Karl: Die neuen Nachwuchsstars

von André Schulz
14.10.2020 – Schwerpunkt-Thema des neuen Karl-Hefts sind die "Toptalente unserer Zeit". Alireza Firouzja macht derzeit in Stavanger von sich reden und wird im Heft von Mihail Marin portraitiert. Aber auch einige andere Talente klopfen an die Tür, nicht zuletzt Vincent Keymer. Die meisten Talente kommen allerdings aus Asien.

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Die Weltspitze von morgen

In der aktuellen Ausgabe des kulturellen Schachmagazins Karl stehen die aktuellen Talente im Fokus der Betrachtung. 

Mihail Marin betrachtet die Partien des "Kronjuwels" Alireza Firouzja. Der Iraner ist mit 17 Jahren in die Weltspitze vorgestoßen und wird von vielen als möglicher Nachfolger von Magnus Carlsen als Weltmeister gehandelt. In einem weiteren Aufsatz stellt Marin auch die weltbeste U20-Spielerin vor, Zhansaya Abdumalik aus Kasachstan. Und noch einmal Mihail Marin: Neben Alireza Firouzja ist Nodirbek Abdussatorov eines der größten jungen Talente. Er kommt wie Zhansaya Abdumalik aus Zentralasien, aus Usbekistan, wo die Erfolge von Rustam Khasimdjanov für einen Schachboom gesorgt haben.

Vladimir Barski portraitiert eine Reihe von russischen Talenten, Vladislav Artemiev, Alexei Sarana, Andrej Esipenko, Volodar Murzin und die Doppel-Jugendweltmeisterin Polina Shuvalova. Es ist nicht ganz so wie früher, aber Schachtalente gibt es in Russland noch genug.

Auch in den USA tut sich einiges in Bezug auf das Schach. Mit dem Saint Louis Chess Center und seinem Mäzen Rex Sinquefield ist viel Geld und Knowhow in das US-Schach gekommen. Schach lohnt sich in den USA und hat einen guten Ruf. Joel Benjamin stellt die größten US-Talente vor: Jeffrey Xiong, Sam Sevian, Awonder Liang, John Burke und Carissa Yip.

In einem Interview mit Harry Schaack spricht der frühere Weltklassespieler und jetzige Schachtrainer Artur Jussupov über die Talentförderung in Deutschland, die Prinzengruppe und das deutsche Ausnahmetalent Vincent Keymer. Die Entwicklung von Vincent Keymer sei eher Zufall, sagt Artur Jussupov, und nicht das Ergebnis von systematischer Nachwuchsförderung in Deutschland. Es gebe bei der Leistungsförderung in Deutschland keine funktionsfähige Systematik. Die Prinzengruppe war ein erfolgreiches Konzept, habe aber keine gleichwertige Fortsetzung erfahren. Auch die Zuständigkeiten innerhalb der Verbände sei nicht gut geklärt. 

Harry Schach portraitiert Vincent Keymer anhand einiger herausragender Partien.

Auch im Iran ist Schach sehr populär und neben dem überragenden Alireza Firouzja gibt es eine Reihe von weiteren Talenten. Einer der Väter des persischen Schachbooms ist Kazem Mortazavi. Er stellt die größten Talente seines Landes vor, Parham Maghsoodloo und Sarasadat Khademalsharie.

Wahrscheinlich ist aber Indien das Land mit den meisten jungen Talenten. Viswanthan Anand hat mit seinen Erfolgen Schach in Indien zum Volkssport gemacht.

Adhiban Baskaran lädt zu Begegnungen mit den größten Talenten Indiens ein. Da sind: Nihal Sarin ("Der Trickser"), Rameshbabu Praagnanandhaa ("Beast Lite"), Vaishali ("Praggs" Schwester), Dommaraju Gukesh ("Der stille Krieger"). Divya Deshmukh ("Die indische Prinzessin").

Vishy Anand ist zwar noch sehr aktiv, aber auch schon der Patriarch des indischen Schachs. In Indien ist er Volksheld. Adhiban erzählt eine schöne Geschichte aus den jungen Jahren des zukünftigen Weltmeisters:

Anand fuhr mit dem Zug und kam mit einem anderen Reisenden ins Gespräch. Der fragte, was er mache. "Ich spiele Schach, das ist mein Beruf", antwortete Anand. "Wenn du vom Schach leben willst", meinte der Gentleman väterlich, "dann müsstest du schon so stark sein wie Vishy Anand."

Zhang Zhong berichtet in seinem Beitrag über die Entwicklung der Schachtalente in China. Das Land der Mitte hat inzwischen schon mehrere Weltklassespieler hervorgebracht und die osteuropäischen Länder als führendes Land im Frauenschach verdrängt. Die beiden größten Talente des Landes sind derzeit Wei Yi und Zhu Jiner bei den Frauen.

In einer Rezension stellt Harry Schaack die neue Masterclasse DVD über Tigran Petrosjan vor. der in Tiflis geborene armenisch-sowjetische Weltmeister wird gerne unterschätzt. Mihail Marin hat sich auf der DVD mit Petrosjan strategischem Verständnis beschäftigt und die Erkenntnis gewonnen, dass man bei der Betrachtung von Petrosian Partien sehr viel für das eigene Verständnis mitnehmen kann, besonders für die Dynamik von Qualitätsopfern. Auch das Endspiel Turm und Springer gegen Turm und Läufer war eine Spezialität von Petrosian. Karsten Müller nennt es "Petrosian-Anderssen-Endspiel".

Zur Rezension...

Master Class Band 13 - Tigran Petrosian

Ganz besondere Fähigkeiten besaß Tigran Petrosian in der Verteidigung. Er gilt als Meister der Prophylaxe und ahnte Schwierigkeiten schon lange, bevor sie auf dem Brett akut wurden. Lassen sie sich von unseren Autoren (Yannick Pelletier, Mihail Marin, Ka

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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Grebredna Grebredna 15.10.2020 02:02
Wieder einmal ein hochinteressantes Heft. Aus der Diskussion um die Arisierung des Lehrbuchs des Schachspiels von Dufresne/Mieses: "Dass Botwinnik jüdischer Herkunft war, wusste Anfang der 40er Jahre innerhalb und außerhalb der Sowjetunion fast niemand. Dies wurde erst nach 1948 allmählich bekannt." (Seite 7)
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