Pressekonferenz in Moskau (v.l.n.r.): Ex-Weltmeister Vassily
Smyslov, Kramnik-Manager Carsten Hensel, Organisator Alexander Bach, Präsident
Putins Verwaltungschef Arcadij Dvorkovich, Wiedervereinigungs-Weltmeister
Vladimir Kramnik, Präsident der Russischen Schachföderation Alexander Zhukov
und Herausgeber des Schachmagazins "64" Alexander Roshal . (Foto:
"64")
Alexander Zhukov gratulierte Vladimir Kramnik zum Sieg und
betonte, dies sei nicht nur der Erfolg eines herausragenden Schachspielers,
sondern auch eine "Rettung" für die gesamte Schachwelt und zweifellos
ein enormer Erfolg des russischen Schachs.
Alexander Roshal hat die Idee aufgeworfen, Topalov solle an
dem Rundenturnier in Mexico
2007 teilnehmen dürfen und dann solle der Sieger ein finales Match gegen
Sie bestreiten.
Vladimir Kramnik: Der Manager von Topalov,
Silvio Danailov, hat sich bei der Weltmeisterschaft 2006 sicher nicht von seiner
besten Seite gezeigt, doch Topalov als Schachspieler verdient es zweifelsohne,
an dem Turnier teilnehmen zu dürfen. Für mich ist die alte Formel, mit ein
paar Korrekturen, im Vergleich zu allen anderen am erfolgreichsten. Schach
verdankt sein hohes Ansehen den Zweikämpfen um die Weltmeisterschaft. Man kann
jeden von der Straße fragen, was er vom Schach weiß. Die Antwort wird lauten:
das Match Karpov-Kasparov, Spasski-Fischer usw... Ich werde meine Position
verteidigen.
Gestern tauchten Informationen auf über einen möglichen
Rückkampf?
Kramnik: Ich habe noch nicht darüber
nachgedacht. Ich habe es gerade aus dem Internet erfahren. Heute mag mich
Topalov herausfordern, morgen Anand, Leko… Eines dieser Angebote zu ignorieren
und viele Matches gegen einen einzigen Spieler zu bestreiten, wird nicht der
richtige Weg sein.
Mr. Hensel, was halten Sie von Silvio Danailov?
Carsten Hensel: Für uns war es notwendig,
nicht nur Danailov zu bekämpfen, sondern auch ihr gesamtes Team. Alle
Videokassetten des vierten Tages wurden an Topalovs Team ausgehändigt und im
Beisein des Appeals Committees angeschaut. Dieser Protest diente allein dem
Zweck, Kramnik abzulenken.
Mr. Zhukov, sollte man Kramnik einen Orden “Marke
Sowjetunion” verleihen?
Alexander Zhukov: Wir erwägen eine
Auszeichnung, Parallelen zu den Methoden der Sowjetunion wollen wir allerdings
nicht ziehen.
Was sagen Sie dazu, dass das Appeals Committee
haupsächlich aus Topalov-Anhängern bestand?
Kramnik: Ich war damit nicht einverstanden,
doch dies war das Einzige, wo wir nicht mitreden durften. Wir konnten den
Hauptschiedsrichter wählen, nicht aber das Appeals Committee.
Während des Matches sagten Sie, Fussball hätte Sie mehr
interessiert als die Partien selbst?
Kramnik: Richtig, wann immer Champions League
ist und eine russische Mannschaft antritt, schaue ich mir die Spiele an. Dieses
Mal stellte keine Ausnahme dar.
Mr. Kramnik, erwägen Sie, noch einmal zu studieren?
Kramnik: Ein Universitätsabschluss stellt
kein Ziel für mich dar. Ein Diplom zu erlangen und nebenher Turniere zu
spielen, ist unmöglich. Ich habe mir Einiges selbst beigebracht, das ist für
mich Bildung genug.
Am Ende der Pressekonferenz kam der Vizepräsident der
Russischen Schachföderation Valerie Zukhov und sagte: “Wir sollten uns alle
freuen. Nun ist es an der Zeit, dass auch die Frauen den ersten Platz in der
Welt erobern."
(Übersetzung der Pressekonferenz aus dem Russischen von
der inoffiziellen Veselin-Topalov-Website www.veselintopalov.net)