und vier Spieler, Ulrich Bäuml, Rudolf Schön, Michael Walda und Jens Weichelt haben das Kunststück fertig gebracht, an allen 20 Auflagen mitspielen zu können.

Aus dem Vorzeigeschulschachprojekt des Landkreises Miesbach dürfen 25 Kinder die Chance ergreifen gegen hochklassige Gegnerschaft ihr Wissen unter Beweis zu stellen.

Die erste Runde ist für die Amateure die Möglichkeit einmal gegen einen Supergroßmeister spielen zu können. Traditionell punkteten die teilweise 600-700 Punkte stärkeren Meisterspieler sicher. Einige Partien zeigten deutliche Lehrstunden zu dem Thema „Zentrumsöffnung“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Simultan mit dem Jugendweltmeister

Der Sonntagmorgen begann für 30 Kinder aus dem Landkreis Miesbach mit einer ganz besonderen Herausforderung. Der deutsche Jugendweltmeister U16, Roven Vogel, aus Nossen in Sachsen stellte sich zum Simultan.

Horst Leckner, Roven Vogel

Die auserwählten Buben und Mädchen im Alter von 8 bis 14 Jahren qualifizierten sich über das Schulschachprojekt, welches Horst Leckner seit fünf Jahren betreut und lebt. Die Besten von den insgesamt über 700 Kindern durften sich nun mit dem Weltmeister messen. Dies war die Idee, die zur Jubiläumsveranstaltung gewachsen war. In der munteren Anmoderation konnten die Kinder einiges über den Werdegang des Weltmeisters, Einblicke in Trainingspläne und Möglichkeiten der Verbesserung erfahren. Die Wissbegierigsten möchten selber gerne einmal Weltmeister werden. Dann ging es an die Bretter. Nach drei Stunden großem Kampf siegte der internationale Meister in Diensten des Bundesligisten USV TU Dresden mit dem Ergebnis 27:3 Punkten. Sechs halbe Punkte musste der Weltmeister den Kindern zugestehen. Ein Remis erlangten: Leon Lettenberger, Christoph Poelt, Nico Erdösi, Franz von Freymann, Jannik Danninger und Jana Schneider.

Teilweise konnten die dadurch noch mehr motivierten Kinder den Schwung direkt in der Nachmittagsrunde umsetzen und gegen stärkste Gegnerschaft weiter punkten. So sieht Jugendförderung aus!

Auch in der zweiten Runde blieben die Favoriten vor großen Aufregungen verschont und erfüllten ihre Aufgaben nahezu mühelos. Wir sehen zwei erfrischende Angriffssiege deutscher Spieler die am Tegernsee bestens bekannt sind. Als dritte Impression folgt der Sieg des Jugendweltmeisters gegen seinen erfahrenen Gegner am Nachmittag nachdem er schon 30 Partien in den Knochen hatte.


Sonne lacht über dem Tegernsee

Mit strahlendem Sonnenschein und wunderlichen Herbsttemperaturen zeigte sich der Tegernsee am Montag von seiner besten Seite. Viele Teilnehmer nutzten das fantastische Wetter für eine Wanderung auf den Berg oder einen sonnigen Spaziergang auf der Seepromenade. Einige wurden sogar bei einer Bootstour und in den zahlreichen Biergärten gesichtet. Ein bisheriger Geheimtipp ist dort sicher der neue Spielort der OIBM ab dem Jahre 2017, das Gut Kaltenbrunn mit dem wohl schönstem Blick über den Tegernsee und einladendem Biergarten.

Zum Turnier: Die Top-Spieler trafen auf die ersten Fide-Meister und mussten sich schon ein wenig mehr strecken als an den beiden Eröffnungstagen. So auch die deutsche Nummer 1, Dieter-Liviu Nisipeanu, der auch im Turnier Setzlistenerster ist und versucht den Platz an der Sonne zu verteidigen.

Films „Bauernopfer“ mit Tobey Maguire als Bobby Fischer erfreuen. Heute ist die letzte Chance sich die kostenlosen Tickets für den Bayrischen Abend am Donnerstag, den 3.11. zu sichern.
 

