Kasparov wie ein Orkan

von André Schulz
27.04.2015 – Während der erste Tag der "Battle of the Legends" mit einem 1,5: 4,5 zwar für ihn unerfreulich, aber noch halbwegs erträglich war, kam Nigel Short am zweiten Tag seines Schaukampfes gegen Garry Kasparov unter die Räder. Der Weltmeister von 1985 bis 2000 hatte sich offensichtlich nun warm gespielt und ließ seinem WM-Gegner von 1993 beim 5:0 keine Chance. Gesamtergebnis 8,5:1,5. Mehr...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

 

Am vergangenen Wochenende trafen sich Garry Kasparov und Nigel Short im Chess Club & Scholastic Center in St. Louis unter dem Titel "Battle of the Legends" zu einem Wettkampf, wobei Nigel Short zwar sicher eine Legende ist, aber sich ja noch sehr aktiv auf verschiedenen Turnieren erfolgreich betätigt. Garry Kasparov, der zwischen 1985 und 2005 das Schach dominiert hat wie kein Zweiter, trat nach dem Turnier von Linares 2005 vom Turnierschach zurück, blieb dem Schach aber als engagierte Galionsfigur erhalten. 2010 unterstützte er Anatoly Karpov bei dessen Kandidatur für das Amt des FIDE-Präsidenten, 2014 trat er selber an, wurde aber nicht gewählt.

Nigel Short war seinerzeit einer der jüngsten Großmeister der Welt und qualifizierte sich 1993 als erster "westlicher" WM-Herausforderer. Im Streit mit dem damaligen FIDE-Präsidenten Campomanes gründeten Kasparov und Short 1993 die Professional Chess Association und führten den WM-Kampf außerhalb der FIDE durch. Später hat Short Kasparov bei dessen Aktivitäten vielfach unterstützt.

Der Schaukampf der "Legenden" in St. Louis diente vor allem dazu, der Ankündigung einer neuen Turnierserie einen würdigen Rahmen zu verleihen. Am Freitag wurde in einer Pressekonferenz erläutert, dass die Turniere Norway Chess in Stavanger, der Rex Sinquefield Cup in St. Louis und die London Chess Classic zu einer Serie "The Grand Chess Tour" zusammengefasst werden. Die neun besten Spieler und ein Spieler des Veranstalters treten dort um einen hohen Preisfonds an, der mehr als eine Mio. US-Dollar beträgt.

Kasparovs und Shorts Schaukampf fand an zwei Tagen statt und bestand aus je einer Schnellschachpartie und vier folgenden Blitzpartien. Am ersten Tag endete die Schnellschachpartie remis und Kasparov gewann drei der vier Blitzpartien und verlor eine. Am zweiten Tag hatte der langjährige Weltmeister sich warm gespielt und fegte Short im Schnellschach und im Blitzen beim 5:0 förmlich vom Brett. Kasparov kann es noch!

 

Viel Betrieb im Chess Club & Scholastic Center. Malcolm Pein spielt vor dem Haus gegen einheimische Schachfreunde

Es gibt viele junge Schachfreunde, die regelmäßig vorbei kommen. Hier versucht ein junger Spieler, eine Taktikaufgabe zu lösen.

Auch technisch wird in St. Louis einiger Aufwand getrieben. Das ist das Studio, aus dem Maurice Ashley und Alejandro Ramirez live kommentierten

Garry Kasparov bei der Arbeit

 

 

Die Schnellschachpartien

 

 

 

 

Die Blitzpartien

 

 

 

Kasparov mit seinem Freund Michael Khordakovsky

Gemeinsame Analyse. Was lief falsch für Weiß?

Spiel, Satz und Sieg für Garry Kasparov

Ungeachtet des Ergebnisses zeigte sich Short wie immer als Gentleman und signiert hier Schachfolien

Die gemeinsame Autogrammstunde

 

Fotos: Veranstalter (Austin Fuller)

 

Turnierseite...

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren