Kandidatenturnier der Frauen 2026: Kampf der Generationen

von Pressemitteilung
12.03.2026 – Das Kandidatenturnier der Frauen 2026 findet vom 28. März bis 16. April im Cap St. Georges Hotel & Resort auf Zypern statt. Acht Spitzenspielerinnen treten in einem doppelrundigen Turnier gegeneinander an, um die Herausforderin der amtierenden Weltmeisterin Ju Wenjun zu ermitteln. Erfahrene Spielerinnen wie Humpy Koneru und Tan Zhongyi treffen auf die jüngere Generation und Spielerinnen wie Zhu Jiner und Divya Deshmukh. | Bild: FIDE

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FIDE Pressemitteilung

Erfahrung trifft auf Ehrgeiz: Acht Weltklassespielerinnen kämpfen um das Recht, die Frauenweltmeisterin herauszufordern.

In weniger als drei Wochen treten acht der besten Schachspielerinnen der Welt in einem doppelrundigen Turnier gegeneinander an, um die Herausforderin der amtierenden Frauenweltmeisterin Ju Wenjun aus China zu ermitteln.

Das Kandidatenturnier der Frauen der FIDE beginnt am 28. März im Cap St. Georges Hotel & Resort auf der Mittelmeerinsel Zypern. Über vierzehn Runden mit klassischer Bedenkzeit entscheidet sich, wer in der letzten Phase des Weltmeisterschaftszyklus um den Titel spielen darf.

Gemäß den FIDE-Regularien müssen Spielerinnen desselben Verbandes in den frühen Runden des Turniers aufeinandertreffen. Die vollständigen Paarungen wurden bereits veröffentlicht – siehe hier.

Das Teilnehmerfeld 2026 verbindet erfahrene Kandidatinnen wie Humpy Koneru, Tan Zhongyi, Kateryna Lagno und Aleksandra Goryachkina mit Vertreterinnen der nächsten Generation wie Zhu Jiner, Divya Deshmukh, Vaishali Rameshbabu und Bibisara Assaubayeva – eine Mischung, die ein spannendes Turnier verspricht.

Durch das doppelrundige Format werden die Duelle zwischen erfahrenen Spielerinnen und aufstrebenden Talenten besonders wichtig sein, vor allem wenn in den Schlussrunden psychologische Ausdauer und die Tiefe der Vorbereitung entscheidend werden. Zu erwarten ist eine große stilistische Bandbreite – von Vaishalis taktischer Dynamik bis zu Tan Zhongyis feinem positionellen Spiel.

Werfen wir einen genaueren Blick auf die Teilnehmerinnen, in der Reihenfolge ihrer aktuellen FIDE-Wertungszahl vom März 2026.

Zhu Jiner (China, 2578)

Zhu Jiner

Foto: Mark Livshitz

Die chinesische Großmeisterin Zhu gehört zur Weltklasse und ist in den vergangenen Jahren rasch in die absolute Spitze vorgestoßen. In Zypern geht sie als die Teilnehmerin mit der höchsten Wertungszahl an den Start. Qualifiziert hat sie sich durch den Sieg in der FIDE Women's Grand Prix-Serie 2024–25, in der sie konstant Spitzenplätze belegte und ihren dynamischen, aggressiven Stil unter Beweis stellte.

Zhu ist bekannt für ihre scharfe und gut vorbereitete Eröffnungen sowie für ihre taktischen Fähigkeiten im Mittelspiel und gilt daher als ernsthafte Anwärterin auf den Turniersieg. Ihre einzige mögliche Schwäche ist die fehlende Erfahrung auf Kandidatenturnier-Niveau, denn für sie ist es die erste Teilnahme an diesem Wettbewerb.

Humpy Koneru (Indien, 2535)

Humpy Koneru

Foto: Lennart Ootes

Humpy Koneru gehört zu den erfahrensten Spielerinnen im Feld und kann auf mehrere Teilnahmen an Kandidatenturnieren zurückblicken. Eine der erfolgreichsten indischen Schachspielerinnen aller Zeiten, frühere WM-Finalistin und langjährige Stütze der indischen Olympiamannschaft, qualifizierte sie sich als Zweite des Frauen-Weltcups 2025 in Batumi.

