Levon Aronian gewinnt WR Masters im Tiebreak

von Johannes Fischer
26.02.2023 – Vor der 9. und letzten Runde des WR Masters in Düsseldorf lagen Levon Aronian und Gukesh D mit je 5 aus 8 gemeinsam an der Spitze und wie der Zufall es wollte, traten sie in der letzten Runde gegeneinander an. Doch sie verzichteten auf einen Kampf und fanden nach 18 Zügen ein Remis durch Zugwiederholung und mussten so im Stichkampf um den Turniersieg spielen. Der dritte Mann im Stichkampf war dann Ian Nepomniachtchi, der mit Schwarz eine lange ausgeglichene Stellung gegen Vincent Keymer gewinnen konnte. Den Dreier-Stichkampf entschied Aronian klar für sich und gewann so das 1. WR Masters. | Fotos: Lennart Ootes

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WR Chess Masters

Levon Aronian und Gukesh D gingen in ihrer direkten Begegnung in der letzten Runde auf Nummer Sicher. Mit einem Sieg hätten sich beide den alleinigen Turniersieg sichern können, doch beide hatten nichts gegen ein schnelles Remis, um so zumindest auf dem geteilten ersten Platz zu landen und in einem Stichkampf auf das Beste hoffen zu können. So endete ihre Partie nach nur 18. Zügen mit einem farblosen Remis.

 

 

Das gab Ian Nepomniachtchi, der vor der letzten Runde nur einen halben Punkt hinter den beiden Führenden lag, mit einem Schwarzsieg gegen Vincent Keymer sich ebenfalls auf den geteilten ersten Platz zu schieben.

Ian Nepomniachtchi zu Beginn seiner Partie gegen Vincent Keymer | Foto: Lennart Ootes

Doch die Partie zwischen Keymer und Nepomniachtchi befand sich lange Zeit im Gleichgewicht, doch in einem schwierigen Endspiel Dame + Springer gegen Dame + Springer konnte Nepomniachtchi am Ende die Oberhand gewinnen und die Partie für sich entscheiden.

 

 

Eine bittere Niederlage für Vincent Keymer. Er gewann bei den WR Masters zwar 8,5 Elo-Punkte auf der virtuellen Weltrangliste hinzu, aber mit einem Remis gegen Nepomniachtchi hätte er wieder die Marke von 2700 Punkten übersprungen. Doch so liegt Keymer nach den WR Masters mit 2698,5 Punkten knapp unter 2700 Elo und ist die Nummer 6 der Juniorenrangliste (hinter Alireza Firouzja, Nodirbek Abdusattorov, Gukesh D, Hans Niemann und Arjun Erigaisi) und die Nummer 42 der Weltrangliste.

Am Ende einer langen Partie muss Vincent Keymer eine Niederlage quittieren. | Foto: Lennart Ootes

Nach diesem Sieg von Nepomniachtchi teilten sich Aronian, Nepomniachtchi und Gukesh mit je 5,5 aus 9 den ersten Platz und mussten einen Dreier-Stichkampf um den Turniersieg spielen - Jeder gegen Jeden zwei Partien.

Konzentriert: Levon Aronian | Foto: Lennart Ootes

In diesem Stichkampf dominierte Aronian: Er gewann erst gegen Gukesh und danach gegen Nepomniachtchi und holte sich dann mit einem weiteren Gewinn gegen Gukesh in ihrer zweiten Partie vorzeitig den Sieg im Stichkampf und wurde zum Turniersieger erklärt.

Die Partien des Tiebreaks

 

 

Ergebnisse der 9. Runde

 

Tabelle nach der 9. Runde

 

Partien

 

 

Turnierseite


Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".