Kein Handicap beim Schach

19.05.2017 – Die Münchner Stiftung Pfennigparade kümmert sich um Menschen, die vom Leben benachteiligt werden und führt einmal im Jahr, zusammen mit der Münchner Schachstiftung ein Schachturnier durch - in diesem Jahr schon zum zehnten Mal. Prominenter Gast war Großmeister Helmut Pfleger.

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

Schachturnier Geistesblitz und Taktikwitz: 9. Schachturnier in der Stiftung Pfennigparade

Alt und jung, Frauen und Männer mit den verschiedensten Behinderungen an einem Tisch – dafür steht das große Schachturnier, das die Münchener Schachstiftung in Kooperation mit der Stiftung Pfennigparade seit inzwischen neun Jahren veranstaltet. Dabei übernehmen die Behinderten selbst einen Großteil der Organisation.

Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderungen, Schlaganfall-Patienten, Menschen mit Muskelschwäche und Spastik-Betroffene an der Stiftung Pfennigparade treffen sich seit knapp zehn Jahren jede Woche zum Schachspielen. Angeleitet und betreut werden sie dabei von Schachtrainern der Münchener Schachakademie. Höhepunkt des Schach-Jahres an der Pfennigparade ist das große Schachturnier, das dieses Jahr zum neunten Mal ausgetragen wurde.

Eine Behinderung ist beim Schach kein Handicap

Wie im vergangenen Jahr waren auch dieses Mal wieder SchachspielerInnen, die an dem Pfennigparaden-Standort in Unterschleißheim betreut werden, beim Turnier dabei. Der gehörlose Klaus Jacobi, der dank Medizintechnik ein gewisses Hörvermögen besitzt, hat „seine“ SchachspielerInnen mit Rat und Tat beim Turnier betreut: Immer wenn es bei einer Partie eines Gehörlosen Situationen gab, bei denen ein Schiedsrichter gefragt war, unterbrach er seine Partie und half als Gebärdendolmetscher mit, das Problem zu lösen. Das Know-how dafür hat Klaus Jacobi: Seit rund zwei Jahren engagiert er sich als Schachtrainer in einer Gruppe von Angehörigen der Pfennigparade in Unterschleißheim, an der zahlreiche gehörlose SchachspielerInnen teilnehmen.

Dass sich Behinderte der Pfennigparade für Behinderte engagieren, hat an der Stiftung Pfennigparade Tradition: Für das jährliche Schachturnier gibt es ein Komitee, das die Organisation durchführt. Es besteht aus Werner Schwarz, Alexander Bassarini und Roman Hanig auf Seiten der Stiftung Pfennigparade sowie Dijana Dengler auf Seiten der Münchener Schachstiftung.

Unter den Teilnehmern sind viele Menschen, die die Schachfiguren nicht selbst bewegen können. Doch das ist kein Hindernis: Jeder, der beim Ausführen der Züge Unterstützung braucht, bekommt einen schachkundigen Assistenten, der nach seinen Ansagen die Figuren platziert. Seit Jahren engagieren sich Freiwillige aus den Reihen der Schachstiftung.

Engagierte Förderer bei der Preisverleihung

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Pfennigparade, Ernst-Albrecht von Moreau, überreichte den Turniersiegern zusammen mit Prof. Dr. Angelika Speck-Hamdan, der Schirmherrin des Turniers, Stiftungsgründer Roman Krulich sowie Moritz Opfergeld die Pokale, Medaillen und Urkunden. Jeder Teilnehmer erhielt dazu ein wertvolles Schach-Geschenk. Sehr gefreut haben sie sich über die Premium-Gutscheine von ChessBase und die Möglichkeit, ein Jahr kostenlos online zu spielen und große Turniere auf der ganzen Welt zu verfolgen.

Große Freude auf allen Seiten: Stiftungsvorsitzende Dijana Dengler (Mitte) überreicht mit Stiftungsgründer Roman Krulich (rechts) einen den Preis an die Siegerin in der Damen-Wertung

Ehrengast Dr. Helmut Pfleger, Schachgroßmeister und bekannter Schachbuch-Autor, war wie in den Jahren zuvor ebenfalls vor Ort: Er stellte nicht nur wertvolle Preise zur Verfügung, er nahm sich nach dem Turnier auch Zeit für einige Blitz-Partien mit Pfennigparaden-Spielern!

Schachgroßmeister Dr. Helmut Pfleger hat sichtlich Spaß bei der Partie gegen Kadir

Gefördert wird das Schachprojekt von der Stiftung Pfennigparade, der Stiftung Soziales der Stadtsparkasse München sowie der Firma Munich Residential von Roman Krulich und Moritz Opfergeld.

Vorfreude auf das Turnier-Jubiläum im kommenden Jahr

„Ich freue mich, dass nach so vielen Jahren noch immer viele Menschen in der Pfennigparade Freude am Schachspielen haben“, betonte Stiftungsvorsitzende Dijana Dengler in ihrer Ansprache bei der Preisverleihung, „eure Begeisterung für Schach ist ungebrochen - großartig! Mit unseren Förderern und dem Projektpartner, der Pfennigparade, werden wir schon bald für das große Turnierjubiläum im kommenden Jahr planen – wir sind sehr gespannt auf eure Ideen und Vorschläge!“

Über die Münchener Schachstiftung

Die Münchener Schachstiftung bietet seit 2007 Bildungsförderung auf der Grundlage von Schach: Zielgruppen des Förderprogramms sind Kinder und Jugendliche in sozialen Brennpunktvierteln in München, Menschen mit Behinderungen, junge Flüchtlinge, bedürftige Senioren sowie für krebskranke Kinder und Jugendliche.

Die Münchener Schachstiftung wurde 2007 von Roman Krulich gegründet und ist als gemeinnützige Stiftung anerkannt. Im Jahr 2016 wurde Roman Krulich für seine herausragenden Verdienste um die Förderung des Schachs vom Deutschen Schachbund mit dem Deutschen Schachpreis ausgezeichnet. Vorsitzende der Münchener Schachstiftung ist Nationalspielerin Dijana Dengler; Schirmherr der Münchener Schachstiftung ist der Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter.

 


Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren

RevTiberius RevTiberius 19.05.2017 03:32
Bravo! Eine wirklich gute Sache
1