
Mit einem Paukenschlag ging am Samstag das 3.
ACP-Internetturnier zu Ende. Sieger wurde, für viele Zuschauer eher
überraschend, Konstantin Landa. Der 32jährige, für Deutschland spielende,
Großmeister hatte in seinen Matches stets den besseren Überblick und für den
Fall, dass der Überblick nicht reichte, stand ihm das Glück zur Seite. Eine
überzeugende Vorstellung, die verdient mit einem großen Erfolg endete. Zweiter
wurde Alexey Dreev, der dritte Platz wurde zwischen Sergey Karjakin und Peter
Heine Nielsen geteilt.
Die 16 Finalteilnehmer mussten zunächst in vier
Vorrunden antreten, wobei jeder gegen jeden anderen der Vorrunde ein Match über
vier Partien spielen musste. Die ersten beider jeder Gruppe qualifizierten sich
dann für das Viertelfinale.
Gruppe
1 wurde eine sichere Beute von Alexey Dreev. Er gewann alle drei seiner Matches
und zeigte hierbei eindeutig, wer Chef im Ring ist. Etwas spannender war der
Kampf um den zweiten Platz, den letztendlich Evgenij Najer gegen Emanuel Berg
für sich entscheiden konnte. Diese beiden trafen im letzten Match der Vorrunde
aufeinander und ein 2,5:1,5 hätte dem jungen Schweden gereicht um sich für das
Viertelfinale zu qualifizieren. Letztendlich sicherte der russische Großmeister
mit seiner Routine das 2:2 und die Qualifikation für das Viertelfinale.
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Group 1
|
AD
|
EN
|
CH
|
EB
|
GP
|
MP
|
|
Alexey Dreev
|
XXX
|
2,5
|
3
|
3
|
8,5
|
6
|
|
Evgenij Najer
|
1,5
|
XXX
|
2,5
|
2
|
6
|
3
|
|
Christian Bauer
|
1
|
1,5
|
XXX
|
2
|
4,5
|
1
|
|
Emanuel Berg
|
1
|
2
|
2
|
XXX
|
5
|
2
|

In Gruppe 2
konnte sich das Schach-Wunderkind Sergey Karjakin aus der Ukraine sicher
durchsetzen. Auch er gewann alle drei seiner Vorrunden-Matches und erreichte so
einen soliden Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Richtig eng wurde es in dieser
Gruppe im Kampf um Platz 2. Punktgleich mit jeweils 5,5 aus 12 erreichten diesen
Laurent Fressinet und Vladimir Baklan. Da sie beide auch jeweils 2 Matchpunkte
hatten musste der direkte Vergleich entscheiden. Diesen hatte Fressinet mit
2,5:1,5 für sich entschieden und war so der Glücklichere von beiden.
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Group 2
|
LF
|
VB
|
SK
|
TP
|
GP
|
MP
|
|
Laurent Fressinet
|
XXX
|
2,5
|
1,5
|
1,5
|
5,5
|
2
|
|
Vladimir Baklan
|
1,5
|
XXX
|
1,5
|
2,5
|
5,5
|
2
|
|
Sergey Karjakin
|
2,5
|
2,5
|
XXX
|
3
|
8
|
6
|
|
Tigran Petrosian
|
2,5
|
1,5
|
1
|
XXX
|
5
|
2
|
In
Gruppe 3 zeigte sich bereits in der Vorrunde, dass der spätere Sieger -
Konstantin Landa - in einer blendenden Verfassung war. Mit 9,5/12 erzielte er
das beste Ergebnis der Vorrunde überhaupt und sein 4:0 gegen Jan Gustafsson war
zumindest in dieser Höhe überraschend, denn Jan ist einer erfahrener
Internetspieler. Sicherlich waren viele der deutschen Zuschauer enttäuscht, dass
er mit Sicherheit nicht einen seiner besten Tage erwischt hatte.
Zweitplatzierter dieser Gruppe wurde Bartlomiej Macieja durch Siege gegen
Gustafsson und Alexander Shabalov.
|
Group 3
|
BM
|
AS
|
JG
|
KL
|
GP
|
MP
|
|
Bartlomiej Macieja
|
XXX
|
3
|
2,5
|
1
|
6,5
|
4
|
|
Alexander Shabalov
|
1
|
XXX
|
2,5
|
1,5
|
5
|
2
|
|
Jan Gustafsson
|
1,5
|
1,5
|
XXX
|
0
|
3
|
0
|
|
Konstantin Landa
|
3
|
2,5
|
4
|
XXX
|
9,5
|
6
|
In
Gruppe 4 konnte sich dann der Däne Peter Heine Nielsen durchsetzen. Seine 7,5
Punkte waren ausreichend für den Gruppensieg. Den Grundstein legte er bereits in
den ersten drei Partien, in denen er Anatoli Vaisser mit 3:0 überfuhr, ehe
dieser mit einem Sieg in der letzten Matchpartie die Höchststrafe noch abwehren
konnte. Auf Platz 2 war eigentlich Igor Glek. Dieser war zwar punktgleich mit
Vaisser, hatte aber das Match gegen diesen gewonnen und außerdem die bessere
Matchpunktzahl, so dass er weitergekommen wäre. Wäre - wenn er denn von seinem
Gegner beim gleichzeitig laufenden Schnellturnier in Luxemburg ein schnelles
remis bekommen hätte. Da dies nicht der Fall war musste er seinen Platz dann an
Vaisser abtreten.
