Kramnik: Keine Revanche gegen Topalov im März

17.10.2006 – Am gestrigen Montag stellte sich Weltmeister Vladimir Kramnik nach seiner Ankunft in Moskau auf einer Pressekonferenz den Fragen von Journalisten. Dabei erteilte der Russe einem möglichen Rückkampf, wie von der Seite Veselin Topalovs gefordert, eine Absage und schlug vor, der Bulgare solle stattdessen an dem von der FIDE geplanten WM-Turnier in Mexiko 2007 teilnehmen dürfen, um sich erneut als Herausforderer zu qualifizieren. Die Pressekonferenz...

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Pressekonferenz in Moskau (v.l.n.r.): Ex-Weltmeister Vassily Smyslov, Kramnik-Manager Carsten Hensel, Organisator Alexander Bach, Präsident Putins Verwaltungschef Arcadij Dvorkovich, Wiedervereinigungs-Weltmeister Vladimir Kramnik, Präsident der Russischen Schachföderation Alexander Zhukov und Herausgeber des Schachmagazins "64" Alexander Roshal . (Foto: "64")

Alexander Zhukov gratulierte Vladimir Kramnik zum Sieg und betonte, dies sei nicht nur der Erfolg eines herausragenden Schachspielers, sondern auch eine "Rettung" für die gesamte Schachwelt und zweifellos ein enormer Erfolg des russischen Schachs. 

Alexander Roshal hat die Idee aufgeworfen, Topalov solle an dem Rundenturnier in Mexico 2007 teilnehmen dürfen und dann solle der Sieger ein finales Match gegen Sie bestreiten.

Vladimir Kramnik: Der Manager von Topalov, Silvio Danailov, hat sich bei der Weltmeisterschaft 2006 sicher nicht von seiner besten Seite gezeigt, doch Topalov als Schachspieler verdient es zweifelsohne, an dem Turnier teilnehmen zu dürfen. Für mich ist die alte Formel, mit ein paar Korrekturen, im Vergleich zu allen anderen am erfolgreichsten. Schach verdankt sein hohes Ansehen den Zweikämpfen um die Weltmeisterschaft. Man kann jeden von der Straße fragen, was er vom Schach weiß. Die Antwort wird lauten: das Match Karpov-Kasparov, Spasski-Fischer usw... Ich werde meine Position verteidigen.

Gestern tauchten Informationen auf über einen möglichen Rückkampf?

Kramnik: Ich habe noch nicht darüber nachgedacht. Ich habe es gerade aus dem Internet erfahren. Heute mag mich Topalov herausfordern, morgen Anand, Leko… Eines dieser Angebote zu ignorieren und viele Matches gegen einen einzigen Spieler zu bestreiten, wird nicht der richtige Weg sein. 

Mr. Hensel, was halten Sie von Silvio Danailov?

Carsten Hensel: Für uns war es notwendig, nicht nur Danailov zu bekämpfen, sondern auch ihr gesamtes Team. Alle Videokassetten des vierten Tages wurden an Topalovs Team ausgehändigt und im Beisein des Appeals Committees angeschaut. Dieser Protest diente allein dem Zweck, Kramnik abzulenken.

Mr. Zhukov, sollte man Kramnik einen Orden “Marke Sowjetunion” verleihen?

Alexander Zhukov: Wir erwägen eine Auszeichnung, Parallelen zu den Methoden der Sowjetunion wollen wir allerdings nicht ziehen.

Was sagen Sie dazu, dass das Appeals Committee haupsächlich aus Topalov-Anhängern bestand?

Kramnik: Ich war damit nicht einverstanden, doch dies war das Einzige, wo wir nicht mitreden durften. Wir konnten den Hauptschiedsrichter wählen, nicht aber das Appeals Committee.

Während des Matches sagten Sie, Fussball hätte Sie mehr interessiert als die Partien selbst?

Kramnik: Richtig, wann immer Champions League ist und eine russische Mannschaft antritt, schaue ich mir die Spiele an. Dieses Mal  stellte keine Ausnahme dar.

Mr. Kramnik, erwägen Sie, noch einmal zu studieren? 

Kramnik: Ein Universitätsabschluss stellt kein Ziel für mich dar. Ein Diplom zu erlangen und nebenher Turniere zu spielen, ist unmöglich. Ich habe mir Einiges selbst beigebracht, das ist für mich Bildung genug.

Am Ende der Pressekonferenz kam der Vizepräsident der Russischen Schachföderation Valerie Zukhov und sagte: “Wir sollten uns alle freuen. Nun ist es an der Zeit, dass auch die Frauen den ersten Platz in der Welt erobern."

(Übersetzung der Pressekonferenz aus dem Russischen von der inoffiziellen Veselin-Topalov-Website www.veselintopalov.net)

 


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