Karl-Heinz Podzielny verstorben

von André Schulz
05.08.2019 – Vergangenen Donnerstag verstarb in seiner Heimatstadt Essen der Internationale Meister, mehrfache NRW-Meister und Blitzschschachspezialist Karl-Heinz Podzielny. Er wurde 64 Jahre alt. | Foto: Schachbund

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Karl-Heinz Podzielny, am 10. September 1954 in Essen geboren, erbte das Schachtalent von seinem Vater, Karl-Heinz Podzielny sen. (1928-1995), der sich vor allem im Fernschach einen Namen gemacht hatte.

Als Jugendlicher spielte Karl-Heinz Podzielny bereits einige internationale Turnier mit und war 1972 als 18-Jähriger erstmals Teilnehmer bei den Deutschen Meisterschaften in Oberursel. Im gleichen Jahr nahm er als Auswahlspieler des Deutschen Schachbundes beim Nordic Cup teil und erreichte 1972/73 das Final im Dähne-Pokal, wo er aber Friedebert Seibt unterlag. 1973 qualifizierte Podzielny sich für das B-Finale der Juniorenweltmeisterschaft U20 und wurde hier Fünfter. 1973/74 erreichte Podzielny erneut das deutsche Pokalfinale. Diesmal unterlag er Bodo Schmidt. 1974 wurde Podzielny Deutscher Jugendmeister. Bei der Jugendeuropameisterschaft U21 1974/75 qualifizierte er sich als Vierter der Vorrunde hinter Paul van der Sterren, John Nunn und Peter Szekely für das Finale und erreichte dort den geteilten 3. bis 5. Platz. Junioren-Europameister wurde John Nunn. 1975 gab Karl-Heinz Podzielny für die Sprortfreunde Katernberg sein Debüt in der Bundesliga-West. 1976 wurde er NRW-Meister, ein Erfolg den er später einige Male wiederholen konnte.

Im folgenden Jahr wurde Podzielny erstmals zu den noch jungen Dortmunder Schachtagen eingeladen. Nach der Einführung der einteiligen Ersten Bundesliga spielte er zunächst für den SC Bamberg, Königsspringer Frankfurt und Enger-Spenge, danach viele Jahre, von 1989 bis 1998, für die SG Solingen. Mit Solingen wurde er 1997 Deutscher Meister und kam bis ins Halbfinale des Europacups der Vereine.

 

Neben der Bundesliga spielte Podzielny bei zahlreichen Open mit, zumeist in Nordrhein-Westfalen. 1991 gewann er in Dortmund das D-Turnier. 1998 gewann er das Godesburg Open. 2003 siegte er bei den Offenen Solinger Meisterschaften. 2013 gewann er das Goch Open. Ende 2018 war er noch Teilnehmer des Silvesterturniers in Gelsenkirchen.

Podzielnys besondere Leidenschaft galt dem Blitzschach. Hier feierte er große Erfolge und hielt auch auf Großmeisterniveau gut mit. Siebenmal (1974, 1977, 1978, 1979, 1985, 1986, 2007) konnte der Essener die Deutschen Blitzmeisterschaften für sich entscheiden und war damit zeitweise Rekordtitelhalter, bis Klaus Bischoff ihn ablöste. 2007, 2008 und 2009 gewann er auch die Deutsche Schnellschachmeisterschaft. Aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten im Blitzschach trug er in NRW den Spitznamen "Potzblitz". Neben dem Brett war Podzielny ein streitbarer Geist, der auch mit zahlreichen Eskapaden in der Schachszene für Gesprächsstoff sorgte. 

1986 ernannte die FIDE Karl-Heinz Podzielny zum Internationalen Meister. In seinen besten Zeiten erreichte er eine Elowertung über 2500.

Karl-Heinz Podzielny starb am 1. August 2019 in seiner Heimatstadt Essen. Er wurde 64 Jahre alt. 

Vlastimil Hort schickte uns diese Zeilen:

Lieber Karl-Heinz,

du warst immer am Schachbrett immer sehr fair und schnelle Remisen hast du nie gemocht. Auch gegen deine Krankheit hast du bis zur letzten Minute mutig gekämpft.
Ruhe in Frieden.

Dein Kollege V. Hort.

 

Nachruf von Dirk Paulsen...

Nachruf beim Deutschen Schachbund...

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.