Im Finale musste sich Humpy lediglich ihrer Landsfrau Divya geschlagen geben. Konerus ruhiger und einfallsreicher Stil, verbunden mit tiefem positionellen Verständnis, verschafft ihr in langen, technischen Partien oft Vorteile. Auch im Schnell- und Blitzschach gehört sie zur Weltspitze: Bei Schnell- und Blitzweltmeisterschaften gewann sie insgesamt fünf Medaillen – zwei Gold-, eine Silber- und zwei Bronzemedaillen.

Tan Zhongyi (China, 2535)

Tan Zhongyi

Foto: Michal Walusza

Die frühere Frauenweltmeisterin (2017–2018) Tan Zhongyi, eine ausgewiesene Spezialistin für klassische Partien mit großer strategischer Tiefe, qualifizierte sich mit ihrem dritten Platz beim Frauen-Weltcup 2025. Sie war bereits in mehreren Weltmeisterschaftszyklen dabei – sowohl als Titelträgerin als auch als Herausforderin –, was ihre psychologische Widerstandskraft stärkt. Nachdem sie im Zyklus 2022–2023 Zweite geworden war, bestätigte sie ihre Stärke in langen Turnieren mit klassischer Bedenkzeit im Jahr 2024 erneut, als sie das Kandidatenturnier der Frauen in Toronto gewann und sich damit eine weitere Chance auf den WM-Titel sicherte.

Tan gilt als strategische und zähe Spielerin. Sie spielt ihre Stärken vor allem aus, indem sie kleine Vorteile anhäuft und ihre Gegnerinnen in leicht besseren Endspielen zermürbt. In einem doppelrundigen Kandidatenturnier macht gerade diese Stabilität sie über 14 Runden hinweg besonders gefährlich, denn dort zählt oft Konstanz mehr als kurze Phasen brillanter Form.

Aleksandra Goryachkina (FIDE, 2534)

Aleksandra Goryachkina

Foto: Mark Livshitz

Aleksandra Goryachkina gilt als eine der vielseitigsten und technisch ausgereiftesten Spielerinnen im Frauenschach. Sie verbindet gute Vorbereitung mit tiefem positionellem Verständnis und Präzision im Endspiel. Ihren Durchbruch an die Weltspitze schaffte sie 2019 mit dem Sieg im Kandidatenturnier der Frauen, der ihr das Recht einbrachte, Ju Wenjun um den Weltmeistertitel herauszufordern. In einem hart umkämpften Match kam sie dem Titelgewinn sehr nahe.

Mit ihrem Peak-Rating von 2611 im Jahr 2021 gehört sie zu den wenigen Spielerinnen, die die Marke von 2600 überschritten haben. 2023 gewann sie den Frauen-Weltcup und setzte zuletzt einen weiteren Meilenstein, als sie in Doha 2025 die Schnellschach-Weltmeisterschaft der Frauen gewann und damit ihren ersten Weltmeistertitel errang. Als langjährige Spitzenspielerin bringt Goryachkina große Erfahrung auf höchstem Niveau mit. Sie qualifizierte sich als Zweite der FIDE Women's Grand Prix-Serie 2024–25 und zählt aufgrund ihrer Leistungen im laufenden Zyklus zu den Favoritinnen auf den Turniersieg.

Bibisara Assaubayeva (Kasachstan, 2516)

Bibisara Assaubayeva

Foto: Michal Walusza

Assaubayeva qualifizierte sich für Zypern als bestplatzierte Spielerin im Women’s Circuit 2024–25 und gilt als eines der größten Talente im Frauenschach. Anders als rein positionell geprägte Spielerinnen fühlt sie sich besonders in aktiven Stellungen wohl, in denen Initiative und Dynamik eine große Rolle spielen. Die Gewinnerin der Frauen-Blitzweltmeisterschaft 2021, 2022 und 2025 zeigt Nervenstärke in K.-o.- und Schnellturnieren, während sich ihre Ergebnisse im klassischen Schach stetig verbessert haben und schließlich im Großmeistertitel gipfelten.

