Karjakin führt weiter in Warschau

29.06.2005 – Nach zehn Runden liegt der 15-jährige Sergey Karjakin mit 8 Punkten alleine bei der Europameisterschaft in Warschau an der Spitze. Zwar verlor Karjakin in Runde 9 das das Spitzenduell gegen seinen Landsmann und den Titelverteidiger Vassily Ivanschuk, konnte aber gestern gegen Moiseenko umgehend kontern und sich erneut einen halben Punkt vom übrigen Feld absetzen. Ihm unmittelbar auf den Fersen sind Milov, Nisipeanu, Ivanchuk und Asrian. Turnierseite...Partien, Tabelle, etc.

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Der Spitzenkampf der 9. Runde lautete Ivanschuk gegen Karjakin. Der junge Ukrainer hatte sich vor dieser Runde um einen halben Punkt aus dem Feld gelöst, musste dann aber gegen seinen Landsmann und amtierenden Europameister mit den weißen Steinen eine Niederlage hinnehmen. Wie stark Karjakin auch mental inzwischen geworden ist, zeigte er in Runde 10. Während die übrigen Spitzenreiter sich in Remisen neutralisierten, holte Karjakin gegen Mosiseenko den ganzen Punkt und setzte sich damit umgehend wieder an die Spitze (8 Punkte).

In sehr guter Form präsentiert sich auch Vadim Milov. Nach einem Remis in Runde neun ließ er gestern einen Sieg mit den schwarzen Steinen gegen Najer folgen und zeigte dabei mit den schwarzen Steinen eine ausgesprochen originelle und kämpferische Interpretation der "Modern Defence" bzw. "Schildkröte".

An der Tabellenspitze etabliert hat sich auch der Deutsch-Rumäne Liviu-Dieter Nisipeanu. Gestern musste er gegen den Titelverteidiger Ivanchuk antreten. Diesem kam im 20.Zug im klassischen Igel der schwarzfeldrige Läufer abhanden. Im Gegenzug gab es zwei Bauern und reichlich Aktivität. Schließlich endete die Partie nach taktisch geprägtem Spiel und unterhaltsamen Verlauf unentschieden. Beide Spieler gehören wie Milov mit 7,5 Punkten zu den unmittelbaren Verfolgern von Spitzenreiter Karjakin, ebenfalls Karen Asrian, der gestern gegen Sergey Volkov gewann.

Mit einem weiteren halben Punkt Rückstand folgt ein Feld aus neun Spielern. Darunter befindet sich das einstige Supertalent Teimour Radjabov, der auch in diesem Turnier seine zwei Seiten offenbart. Zum Teil spielt er pragmatische und langweilige Kurzremisen, so gegen Guseinov oder Tiviakov, mit Abstrichen auch gegen Nisipeanu, zum Teil zeigt er seinen taktische Bissigkeit und tobt sich auf dem Brett aus. So kam z.B. Arkadi Naiditsch in der 8. Runde unter die Radjabov'schen Räder und musste nach 26 Zügen aufgeben. Gestern missglückte ihm seine Schottische Eröffnung. Der Aserbeidschaner verlor zunächst einen Bauern und dann sein Rochaderecht. Bei offener Stellung verbrachte der weiße König einen Großteil der Partie auf f2. Nach sehr turbulentem Verlauf, in der zum Schluss offenbar viel Zeitnot im Spiel war, endete eine Partie der verpassten Chancen für beide Seiten mit Dauerschach, wobei der weiße König durch feindliches Feuer hindurch einen Marsch von f2 nach a5 angetreten hatte.

Von noch höherem Pragmatismus als Radjabov ist offenbar Alexey Dreev besselt. Nach vielen Jahren, die knaap unterhalb der Elo-Schallmauer von 2700 zugebracht hat, ist der Moskowite nun im 2700er-Klub angekommen. Sein positioneller Spielstil unterscheidet sich gründlich von der Spielauffassung Radjabovs, aber der Wunsch zum schnellstmöglichen Remis gegen starke Gegner ist noch gründlicher ausgeprägt. Nach drei Sigen zum Auftakt traf er auf Mamedyarov, gegen den Dreev das Schicksal nicht heraus fordern wollte und im 12.Zug die Hand zum remis reichte. Ein weiteres Kurzremis folgte in Runde acht gegen Nisipeanu (15 Züge). Dazwischen gab es noch ein paar längere Partien mit gleichem Ergebnis gegen Volkov und Beliavsky. In den letzten beiden Runden wurde das Unentschieden allerdings erst nach langem Kampf realisiert. Dreev hat aber auch vier Partien gewonnen und noch keine verloren. In einem so straken Feld wie in Warschau muss man vielleicht so spielen, um erfolgreich zu sein.

In der Siebenergruppe ist mit Alexander Beliavsky einer jener Veteranen platziert, die sich in Warschau beteiligen. Neben ihm, der allerdings immer sehr aktiv geblieben ist, spielen mit Lajos Portisch (5 P., 106ter) und Ulf Andersson (5,5. 104ter) zwei weitere ehemalige WM-Kandidaten mit.

Andersson müsste nach 10 Runden eigentlich 5 Punkte auf dem Konto haben, aber ihm unterlief gestern ein "Missgeschick". Sein Bauernendspiel gegen Lopez Martinez war gewonnen und so endete die Partie mit einem Sieg und nicht remis wie die neun Partien zuvor.

Auf 5,5, Punkte kommt auch Arkadi Naiditsch als bester Deutscher, ebenso Rustem Dautov und Alexander Graf. In dieser Gruppe sind außerdem zahlreiche Prominente zu finden, darunter Viktor Bologan.

In der heutigen elften Runde spielen an der Spitze Karjakin gegen Eljanov, Milov gegen Ivanchuk und Nisipeanu gegen Asrian.

Stand nach 10 Runden

 1 Karjakin Sergey 2635 8
 2 Milov Vadim 2653 7.5
 3 Nisipeanu Liviu-Dieter 2670 7.5
 4 Ivanchuk Vassily 2739 7.5
 5 Asrian Karen 2611 7.5
 6 Aronian Levon 2693 7
 7 Dreev Alexey 2705 7
 8 Radjabov Teimour 2673 7
 9 Tiviakov Sergei 2631 7
10 Beliavsky Alexander G 2630 7
11 Eljanov Pavel 2641 7
12 Fedorov Alexei 2602 7
13 Kotronias Vasilios 2578 7
14 Popov Valerij 2568 7
15 Volkov Sergey 2634 6.5
16 Krasenkow Michal 2672 6.5
17 Pantsulaia Levan 2496 6.5
18 Parligras Mircea 2560 6.5
19 Jakovenko Dmitry 2608 6.5
20 Najer Evgeniy 2615 6.5
21 Rublevsky Sergei 2645 6.5
22 Balogh Csaba 2531 6.5
23 Moiseenko Alexander 2665 6.5
24 Movsesian Sergei 2628 6.5
25 Iljushin Alexei 2543 6.5
26 Riazantsev Alexander 2608 6.5
27 Gurevich Mikhail 2630 6.5
28 Sokolov Ivan 2662 6.5
29 Ftacnik Lubomir 2540 6.5
30 Areshchenko Alexander 2595 6.5
31 Kobalia Mikhail 2644 6.5
32 Iordachescu Viorel 2609 6.5
33 Aleksandrov Aleksej 2635 6.5
34 Kornev Alexei 2565 6.5

229 players

 


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