Liviu-Dieter Nisipeanu

 

Paarungsliste der 4. Runde  
Tisc TNr Teilnehmer Tite TWZ Punkt - TNr Teilnehmer Tite TWZ Punkt Ergebnis
1 20. Eingorn, Vereslav GM 2528 (3) - 1. Nisipeanu, Liviu- GM 2687 (3)  - 
2 2. Areshchenko, Alex GM 2675 (3) - 23. Schröder, Jan-Chr GM 2514 (3)  - 
3 4. Melkumyan, Hrant GM 2653 (3) - 25. Schneider, Ilja IM 2504 (3)  - 
4 24. Kveinys, Aloyzas GM 2509 (3) - 5. Buhmann, Rainer GM 2633 (3)  - 
5 6. Gupta, Abhijeet GM 2626 (3) - 31. Thejkumar , MS IM 2445 (3)  - 
6 26. Pap, Misa GM 2489 (3) - 7. Kozul, Zdenko GM 2619 (3)  - 
7 8. Volkov, Sergey GM 2609 (3) - 35. Vogel, Roven IM 2415 (3)  - 
8 28. Esipenko, Andrey FM 2471 (3) - 9. Landa, Konstantin GM 2601 (3)  - 
9 10. Lalith, Babu M R GM 2586 (3) - 40. Stark, Lars IM 2374 (3)  - 
10 34. Pezerovic, Edin IM 2422 (3) - 11. Zhigalko , Andrey GM 2584 (3)  - 
11 12. Vorobiov , Evgeny GM 2581 (3) - 42. Weber, Ulrich FM 2366 (3)  - 
12 43. Schleining, Zoya IM 2351 (3) - 13. Brkic, Ante GM 2579 (3)  - 
13 14. Azarov , Sergei GM 2577 (3) - 46. Hainke, Guntram FM 2308 (3)  - 
14 15. Graf, Alexander GM 2564 (3) - 49. Osmanodja, Filiz WIM 2299 (3)  - 
15 16. Khenkin, Igor GM 2563 (3) - 95. Engel, Johannes   2159 (3)  - 
16 51. Schuster, Karsten FM 2276 (3) - 17. Gopal, G.N. GM 2560 (3)  - 
17 18. Shyam,Sundar M GM 2552 (3) - 115 Walter, Thomas   2128 (3)  - 
18 111 Schulz, Juergen   2133 (3) - 19. Saric, Ante GM 2540 (3)  - 

...

Partien der Runden 1 bis 3

 

 

Turnierseite...

 


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Chessbasereader Chessbasereader 03.11.2016 09:00
@hockeyplayer

Sie schreiben: "Vielleicht gibt es ja noch doch noch Hoffnung auf die 21. OIBM." Im Artikel heisst es: "Mit dem Jubiläumsturnier endet hier die Turniertradition, wird aber in Gmund fortgesetzt." Im Klartext: natuerlich gibt es im naechsten Jahr wieder eine OIBM, nur eben im ein paar Kilometer entfernten Gmund.

Sie schreiben: "Es gibt genug Prominente (des FC Bayern), die am Tegernsee wohnen oder zu wohnen gedenken (Neuer), die dieses Turnier - und das ist keine Übertreibung - aus der "Portokasse" finanzieren könnten, wenn sie es denn wollten." Die Logik dieses Satzes erschliesst sich mir zwar nicht, aber wie bereits im Artikel steht, findet das Turnier auch naechstes Jahr statt, und zwar in Gmund. Das liegt am Tegernsee, falls Ihnen das nicht bekannt ist.

Generell gilt: wer Artikel, die er kommentiert vorher auch gelesen hat, ist klar im Vorteil.
hockeyplayer hockeyplayer 01.11.2016 04:24
Schade eigentlich, dass es so kommen musste. Vielen Dank an Herrn Leckner für dieses Turnier. Ehrlich gesagt, ich war immer gerne in Bad Wiessee auch wenn ich nicht sehr erfolgreich war. Vielleicht gibt es ja noch doch noch Hoffnung auf die 21. OIBM. Es gibt genug Prominente (des FC Bayern), die am Tegernsee wohnen oder zu wohnen gedenken (Neuer), die dieses Turnier - und das ist keine Übertreibung - aus der "Portokasse" finanzieren könnten, wenn sie es denn wollten.
Irgendwie scheint das Jahr 2016 kein gutes für das Schach in Deutschland zu sein: Die Platzierungen in Baku waren nicht den Erwartungen entsprechend. Das "St. Pauli-Open" fand erstmals nach 2010 nicht statt und die OIBM in Bad Wiessee gibt es 2017 auch nicht mehr.
Quo vadis, Schach in Deutschland?
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