Peter Magyars TISZA-Partei (Respekt- und Freiheitspartei) gewann im Frühjahr 2026 in Ungarn mit großer Mehrheit die Parlamentswahlen und löste Viktor Orbans Fidesz-Partie als Regierungspartie ab. Orban hatte Ungarn seit 2010 als Ministerpräsident regiert und in dieser Zeit das Land und die politischen Strukturen in seinem Sinne umgestaltet.
Nach seiner Wahl zum neuen Ministerpräsidenten hat Peter Magyar angefangen, die Veränderungen aus der Orban-Zeit rückgängig zu machen. Auch den außenpolitischen Kurs von Orban, geprägt Konfrontation mit der EU und eine große Nähe zu Russland, will Peter Magyar ändern. Bald nach seiner Regierungsübernahme hat Magyar die von Orbans Fidesz-Partie dominierten Medien ins Vidier genommen und die staatlichen Sendungen ausgesetzt, bis ein neues Mediengesetz in Kraft treten wird. "Alle Ungarn verdienen einen öffentlichen Rundfunk, der die Wahrheit berichtet", hatte Magyar seinen Maßnahme im April begründet.
In einem weiteren Schritt hat Peter Magyar, den während der Orban-Regierung gewählten Staatspräsidenten gewählte Staatspräsident Tamas Sulyok zur Abdankung gezwungen. Bis zur Verwirklichung einer neuen Verfassung soll eine unabhängige von allen Ungarn akzeptierte Persönlichkeit das Amt des Staatspräsidenten kommissarisch übernehmen.
Am vergangenen schlug Ministerpräsident Peter Magyar Judit Polgar als parteilose Kandidatin für dieses Amt vor, nachdem sich zuvor 16 bekannte Persönlichkeiten aus dem gesellschaftlichen Lebens Ungarns, darunter Sportler und Künstler, aber auch der Erfinder des berühmten "Cubes" - Ernö Rubik, für die beliebte Schachgroßmeisterin ausgesprochen hatten. Die Initiative dafür war von der mehrfachen Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Fechten Tímea Nagy ausgegangen.
Magyar hatte am Sonntag angekündigt, mit der Großmeisterin über diesen Vorschlag sprechen zu wollen. Judit Polgar nahm das Angebot jedoch nicht an.
Auf ihrem ungarischen Facebook-Account gab Judit Polgar am Montag folgende Erklärung ab (maschinelle deutsche Übersetzung):
Ich betrachte die Nominierung durch die Initiatoren für das Amt des Präsidenten als große Ehre und bin dafür äußerst dankbar.
Ich schätze die Geste des Ministerpräsidenten sehr, trotz der großen parlamentarischen Mehrheit seiner Partei einen unabhängigen, über den Parteien stehenden Kandidaten für das Amt des Präsidenten vorzuschlagen.
Ich fühle mich nicht stark genug, die historische Verantwortung zu übernehmen, eine gespaltene Nation zu einen, daher kann ich der Bitte nicht nachkommen.
Einen neuen, unabhängigen und anerkannten Präsidenten der Republik werde ich aber bei der Verwirklichung dieser Ziele nach Kräften unterstützen.
Judit Polgár
Ministerpräsident Peter Magyar reagierte Auf Judit Polgars Entscheidung mit den Worten:
"Vielen Dank für alles, was Sie für Ungarn getan haben! Vielleicht kann ich im Namen von vielen Millionen Ungarn sagen, dass wir auch in Zukunft, wenn auch auf andere Weise, auf Sie zählen werden!"
Ministerpräsident Peter Magyar wurde von der Opposition allerdings dafür kritisiert, dass er den Vorschlag, Judit Polgar das Amt der Parlamentspräsidentin anzubieten, ohne Bürgerbeteiligung gemacht zu machen.
In diesem Videokurs untersuchen Experten die Partien von Judit Polgar. Lassen Sie sich von ihnen zeigen, welche Eröffnungen Polgar wählte, wo ihre Stärken im Mittelspiel lagen oder wie sie ihre Gegner im Endspiel überspielte.