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Group 4
|
MK
|
PHN
|
AV
|
IG
|
GP
|
MP
|
|
Mikhail Kobalia
|
XXX
|
2
|
0
|
1,5
|
3,5
|
1
|
|
Peter Heine Nielsen
|
2
|
XXX
|
3
|
2,5
|
7,5
|
5
|
|
Anatoli Vaisser
|
4
|
1
|
XXX
|
1,5
|
6,5
|
2
|
|
Igor Glek
|
2,5
|
1,5
|
2,5
|
XXX
|
6,5
|
4
|
Im Viertelfinale gab es dann ein 4:0
der Gruppensieger gegen die jeweiligen Gruppenzweiten. Dreev verlor in der 1.
Partie zwar gegen Vaisser und sorgte damit zunächst für die Möglichkeit einer
handfesten Überraschung. In den folgenden drei Partien ließ er jedoch nichts
mehr anbrennen und fuhr sicher jeweils den ganzen Punkt ein. Peter Heine Nielsen
musste in den Tiebreak gegen Najer. In dieser Partie konnte er schnell eine gute
Stellung aufbauen und hatte bald die bessere Zeit, die bessere Stellung und mehr
Material. Diese Übermacht reichte zum Sieg und damit zum Weiterkommen. Die
beiden anderen Matches waren eng, aber Karjakin und Landa gewannen jeweils mit
2,5:1,5.
|
Alexey Dreev
|
3-1
|
Igor Glek
|
|
Peter Heine Nielsen
|
3-2
|
Evgenij Najer
|
|
Sergey Karjakin
|
2,5-1,5
|
Bartlomiej Macieja
|
|
Konstantin Landa
|
2,5-1,5
|
Laurent Fressinet
|
Im Halbfinale gab es dann
interessante Matches und Partien. Dreev gewann mit 3:1 gegen Peter Heine Nielsen
und erwies sich hierbei als ein meister des Endspiels. Anders als noch im 1.
ACP-Turnier kamen seine Züge diesmal auch schnell und er hatte zwar ständig
wenig Zeit, zog aber schnell und konnte das increment von einer Sekunde pro Zug
gut nutzen. Im anderen Halbfinale konnte Landa seinen Siegeszug auch gegen den
jungen Karjakin fortsetzen und sich für das Finale qualifizieren.
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Alexey Dreev
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3-1
|
Peter Heine Nielsen
|
|
Sergey Karjakin
|
0,5-2,5
|
Konstantin Landa
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Im Finale selbst war Alexey Dreev
klarer Favorit und in der ersten Partie lief alles nach seinen Vorstellungen.
Die Zuschauer konnten das Geschehen mit Hilfe ihrer Engines natürlich mit
weitergehenden und tieferen Einblicken verfolgen als die Spieler selbst, die
ohne derartige Hilfen auskommen mussten. In der ersten Partie hatte sich bereits
eine Figur aus Landa's Mannschaft verabschiedet, als die Engine anzeigte, dass "end
of book" erreicht sei. Nach nur 23 Zügen führte Dreev 1-0. In der zweiten Partie
stand er zwar schnell mit dem Rücken zur Wand, aber eine hervorragende
Verteidigungsleistung sicherte ihm nach 83 Zügen, die meisten davon mit
hängender Klappe, das Remis. Die Tür zum Gesamterfolg war weit geöffnet, da er
nun Weiß in der 3. Partie hatte. In der 3. Partie hatte er schnell
ungleichfarbige Läufer, wenn auch mit Türmen, herbeigeführt und eine
Punkteteilung schien sicher.
Aber
Landa gelang es mit aktivem Spiel Leben in die Stellung zu bringen und in einem
taktischen Scharmützel die Läufer zu tauschen und einen Bauern zu gewinnen.
Hiervon angeschlagen verteidigte sich Dreev in den nächsten Zügen suboptimal und
musste den Ausgleich hinnehmen. Mit Weiß und dem Momentum des Matches auf seiner
Seite war Landa nun mit einem Mal der Favorit. Aber Dreev gelang es schnell die
Stellung auszugleichen. Erst als er mehr wollte und seine Stellung hierbei
schwächte gelang es Landa Spiel zu entwickeln. Ein ungenauer Zug von Dreev und
die Stellung war verloren. Landa gewann schließlich 2,5:1,5.
Nochmals herzlichen Glückwunsch
an den Sieger des Turniers, Großmeister Konstain Landa. . Einen herzlichen Dank
aber auch an alle Teilnehmer und Zuschauer, die dies Event in der vergangenen
Woche zum Erfolg führten.
Martin Fischer
-Turnierleiter-