Jugendeuropa-Mannschaftsmeisterschaft: Einmal Gold, einmal Silber

von André Schulz
17.07.2019 – Tolle Erfolge für den deutschen Nachwuchs: Bei den U18 und U12 Mannschaftseuropameisterschaften in Pardubice holten die deutschen Jugendlichen einmal Gold, einmal Silber, wurden einmal Fünfter und einmal Siebter. | Fotos: Bernd Vökler

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Gold für deutsche U18-Mannschaft

Der deutsche Nachwuchs zeigte bei den Jugend-Mannschaftseuropameisterschaften U18 und U12 in Pardubice ausgezeichnete Leistungen und wurde am Ende mit einer Gold- und einer Silbermedaille belohnt.

In der Klasse U18 Open war eigentlich das Team der Niederlande nach Eloschnitt der erste Elofavorit. Die Niederlander traten mit Lucas van Foreest an, der gerade in seinem Heimatland die Landesmeisterschaft gewonnen hat. Das deutsche Team mit Luis Engel am ersten Brett belegte in der Setzliste mit einem etwa 50 Elopunkte schlechteren Schnitt allerdings schon den zweiten Platz. 

Die vorentscheidende Begegnung zwischen den beiden besten Teams fand schon in Runde zwei statt und endete nach einem umkämpften Match zugunsten der Deutschen. Luis Engel besiegte Lucas van Foreest und Ashot Parvanian besorgte den zweiten vollen Punkt zugunsten der Deutschen zum Endstand von 2,5:1,5.

In einer Variante der Spanischen Berliner Verteidigung hatte Weiß zumeist die Initiative und kämpfte um den vollen Punkt.

 

Schwarz hatte zuletzt unvorsichtig 44...Kf7 gezogen. Nun folgte 45. Txe4 Txe4 46. Dh8 mit hässlichen Drohungen. Das Eindringen der Dame entschied die Partie für Weiß.

Deutschland gegen Niederlande

Die deutsche Mannschaft verlor dann aber in der 3. Runde gegen Österreich, das damit die Führung übernahm. Im weiteren Verlauf gab die deutsche Mannschaft allerdings keinen weiteren Punkt ab, während Österreich gegen Serbien und zum Schluss auch gegen England remis spielte und dazwischen gegen die Niederlande verlor.

Am Ende gewann das deutsche Team mit zwei Punkten Vorsprung vor den Niederlanden. Österreich wurde Dritter.

Bester Spieler des Turniers war der Niederländer Caspar Schoppen (Elo-Leistung: 2731). Die deutsche Mannschaft hatte mit Ashot Parvanyan ihren besten Spieler, zeigte aber vor allem eine sehr geschlossene Mannschaftsleistung.

Die Sieger

Endstand

Rk. Team  TB1 
1 GERMANY 12
2 NETHERLANDS 10
3 AUSTRIA 9
4 BELARUS 8
5 SERBIA 8
6 POLAND 8
7 ISRAEL 1 8
8 ENGLAND 8
9 SLOVENIA 8
10 ROMANIA 7
11 CZECH REPUBLIC 7
12 SLOVAKIA 1 6
13 TURKEY 5
14 ISRAEL-REHOVOT CHESS SCHOOL 4
15 SLOVAKIA 2 4

Partien

 

U18 Mädchen

Die deutschen Mädchen U18 gewannen die Silbermedaille. Im Verlauf des Turniers gaben Annmarie Mütsch und Jana Schneider nur gegen Bulgarien (unter ECU-Flagge spielend) einen Punkt ab und gewannen sonst alle anderen Matches. Die alberne Tiebreakregelung ("Olympia"-Sonneborn-Berger) entschied die Vergabe der Goldmedaille zugunsten der Bulgarinnen. 

Annmarie Mütsch

Endstand

Rk. Team  TB1 
1 ECU-PLEVEN 13
2 GERMANY 13
3 SLOVAKIA 9
4 ECU-SOFIA 8
5 ROMANIA 7
6 SLOVENIA 1 7
7 ISRAEL 7
8 POLAND 2 7
9 CZECH REP. 2 7
10 POLAND 1 6
11 MS REGION 6
12 BELARUS 6
13 CZECH REP. 1 6
14 TURKEY 6
15 SLOVENIA 2 6
16 YAMAL 5
17 CROATIA 4
18 ENGLAND 3

Partien

 

U12 Open

In der U12-Meisterschaft belegten die deutschen Jugendlichen den siebten Platz und blieben damit etwas hinter der Erwartung nach Eloschnitt zurück. Gold ging an Polen.

Die deutsche U12-Mannschaft

Endstand

Rk. Team  TB1 
1 POLAND 12
2 FRANCE 11
3 HUNGARY 10
4 TURKEY 8
5 CZECH REP. 1 8
6 BELARUS 7
7 GERMANY 7
8 ENGLAND 6
9 ISRAEL 5
10 CZECH REP. 2 4
11 CZECH REP. 3 4
12 SLOVENIA 2

Partien

 

U12 Mädchen

Auch im U12-Mädchen-Wettbewerb holte sich das polnische Team die Goldmedaille. Die deutschen Mädchen wurden Fünfte, mit allerdings nur einem Mannschaftspunkt Rückstand auf Platz zwei.

Am Ende nur einen Punkt hinter dem 2. Platz

Endstand

Rk. Team  TB1 
1 POLAND 10
2 TURKEY 9
3 ECU-PLEVEN 9
4 YAMAL 9
5 GERMANY 8
6 ENGLAND 6
7 CZECH REP. 1 4
8 CZECH REP. 2 1

Partien

 

Turnierseite des DSB...

Turnierseite...

Berichte bei der ECU...

Ergebnisse bei Chess-results...




André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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DoktorM DoktorM 17.07.2019 06:41
Die Olympia-Sonneborn-Berger-Wertung ist nicht albern, sondern gerechter, wenn die Teilnehmer extrem unterschiedliche Spielstärken haben. So wie es aussieht, hat Bulgarien in der U18W in allen Feinwertungen die Nase vorn. Aber im Bericht wird so getan, als ob Bulgarien nur aufgrund einer "albernen" Feinwertung gewonnen hat. Muss das sein? Natürlich nicht.
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