Junge Talente beim Schach in der Bretagne

28.02.2007 – Computerprogramme, Internetschach, der schnelle Zugang zu Informationen - all das hat dazu beigetragen, dass die Spitzenspieler immer jünger werden. Großmeister, die noch zur Schule gehen, sind auch in Spitzenturnieren keine Ausnahme mehr. Aus dem Blick geraten dabei die vielen jungen Talente, die bereits stark spielen, aber erst am Anfang ihrer internationalen Schachkarriere stehen. Eine davon ist die Französin Nasha Benmesbah (Bild), die vor kurzem bei einem kleinen Turnier in der Bretagne eine IM-Norm nur knapp verpasste. Dejan Bojkov berichtet von einem sympathischen Turnier, spricht über das Schach in der Bretagne und stellt weitere Talente vor. Mehr...

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Kompromissloses Schach in der Bretagne

Von Dejan Bojkov

Das fünfte Breizh Masters Turnier fand vom 16. bis 24. Februar im Lyceum Le Restmeur a Pabu in Guingamp (Frankreich) statt. Es gab drei Turniere: Ein Rundenturnier für Männer, ein Rundenturnier für Frauen und ein Open. Alle drei Turniere wurden mit einer speziellen Anti-Remisregel ausgetragen - niemand durfte vor dem 31. Zug Remis anbieten.


Das Lyceum Le Restmeur a Pabu


Der Garten des Lyceums

Wie immer gilt auch hier Ladies first, wobei ich jedoch von dem blutrünstigsten Turnier berichten möchte, das ich je gesehen habe. Nach 8 Runden gab es nur 6 Remis! Und jedes von ihnen nach langem, hartem Kampf. Bessere Werbung für das Frauenschach gibt es nicht.


Natasha Benmesbah

Schach ist hart - Natasha Benmesbah, junge Hoffnung des französischen Schachs, begann mit 4,5/5 und brauchte nur noch zwei Punkte für eine IM-Norm. Dann erwies sich der Druck als zu groß und sie verlor drei Partien in Folge.


Melissa Greef

Begegnung mit einem Talent - Melissa Greef stammt aus Südafrika. Sie war erst 12, als sie die Kontinentalafrikanische Meisterschaft U-20 gewann und WIM wurde. In Südafrika Schachspieler zu sein ist nicht leicht. Es gibt keine Trainer, keine Schachschulen, nur sehr wenige Turniere und von denen werden die wenigsten von der FIDE ausgewertet. Das ist der Grund, warum Melissa nur eine Elo-Zahl von 1930. Aber das wird sich bald ändern, denn hier in Frankreich befindet sie sich auf Tournee - Guingamp, Rochefort und Cappelle-la Grande. Ihr Kampfgeist ist unerschöpflich und sie hat das Glück, jetzt einen Trainer gefunden zu haben - und Dragos Dumitrache hat wirklich gute Arbeit geleistet.


Christin Andersson und Dragos Dumitrache

Last, but not least - Christin Andersson kam einen Tag verspätet, aber das hat sie nicht daran gehindert, die ersten vier Partien zu gewinnen. Bis zur achten Runde war sie alleinige Tabellenführerin, dann verlor sie gegen Melissa, die zu ihr aufschloss.

Und wie in einem guten Thriller gab es ein überraschendes Finale, als beide Spitzenreiterinnen ihre Schlussrundenpartien verloren und sich die Ukrainerinnen Hrabynska und Chulivska den Sieg teilen konnten.


Vita Chulivska und Yuryi Krivoruchko

Das Männerturnier verlief ähnlich aufregend. Die Elo-Favoriten Y. Krivoruchko und M. Oleksienko aus der Ukraine begannen verhalten, aber lagen vor der Schlussrunde schließlich doch an der Spitze. Am Ende siegte Oleksienko mit einem halben Punkt Vorsprung vor seinem Landsmann. Auch zwei weitere Spieler sorgten in der Schlussrunde für Spannung. Dumitrache (Rumänien) spielte gegen N. Elliet (Frankreich), und beide brauchten für ihre GM-Norm unbedingt einen ganzen Punkt. Irgendwann im Laufe der Partie kam Dumitrache entscheidend in Vorteil, den er jedoch nicht verwandeln konnte. Er ließ Elliet ins Remis entwischen und damit hatte weder der eine noch der andere eine GM-Norm erzielt.


Raphael Le Masle

"Wenn Du einen Bericht für ChessBase schreibst, dann muss ich das Blitzturnier gewinnen!" Zunächst musste ich über diese Erklärung des Turnierorganisators Raphael le Masle lächeln, aber später gewann er dann gegen M. Oleksienko! Nun, am Ende gewann Anthony Bellaiche das Turnier, aber Raphael war wirklich motiviert. Ich befragte ihn zum Schach in der Bretagne und dies war seine Antwort: "Die Mannschaft von Guingamp spielt in der National 1 (der zweiten Liga in Frankreich), und steht im Moment auf dem dritten Platz. Wir haben gute Chancen uns für den Wettbewerb der besten 16 zu qualifizieren.

Unsere besten Spieler sind J-P Le Roux, Kevin Terrieux, und Aurelie Le Diouron.


Le Roux-Oleksienko

Kondi-Schach ist eine Schachvariante, mit der man sich man amüsieren kann. Die Uhr steht etwa 10 Meter vom Brett entfernt und nach jedem Zug muss der Spieler zur Uhr rennen.


Camille Peyre beim Kondi-Schach

Die ukrainischen Großmeister qualifizierten sich für das Finale und Oleksienko gewann. Beide sind sehr fit. Der Unterschied ist offensichtlich, unser "cidre" (typischer Apfelwein der Region) ist viel besser als der aus der Normandie. Das habe ich meinem Freund M. Marie im Blindversuch demonstriert." Was bleibt mir noch... Ach ja, ich hatte das Glück, das Open zu gewinnen. Cheers!

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