Langrocks Repertoire gegen den Tarrasch-Franzosen

09.03.2009 – Sergei Tiviakov hat momentan Lauf – er gewinnt überall Elopunkte hinzu (Moskau op, Pfalz op, Bundesliga) und steht in der Live Top List bereits über 2700 sowie auf Rang 27. Seine letzte Partie vor der Europameisterschaft gegen Feygin (für Eppingen in der Bundesliga) erregte unser besonderes Interesse, denn es stand ein Tarrasch-Franzose mit 3.Sd2 Le7 zur Diskussion – genau diese Variante hat Hannes Langrock in bisher drei Artikeln (CBM 126, 127 und 128) aus schwarzer Sicht unter die Lupe genommen. Tiviakov wählte das Abspiel mit 4.c3, welches im gerade in Arbeit befindlichen CBM 129 als letztes von Langrock untersucht wird. Konnte der noch amtierende Europameister etwas für Weiß beweisen? Ein Vorgriff auf CBM 129…

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Um es gleich vorwegzunehmen – die Neuerung in der erwähnten Partie kam von Feygin bereits im 7. Zug und war eine strategische Gurke. Tiviakov erhielt sofort Vorteil und gab ihn nie wieder her. Schade, denn so standen die kritischen Varianten nicht auf dem Prüfstand.
zur Partie: Tiviakov,S - Feygin,M 1-0
Der Zug 4.c3 belegt nur Rang 4 in der Popularität, häufiger werden 4.Sgf3, 4.Ld3 und 4.e5 gespielt. Dies muss aber nichts besagen, zuletzt haben Ivanchuk und eben Tiviakov so gespielt. Hier folgt der kurze Ausschnitt des Artikels von Langrock in CBM 129, der sich mit 4...c5 5.dxc5 Lxc5 6.Ld3 beschäftigt, die Hauptvariante 6.exd5 nimmt dort den größeren Raum ein:

Schwarzrepertoire Französisch 3.Sd2 Le7

Von Hannes Langrock

Teil 4: 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sd2 Le7 4.c3 c5

Ende Oktober 2008 beim Schnellturnier in Cap d'Agde probierte es Ivanchuk gegen Caruana mit 5.dxc5 Lxc5 6.Ld3!?:

Ich finde es erstaunlich, dass Weiß bislang relativ selten so gespielt hat, denn dieses Abspiel ist äußerst giftig, vor allem wenn man es nicht kennt! Die ambitionierte Idee hinter 6.Ld3 besteht darin, die Spannung im Zentrum aufrechtzuerhalten. Zu diesem Zweck folgt nach 6...Sf6 zunächst 7.De2 und erst dann Sgf3, etc. Falls Schwarz in irgendeinem Moment auf e4 tauscht, hofft Weiß dank seiner aktiveren Figuren eine langfristige Initiative zu behalten.

In besagter Ivanchuk-Partie folgte 6...Sf6 7.De2 dxe4 8.Sxe4 Sxe4 9.Lxe4 Sd7 10.Sf3 0-0 11.0-0 h6. Auch wenn Caruana dank eines am Brett schwer widerlegbaren Bauernopfers (12.Lf4 e5!?) letztlich ausgleichen konnte, wirkt die Stellung nach 10.Sf3 doch wie ein für Schwarz recht ungünstiger Rubinstein-Franzose.

Anstatt des Schlagens auf e4 geschieht häufiger 7...Sc6. Nach 8.Sgf3 sollte Schwarz möglicherweise von dem auf der Hand liegenden 8...0-0 Abstand nehmen, denn nach 9.0-0 haben wir es überraschenderweise mit einer Stellung aus dem Colle-System zu tun - allerdings mit einem nicht unbedeutenden Mehrtempo für Weiß! Meine Empfehlung ist es, mit der kurzen Rochade abzuwarten und zunächst mit 8...Dc7! 9.0-0 Ld7 den Damenflügel zu entwickeln. 

Jetzt führt 10.e5!? Sg4 11.Sb3 Lb6 zu unklarem Spiel, etwa nach 12.Lf4 f6 (B.Kutuzovic-T.Wiley, Bled 2000). Etwas häufiger hat sich Weiß in der Praxis dafür entschieden vor e4-e5 zunächst die Möglichkeit ...Sg4 zu unterbinden mit 10.h3. Doch dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Schwarz günstig auf e4 nehmen kann: 10...dxe4! 11.Sxe4 Le7 mit Ausgleich. In unserer Partie zu 5.dxc5 Lxc5 6.Ld3!?, Darbanvaighani,M - Ravi,L ½-½ war nach 12.Te1 Sd5! (xf4) klar, dass Schwarz keine Probleme hat.

Sehen Sie hier die Kurzbeschreibungen aus den Heften, die einen Einblick in die drei bisherigen Beiträge geben:

Teil 1 in CBM 126
Teil 2 in CBM 127
Teil 3 in CBM 128



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