Ihre jüngsten guten Resultate auf der Frauen-Tour unterstreichen ihre Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit. Im Januar 2026 zeigte Assaubayeva beim Tata Steel Challengers eine überzeugende Leistung, gewann 19 Elo-Punkte hinzu und erreichte mit 2516 eine neue persönliche Bestmarke. Bei ihrem Debüt im Kandidatenturnier der Frauen wird sie mit ihrem aggressiven und furchtlosen Stil für scharfe Partien sorgen wollen. Besonders gefährlich ist Bibisara in konkreten, rechenintensiven Stellungen.

Kateryna Lagno (FIDE, 2508)

Kateryna Lagno

Foto: Michal Walusza

Mit mehreren Teilnahmen an Kandidatenturnieren verfügt Lagno über eine der umfangreichsten Erfolgsbilanzen im Teilnehmerfeld. Diesmal spielt sie in Zypern dank ihrer Qualifikation als Zweite beim FIDE Women's Grand Swiss 2025. Die Großmeisterin mit jahrzehntelanger Turnierpraxis ist eine verlässliche Größe, deren Stärke im klassischen Schach und in Mannschaftswettbewerben besonders hervortritt.

Kateryna hat zahlreiche Titel in allen Bedenkzeitformaten gewonnen, darunter mehrere Frauen-Blitzweltmeisterschaften, eine Frauen-Schnellschachweltmeisterschaft, Europameistertitel sowie Mannschaftsgold bei Schacholympiaden und Teamweltmeisterschaften. Ihre Eröffnungsvorbereitung, ihre positionelle Flexibilität und ihre Endspieltechnik werden für ein solides Abschneiden im April entscheidend sein.

Divya Deshmukh (Indien, 2497)

Divya Deshmukh

Foto: Michal Walusza

Die jüngste Teilnehmerin im Feld, aber bereits mit einer beeindruckenden Erfolgsbilanz, qualifizierte sich Divya durch ihren souveränen Sieg beim Frauen-Weltcup 2025 für das Kandidatenturnier – ihren bislang größten Erfolg. Mit diesem Triumph, der ihr zugleich den Großmeistertitel einbrachte, rückte sie international ins Rampenlicht und wurde von ESPN India als Player of the Year ausgezeichnet.

Als Juniorenweltmeisterin 2024 und wichtige Spielerin der indischen Mannschaft, die bei der Schacholympiade 2024 Gold gewann, misst sich Divya weiterhin regelmäßig mit der Weltspitze. In offenen Spitzenturnieren wie dem FIDE World Cup und dem Grand Swiss behauptete sie sich gut, unter anderem kam sie in Samarkand zu einem bemerkenswerten Remis gegen Weltmeister Gukesh Dommaraju. Für sie ist es die erste Teilnahme an einem Kandidatenturnier – ein Meilenstein in ihrer Karriere. Als aufstrebendes Talent mit großen taktischen Fähigkeiten hat Divya das Potenzial für einen Durchbruch.

Vaishali Rameshbabu (India, 2470)

Vaishali Rameshbabu

Foto: Michal Walusza

Vaishali gilt als universelle und hervorragend vorbereitete Spielerin. In den vergangenen Jahren ist sie als Schachspielerin deutlich gereift und hat sich von einem dynamischen Nachwuchstalent zu einer Spielerin der erweiterten Weltspitze entwickelt. Für das Kandidatenturnier der Frauen qualifizierte sie sich mit einem herausragenden Erfolg beim FIDE Women's Grand Swiss 2025 – ein Turnier, das sie nach 2023 zum zweiten Mal in Folge gewann.

Vaishali gehörte zur indischen Mannschaft, die bei der Schacholympiade 2024 die Goldmedaille gewann. Als wichtige Vertreterin der neuen Generation im indischen Frauenschach verbindet sie taktischen Einfallsreichtum mit guter Vorbereitung und wachsender positioneller Reife. Das macht sie zu einer gefährlichen Konkurrentin. Obwohl sie die niedrigste Wertungszahl im Feld hat, machen ihre Konstanz und ihre Fähigkeit, früh im Turnier Schwung aufzunehmen, sie zu einer Kandidatin für eine mögliche Überraschung.

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