Lausanne: Dzagnidze schlägt Ju

von André Schulz
12.03.2020 – Die 9. Runde des Frauen Grand Prix in Lausanne bot den Zuschauern zwei Entscheidungen in sehr lehrreichen Endspielen. Nana Dzagnidze gewann gegen Ju Wenjun ein Springerendspiel und Alexandra Kosteniuk gegen Pia Cramling ein Endspiel mit Turm und Läufer. | Fotos: David Llada (Fide)

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Ju Wenjun läuft beim Grand Prix in Lausanne etwas ihrer Form hinterher. Das ist vielleicht nicht so verwunderlich, denn gleich zu Anfang des Jahres musste die Weltmeisterin einen anstrengenden Titelkampf gegen Aleksandra Goryachkina spielen. Nach einer Niederlage gegen Harika, hier in Lausanne, schaffte Ju immerhin die 50% nach einem Sieg über Alina Kashlinskaya. In der gestrigen 9. Runde wurde die Chinesin aber wieder hinter die 50% zurückgeworfen, sie unterlag Nana Dzagnidze.

Erster Zug am Brett von Ju Wenjun

Die Partie bewegte sich lange Zeit auf bekannten Wegen der Abtauschvariante des Damengambits. Dort hatte Ju mit Weiß lang rochiert und suchte am Königsflügel nach einem Angriff. 

 

Ju setzte hier mit 29.gxh7 fort. Schwarz antwortete 29...Kh8. Der weiße Angriff zündete allerdings nicht richtig, da das schwarze Gegenspiel am anderen Flügel sehr stark war. Schwarz kam sogar in Vorteil und die Partie landete schließlich in einem für Weiß ungünstigen Springerendspiel.

 

61.a3 Sc3+ und hier war 62.Kd2 am besten: 62... Sb1+ (oder 62...Kxf3 63.Se1+ Ke4 (63...Kf2 64.Sd3+) 64.Kxc3=) 63.Ke2 Kg2 64.Se1+ Kh3 65.a4 Ein unmenschlicher Zug. Wer gibt schon freiwillig einen Bauern her. (65.Sc2 Kg3 Zugzwang) 65...Sc3+ 66.Kf2 Sxa4 67.Sd3 Sc3 68.Se5 mit Remischancen.

Weiß spielte aber den natürlichen Zug 62.Kd3 und verlor: 62...Kxf3 63.Kxc3 [63.Se1+ Kf2] 63...Ke2 64.Sb4 f3 65.Sd3 g4 66.Sf4+ Ke1 67.Sd3+ Kf1 68.Se5 g3 69.Sxf3 g2 70.Kb4 Kf2 71.Sg5 Kg3 72.Kc5 g1D 73.Kxd5 Dh1+ 74.Kd6 Kf4 75.Se6+ Ke4 76.d5 Dh2+ 77.Kc6 Ke5 78.Sc7 Dc2+ 79.Kd7 Da4+ 80.Ke7 Dxa3+ 81.Kd7 Dd6+ 82.Kc8 De7 0-1

In der zweiten Gewinnpartie des Tages rang Alexandra Kosteniuk, ebenfalls mit Schwarz, die "eiserne" Pia Cramling nieder. Die Schwedin war bis dahin Remiskönigin des Turniers.

 

74.Ta4+ [Einfacher war vielleicht 74.Txa5 Txd6 75.Kg2 Td2+ 76.Kg1 Kxg3 77.Ta3+ (77.Txh5? Td1#) 77...Kf4 78.Txa6 Das ist ein theoretisches Remisendspiel.]

74...Kf3 75.Lf4 Lc3 76.Ta3 Ke4 77.Ke2 a5 78.Ta2 h4 79.Kf1 Lb4 80.Kg2 Tc3 81.Te2+ Kd3 82.Td2+ Kc4 83.gxh4 Kb3 84.Te2 a4 85.h5 a3

 

86.Le5

[Oder 86.h6 a2 87.Txa2 Kxa2 88.Le5 (88.h7? Tc2+ 89.Kf3 Lc3) 88...Tc2+ 89.Kf3 Lc3 90.Lxc3 Txc3+ 91.Kg4 mit theoretischem Remis.]

86...Tc6 87.Kf3 a2 88.Tb2+ Ka3 89.Th2 Tc5 90.Lb2+ Kb3

 


Nötig war nun 91.Lg7 (oder ein anderer Läuferrückzug) 91... Lc3 92.Txa2 

Schwarz kann sich nun aussuchen, welches Endspiel sie spielen will. Beide sind aber theoretisch remis: 

1) 92...Kxa2 93.Lxc3 Txh5 ist remis, kann aber noch lange gespielt werden. 

oder 

2) 92...Lxg7  93.Ta7 Lh6 und am Ende wird ein Endspiel Turm und Läufer gegen Läufer rauskommen. Da ist auch theoretisch remis, aber Weiß muss es aufmerksam verteidigen. 

In der Partie geschah 91.Kg4? Tc2 [92.Txc2 Kxc2 93.Le5 Lc3]  0-1

Die übrigen Partien endeten remis. Nana Dzagnidze übernahm die Führung.

Ergebnisse

 

Partien

 

Tabelle

 

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.

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