Kandidatinnen-Matches: Koneru und Lei gewinnen mit Weiß

von André Schulz
26.10.2022 – In der ersten Runde der Kandidatinnen-Wettkämpfe in Monte-Carlo führten Lei Tingjie und Humpy Koneru die weißen Steine zum Sieg. Lei Tingjie gewann im Endspiel gegen Mariya Muzychuk. Humpy Koneru konnte schon nach 24 Zügen den Glückwunsch von Anna Muzychuk entgegen nehmen. | Fotos: Michal Walusza

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Der letzte Weltmeisterschaftskampf der Frauen liegt bereits über zweieinhalb Jahre zurück und stand schon unter dem Eindruck der beginnenden Pandemie. Titelverteidigerin Ju Wenjun setzte sich in einem spannenden Wettkampf denkbar knapp erst im Stichkampf gegen ihre junge russische Herausforderin Aleksandra Goryachkina durch. Der Wettkampf wurde damals zur Hälfte in Shanghai und zur Hälfte in Wladiwostok gespielt.

Nicht nur die Covid-19-Pandemie warf ihren Schatten über den aktuellen WM-Zyklus der Frauen, auch der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Der Zeitplan hängt nun gegenüber den ursprünglichen Plänen um einiges hinterher. Inzwischen sind aber alle Qualifikationsturniere, mit denen die Teilnehmerinnen für die Kandidatinnen-Kämpfe ermittelt wurden, absolviert und die acht Spielerinnen, die um das Recht kämpfen wollen Ju Wenjun herauszufordern, stehen fest.

Aleksandra Goryachkina nimmt als unterlegene Spielerin des letzten WM-Kampfes teil. Humpy Koneru, Katerina Lagno und Alexandra Kosteniuk qualifizierten sich über die Grand Prix Serie 2019-21. Tan Zhongyi und Anna Muzychuk lösten ihr Ticket über den World Cup. Lei Tingjie gewann das Frauen Grand Swiss Turnier und Mariya Muzychuk nimmt als elobeste Spielerin teil.

Zwei Teilnehmerinnen, Anna und Mariya Muzychuk, sind Ukrainerinnen. Aleksandra Goryachkina, Katerina Lagno und Alexandra Kosteniuk sind Russinnen. Um angesichts des Krieges zwischen Russland und der Ukraine möglichem Konfliktpotenzial aus dem Weg zu gehen, hatte die FIDE entschieden, anstelle des inzwischen üblichen Rundenturniers Wettkämpfe in zwei Gruppen zu spielen. Die beiden Ukrainerinnen sowie Lei Tinjie und Humpy Koneru spielen nun in Monte-Carlo in der Gruppe A. Die drei russischen Spielerinnen und Tan Zhongyi spielen ihre Wettkämpfe der Gruppe B später in Usbekistan.

Am Montag fand die Eröffnungsfeier im Hotel Hermitage in Monte-Carlo statt. Zu Ehrengästen zählten neben den Spielerinnen die die stellvertretende Vorsitzende des FIDE-Vorstands Dana Reizniece-Ozola, als Vertreter des Hauptsponsors, der Firma SBM, Emmanuel Van Peteghem, die Herausgeberin der Kunstzeitung  The Art Newspaper Inna Bazhenova und FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich. 

Während der Eröffnungsfeier wurde die Auslosung der Farben vorgenommen, mit Hilfe von Fabergé-ähnliche Perleneiern.

Humpy Koneru und Lei Tingjie zogen für die erste Partie Weiß in ihren Wettkämpfen gegen gegen Anna bzw. Mariya Muzychuk. Am Montag wurde die erste Runde gespielt.

Aus Sicht der beiden Muzychuk-Schwestern verlief der Start in diese Kandidatinnen-Kämpfe nicht gut.

Lei Tinjie gegen M. Muzychuk

Mariya Muzychuk versuchte gegen Lei Tingije im Slawischen Damengambit ihre etwas passive Stellung mit einem Bauernopfer zu beleben, fand aber nicht die besten Fortsetzungen und musste ein Endspiel mit zwei Minusbauern bestreiten.

 

 

 

Lei Tingjie gibt ein Interview

Für Anna Muzychuk lief es noch schlechter. Im Angenommen Damengambit servierte Humpy Koneru eine feininnige Variante, auf die Anna Muzychuk offenbar nicht vorbereitet war.

Humpy Koneru

Nach einem weißen Bauernopfer geriet Anna Muzychuk schnell unter die Räder und musste schon im 24. Zug aufgeben.

 

 

 

Am Mittwoch folgt die zweite Runde. Dann wird ein Ruhetag eingelegt.

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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