Kosteniuk wechselt in den Schweizerischen Schachverband

von Pressemitteilung
02.01.2023 – Der Exodus russischer Schachspieler geht weiter. Ab 2024 wird Alexandra Kosteniuk für die Schweiz spielen. Die russische Spitzenspielerin und Weltmeisterin von 2008 hat neben der russischen auch die Schweizer Staatsbürgerschaft. 2013 gewann Kosteniuk den Schweizer Landesmeistertitel (im offenen Wettbewerb). Foto: Eteri Kublashvili

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Presseerklärung des Schweizerischen Schachbundes

GM Alexandra Kosteniuk spielt ab 2024 für die Schweiz

Die den Herren-Grossmeister-Titel tragende schweizerisch-russische Doppelbürgerin Alexandra Kosteniuk (38), aktuelle Nummer 9 der Damen-Weltrangliste, wird ab dem 1. Januar 2024 für die Schweiz spielen.

Derzeit tritt die 2520 ELO aufweisende Weltmeisterin von 2008, die ihrem Heimatland nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs wie viele russische Schachspieler(innen) den Rücken gekehrt hat, unter der Flagge des Weltschachbundes FIDE an.

Gemäss Peter Erismann, im Zentralvorstand des Schweizerischen Schachbundes (SSB) zuständig für das Ressort Spitzensport, wird die nach einer früheren Ehe mit einem Schweizer seit mehr als einem Jahrzehnt über den Schweizer Pass verfügende Alexandra Kosteniuk Mitglied des Schweizer Damenkaders. "Wir behalten uns jedoch die Flexibilität offen, sie auch in der Herren-Nationalmannschaft einzusetzen, wenn Not am Mann ist."

Dass die in der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (SMM) für die SG Zürich in der Nationalliga A spielende und in Frankreich lebende Alexandra Kosteniuk, die vor zwei Wochen in Warschau Blitz-Europameisterin geworden ist, nicht schon 2023 für die Schweiz spielen wird, hat einen finanziellen Hintergrund. Würde sie die Föderation jetzt schon wechseln, müsste der SSB dem russischen Schachverband eine Transfergebühr von 10'000 Dollar bezahlen. Nach einer zweijährigen Wartefrist ist der Föderationswechsel kostenlos.

Alexandra Kosteniuk, die zuletzt im Dezember 2021 für Russland gespielt hat, wird die Europa-Mannschaftsmeisterschaft im montenegrinischen Budva im November 2023 zwar noch verpassen, sie spielt jedoch im Juli das Herren-Titelturnier an den Schweizer Einzelmeisterschaften in Leukerbad. 2013 hatte sie für Schlagzeilen gesorgt, als sie an der SEM in Grächen als erste Frau den Schweizer Herren-Titel gewann.

Vor vier Wochen war bereits bekanntgeworden, dass die bei der FIDE bereits unter Schweiz figurierende Mariya Manko (2117 ELO) neu ins Schweizer Damenkader aufgenommen wird. Die mit ihrer Familie in die Schweiz geflüchtete 15-jährige Ukrainerin sorgte bei der Jugend-Europameisterschaft im türkischen Antalya im vergangenen November für Aufsehen, als sie die Goldmedaille bei den Girls U16 gewann.

Aller Voraussicht nach wird mit der 18-jährigen WIM Sofiia Hryzlova (2157 ELO) eine weitere in die Schweiz geflohene ukrainische Juniorin zum Schweizer Damenkader stossen. Sie gewann an der U18-EM in Antalya im November Bronze.

Mit der Integration von Alexandra Kosteniuk, Mariia Manko und Sofiia Hryzlova ins Schweizer Schach verfolgt der SSB laut Peter Erismann zwei Ziele. "Zum einen bieten wir den vom Ukraine-Krieg betroffenen Spielerinnen die Möglichkeit, weiterhin in einer Mannschaft antreten zu können." Wozu man wissen muss, dass Schach eine oder wenigen Sportarten ist, bei denen man für eine Nationalmannschaft spielen kann, ohne über die Nationalität des jeweiligen Landes zu verfügen.

"Zum andern", so Peter Erismann, "gehört es natürlich auch zu unseren sportlichen Zielsetzungen, mit möglichst starken Nationalteams anzutreten." Das bedeutet laut Peter Erismann jedoch nicht, dass die Nachwuchsförderung in der Schweiz vernachlässigt wird. "Mit der kürzlichen Aufnahme der beiden Junioren IM Daniel Fischer und FM Noah Fecker ins Herren-A-Kader haben wir ja ein klares Zeichen gesetzt, dass wir hoffnungsvollen Schweizer Nachwuchsspielern eine Chance geben. Wir wollen das eine tun, das andere aber nicht lassen."

Meldung beim Schweizerischen Schachverband...

 


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