Klaus Bischoff führt in Saarbrücken

von André Schulz
07.12.2015 – Nach vier Runden liegt Klaus Bischoff bei der Deutschen Einzelmeisterschaft in Saarbrücken in Führung. Der Frankfurter gab bisher erst ein Remis ab - gegen Daniel Fridman. Die Verfolgergruppe umfasst sieben Spieler mit einem halben Punkt Rückstand, darunter mit Rasmus Svane und Alexander Donchenko zwei Spieler aus dem DSB-Nachwuchskader. Mehr...

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Der Spitzenkampf der 4. Runde bei der Deutschen Meisterschaft in Saarbrücken lautete Daniel Fridman gegen Klaus Bischoff. Fridman hatte in der Runde zuvor gegen Rasmus Svane einen halben Punkt abgetreten. Bischoff kam ohne Punktverlust in diese Runde. Nach 34 Zügen endete die Partie zwischen den beiden Führenden remis. In den Duellen an den folgenden Tischen kam es zu einer Reihe von Entscheidungen und so vergrößerte sich das Verfolgerfeld auf sieben Spieler.

Ganz gut im Rennen ist auch der jüngste Spieler im Feld, Vincent Keymer. Nach seinem Auftaktremis entschied der Youngster die nächsten drei Partien, zwei davon zu seinen Gunsten.

Mitfavorit Igor Khenkin war mit 2,5 aus 4 gut gestartet und stand  in Runde 3 gegen Dr. Erik Zude haushoch auf Gewinn. Doch dann entglitt ihm die Gewinnstellung in wenigen Zügen aus den Händen und am Ende verlor er die Partie.

 

Klaus Bischoff

Rasmus Svane

Vincent Keymer

DSB-Präsident Herbert Bastian

 

Bericht zur 3. Runde

Von Bernd Vökler

3. Runde DEM Saarbrücken

 

Fridman,D-Svane,R

Mit 11…b7-b5 gießt Rasmus Svane kräftig Öl ins Feuer. Die Idee der Linienöffnung um jeden Preis kam in der Partie beispielhaft zum Tragen. Nach zehn weiteren Zügen stand der Titelverteidiger mit dem Rücken zur Wand. Weitere zwei Dutzend Züge später hatte er seine Stellung saniert und kämpfte nun seinerseits um den vollen Zähler im Turmendspiel. Remis am Spitzenbrett.

Meine Partie des Tages lieferten Erik Zude und Igor Khenkin am dritten Brett. Fast hätte ich gesagt: „im innerhessischen Duell“, jedoch spielt Igor mittlerweile in NRW.

Dr. Erik Zude

Das Drama in 3 Akten:

1. Akt: Weiß wird an die Wand genagelt.

Igor übernimmt Schritt für Schritt die Initiative und drängt alle weißen Figuren immer weiter zurück.

Zude,E-Khenkin,I

Stellung nach 30. f4-f5 von Weiß

2. Akt: Die (vermeintliche) Exekution.

Frage: Wer könnte der Versuchung eines „gewinnbringenden“ Damenopfers widerstehen?

Antwort: Der Pragmatiker in Zeitnot.

32….Dxb3 !!!? Drei Ausrufezeichen für Damenopfer, Gewinnzug und Zeitnot. Ein Fragzeichen für Damenopfer in Zeitnot.

Igor`s Lieblingsvariante geht 33. axb3 Txa1+ 34. Kh2 Sf1+ 35. Kh3 Sf4+ 0:1

Erik griff getreu dem Motto, „ Ein Sterbender kann alles essen!“ nicht nach der Dame, sondern eliminierte mit 33.Txd3 kurzerhand den Springer, ganz listig. Einfach 33…exd3 und Beharren auf dem Damenopfer brächte den Sieg. Jedoch: 33… Db2

3. Akt: Phönix aus der Asche!

Erik lebt und der Drache (respektive Igor`s König) ist tot.

39. Sh6+ gxh6 40. Tg3+ Kf8 41. Ld6+ Ke8 42. Tg8+ was für ein Finale. Der Vorhang fällt und alle Fragen offen.

Was macht Vincent?

Stern,R-Keymer,V

 

Der Berliner Großmeister zeigte sich mit 16. Sa4-c5 unerwartet angriffsfreudig. (16. a3 =) Vincent zog hier nach reiflicher Überlegung 16…Sbd5, hätte jedoch mittels 16….Sxa2 17. Ta1 b6 18. Se5 Dxd4 19. Lxa8 Lxc5 um Vorteil kämpfen können. Alles hängt und die Sache ist sehr unklar.

Später übernahm Rene Stern die Kontrolle und gewann im Endspiel.

Stand nach vier Runden

Pl. Nr. Titel Name Elo Pkt. Gegner
1. 8 GM Klaus Bischoff 2497 2505
2. 6 IM Rasmus Svane 2529 3 2499
3. 1 GM Daniel Fridman 2619 3 2482
4. 9 FM Johannes Carow 2435 3 2404
5. 5 GM René Stern 2539 3 2391
6. 4 GM Witali Kunin 2572 3 2391
7. 3 GM Alexander Donchenko 2588 3 2334
8. 7 IM Hagen Poetsch 2509 3 2288
9. 12 IM Dr. Erik Zude 2393 2462
10. 23 FM Jens Hirneise 2271 2422
11. 29   Achim Wild 2197 2415
12. 2 GM Igor Khenkin 2605 2376
13. 10   Dmitrij Kollars 2419 2373
14. 15 FM Wilfried Bode 2338 2353
15. 16   Vincent Keymer 2324 2312
16. 21   Rick Frischmann 2287 2 2511
17. 18 FM Felix Stips 2319 2 2494
18. 17 IM Herbert Bastian 2323 2 2446
19. 34   Stefan Gröger 2087 2 2436
20. 13   Alexander Hilverda 2389 2 2339
21. 31   Nick Müller 2175 2 2325
22. 24   Daniel Margraf 2265 2518
23. 25   Stephan Tschann 2258 2478
24. 27   Max Scherer 2236 2385
25. 28 FM Johannes Dorst 2204 2362
26. 32   Max Weber 2169 2346
27. 35   Kai Mailitis 2087 2333
28. 19 FM Dirk Paulsen 2303 2331
29. 33   Cornelius Middelhoff 2137 2296
30. 11 IM Christian Braun 2393 2225
31. 14 FM Martin Voigt 2342 2190
32. 26   Thomas Füllgrabe 2252 1 2332
33. 30   Enis Zuferi 2192 ½ 2370
34. 20 FM Reinhold Müller 2301 ½ 2346
35. 36   Dieter Riegler 2075 ½ 2298
36. 22 FM Matthias Liedtke 2286 ½ 2295

 

Partien

 

 

Fotos: Bernd Vökler

 

Turnierseite des DSB...

 

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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DerJumbo DerJumbo 09.12.2015 01:23
Ich finde es schon krass, dass der DSB es nicht schafft, eine eigene Homepage für die eigene DEM auf die Beine zu stellen..
MARIO1962 MARIO1962 08.12.2015 12:50
ich würde es Klaus Bischoff sehr gönnen , sollte er am Ende den Titel holen.
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