Kramnik im Interview mit Sport-Express

17.02.2016 – Am 11. März wird beim Kandidatenturnier in Moskau die erste Runde ausgetragen. Der Sieger wird Weltmeister Magnus Carlsen herausfordern. Eine Name fehlt im ansonsten stark besetzten Feld - Vladimir Kramnik konnte sich auf keinem der Wege qualifizieren. In einem Interview mit dem russischen Sportexpress nimmt der 14. Weltmeister Einschätzungen vor und plaudert auch sonst aus dem Nähstübchen. Mehr...

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Vladimir Kramnik galt schon lange als möglicher Nachfolger von Garry Kasparov. Beim WM-Kampf 2000 in London erhielt er die Gelegenheit Kasparov herauszufordern und gewann das Match mit zwei Siegen, ohne Niederlage. Mit Kramnik wurde auch die Teilung der Schachweltmeisterschaften aufgehoben. 2006 kam es in Elista zu einem Wiedervereinigungswettkampf zwischen Topalov und Kramnik, das letzterer in einem allerdings von vielen skandalösen Nebentönen begleiteten Match im Stichkampf gewann.

2007 verlor Kramnik den Titel im WM-Turnier an Anand und war auch im folgenden Revanchematch dem Inder unterlegen. Beim Kandidatenturnier 2013 in London hatten Kramnik und Carlsen am Ende die gleiche Punktzahl. Die Zweitwertung entschied für Carlsen, der eine Partie mehr gewonnen hatte oder - wie Kasparov pointiert bemerkte - eine Partie mehr verloren hatte.

Im kommenden Kandidatenturnier in Moskau ist Kramnik nun seit Jahren erstmals nicht mit von der Partie.

Darauf angesprochen, dass er seit langem nicht bei den Kandidatenausscheidungen dabei ist, bedauert Kramnik diesen Umstand, meint aber auch, es sei keine Tragödie. Sein Blick richtet sich im Moment auf die kommende Schacholympiade, wo er mit dem russischen Team Gold gewinnen möchte.

Einen Favoriten beim Kandidatenturnier seiht er nicht. Alles hänge von der aktuellen Form ab.

Die Teilnahmen von sehr starken Spielern bei Open, wie dem Katar Open oder dem Gibraltar Open betrachtet Kramnik als "Demokratisierung" des Schachs. Kramnik glaubt, dass sich auch bei solchen Open am Ende immer die besten Spieler durchsetzen.

Auf die Frage, ob er vielleicht einmal als FIDE-Präsident kandidieren möchte, schloss Kramnik diese Möglichkeit nicht generell aus, verwies aber darauf, dass er derzeit noch aktiver Spieler sei und Nummer zwei in der Welt. Ilyumzhinovs Maßnahme, sein Amt wegen des US-Boykotts ruhen zu lassen, sieht er als taktischen Zug. Das US-Boykott, glaubt Kramnik, sei auf den Einfluss von Kasparov auf regierungsnahe US-Stellen zurückzuführen. Die Sanktionen wurden zudem zu einem Zeitpunkt ausgesprochen, als die Unterzeichnung eines Sponsorvertrages für einen WM-Kampf in den USA kurz bevor stand.

Im weiteren Verlauf des Interviews spricht Kramnik über die Zurich Chess Challenge und zu Beginn des zweiten Teils über die Rolle der Computer beim Schachtraining.

 

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In einer längeren Passage des Interviews blickt Kramnik auf seinen Wettkampf gegen Topalov zurück. Verglichen mit dem WM-Kampf Fischer gegen Spassky sei der Wettkampf in Elista mindestens genauso dramatisch gewesen, nur die politischen Implikationen hätten gefehlt. Die Kampagne die Topalov und sein Manager Danailov damals gegen ihn eröffnet hätten sei beispiellos gewesen und hätten Topalov ins Abseits gestellt.

 

 

Teil 1 des Interviews (engl.)...

Teil 2 des Interviews (engl.)...

 

 


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lumberjack63 lumberjack63 22.02.2016 01:05
Schön, dass Sie auch so aggressive Kommentare wie die von WolfgangR veröffentlichen.
Er hätte es ja auch bei einer schlichten Bitte bewenden lassen können, statt mit so deutschtümelnden Vorwürfen zu kommen.
Der Aufwand einer Übersetzung ist ja nicht gering und die Zusammenfassung der Kramnik'schen Theorie einer Verschwörung gegen Ilyumzhinov unter Beteiligung Kasparovs gibt den wesentlichen Inhalt wider.
Das Kasparov in seiner aktiven Zeit hauptsächlich deshalb so gut abgeschnitten habe, weil er seine überlegene heimische Vorbereitung aufs Brett bringen konnte, finde ich eine etwas gewagte These seitens Kramnik. Man mag sich eben.
Schön, dass Sie den Beitrag in dieser Form auch auf der deutschen Seite veröffentlicht haben.
WolfgangR WolfgangR 18.02.2016 06:17
Warum kann die Redaktion solche Interviews nicht auch übersetzen? Habt ihr kein Gefühl mehr für eure Muttersprache?
In Frankreich wäre dieses Verhalten unmöglich! Übersetzt bitte das Interview für deutsche Schachspieler, die der englischen Sprache nicht mächtig sind.
Auch deutsch-stämmige GM sollten bei ihren Kommentierungen an ihr Heimatpublikum denken und nicht immer nur englisch kommentieren. Nehmt euch ein Beispiel an GM Klaus Bischoff, der beinahe nur in Deutsch für Deutsche kommentiert.
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