LGA Premium Cup in Nürnberg

10.09.2007 – Wer einmal beim Open in der LGA in Nürnberg teilgenommen hat, kommt gerne wieder. Mit höchstens 150-200 Teilnehmern ist das Turnier überschaubar und beansprucht zudem mit sieben Runden an vier Tagen nur wenig Zeit. Die besondere Mischung aus ambitionierten Club- und Turnierspielern und einer Anzahl nationaler und internationaler Spitzenspieler verleiht dem LGA Premium Cup, wie das Open offiziell heißt, ein charmantes Flair. Hinzu kommen perfekte Organisation und die hilfreiche Infrastruktur, die der Sponsor zur Durchführung und Präsentation bereit stellen kann. Wenn dann auch noch ein Schach begeistertes Vorstandsmitglied in der Auftaktrunde fast Jungnationalspieler Baramidze zur Strecke gebracht hat, dürfte einer Wiederholung im nächsten Jahr kaum etwas im Wege stehen. Wie im Vorjahr war Jonny Hector (Bild) unter den Siegern.Turnierseite der LGA...Bericht und Bilder....

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Der 4. LGA Premium Cup
Von André Schulz

Die Landesgewerbeanstalt (LGA) Bayerns mit Sitz in Nürnberg residiert in sehr modernen und großzügigen Gebäuden unweit der Nürnberger Innenstadt. In der Nähe liegt der ebenfalls moderne Südwest-Park mit zahlreichen Firmen und einem größeren Tagungshotel. Inzwischen gehört die LGA zur TÜV Rheinland Group. Hauptsächliches Aufgabengebiet ist die Prüfung und Zertifizierung von Produkten, sowie Angebote im bericht Technologieförderung, Baustatik und vieles mehr.


Kunstausstellung in den LGA-Räumen

In diesem Jahr fand der LGA Premium Cup bereits zum vierten Mal in den Räumen des Sponsors statt. Mit Hans-Jürgen Zeitler hat die Firma einen Prokuristen in ihrem Mitarbeiterstab, der selbst ein begeisterter und auch guter Schachspieler ist und  bei dem die Anfrage aus dem Vorstand, ob Schach nicht ein gutes Vehikel zur Präsentation der LGA sei, auf fruchtbaren Boden fiel. Er fragte bei Großmeister Michael Bezold, der in Nürnberg schon den Pyramiden Cup organisiert hatte, um Hilfe an und so wurde der LGA Premium Cup auf die Beine gestellt.


im Fischer-Saal: die Spitzentische


Spielsäle: Fischer-Saal am besten, gefolgt von der Botvinnik-Promenade


Technikzentrale ohne Chefpilot Axel Fritz


Entspannung in der Mittagspause


Bezold hat als Großmeister sicher viele Kontakte in die Schachszene, aber besonders die Verbindungen zu seinen früheren Schützlingen aus seiner Zeit als Jugendtrainer des deutschen Schachbundes erweisen sich für die Organisation als nützlich. Die Jugendlichen von damals sind inzwischen sehr spielstarke Titelträger, von denen Arik Braun mit dem Jugendweltmeistertitel vielleicht die beste "Titelbeute" gemacht hat. Anscheinend haben sie ihren damaligen Trainer in guter Erinnerung behalten, denn gerne und in große Zahl folgen sie Bezolds Ruf nach Nürnberg.


Arik Braun


Rainer Buhmann


David Baramidze


Sebastian Bogner, vor zwei Jahren mit 14 Deutschlands jüngster IM aller Zeiten
 


Ilja Zaragatzki

Hinzu kommen in jedem Jahr einige weitere Titelträger, die Bezold meist persönlich kennt, und die er als Bereicherung des Wettbewerbs ansieht. Alle zusammen, Amateure und Profis,  geben der Veranstaltung ein spezielles Gesicht. So ist das Turnier in erster Linie ein Open für die Nürnberger und fränkischen Schachfreunde bzw. andere Spieler aus der näheren und weiteren Umgebung. Von den Titelträgern stammen viele aus Deutschland. Einige bekannte Spieler von außerhalb, z.B. Arthur Kogan, Johny Hector, Tiger Hillarp Persson, Ivan Farago oder Österreichs neuer Jungstar Markus Ragger, verleihen dem Turnier internationales Flair, ohne jedoch den regionalen Gesamteindruck insgesamt zu verändern.


"Mr. Modern Defence": Hillarp Persson


Farago


Kogan


Mit dem Studienkomponisten und Spieler Yochanan Afek hatte Bezold zudem jemanden eingeladen, der mit seinen Endspielstudien nach den Runden interessante Aufgaben präsentierte und zum Mitlösen animierte.


Afek mit Studie


Bezold mit "Lottofee" bei der Auslosung

Die Großmeister hatten im Verlaufe der fünf Turniertage z.T. ein schweres Leben. David Baramidze sah sich in seiner Auftaktrunde in einer schwierigen Partie gegen den LGA-Finanzchef Zeitler und profitierte davon, dass dieser seine Chancen nicht nutzte. Zeidler absolvierte wohl das anstrengendste Programm. Wie alle anderen spielte er sechs Doppelrunden an drei Tagen, ging zwischendurch aber auch noch in sein Büro zum Arbeiten.

Der schwedische Spitzenmann Tiger Hillarp Persson hatte gegen den 17-jährigen Max Fuhrmann einen Bauern weniger, als Kompensation nichts und bot schließlich verzweifelt Remis an. Sein Gegner - froh über dieses Ergebnis - nahm an und musste sich umgehend vom GM die Leviten lesen lasen - schließlich sei die Partie gewonnen und dann nimmt man kein Remis an. GM Petr Haba verlor gar gegen Helmut Luther, Nummer 104 der Setzliste. Das passierte allein am ersten Tag. In der Folge nahmen die Favoritenstürze kein Ende und mancher GM sah sich auch an den nächsten Tagen in schwieriger Lage und ließ Federn, oft gegen ehrgeizige Jugendliche aus der Region, aber auch die gestandenen deutschen Turnierspieler älteren Zuschnitts ließen sich nicht die Butter vom Brot nehmen.


Im Kopylev verlor in Runde 4 gegen den titellosen David Schneider


Elena Levushkina


Lutz Espig


Lev Gutman


Arik Braun lehnte Gutmans remis ab, verlor aber die Partie

 

So schlug Klaus Klundt mit Artur Kogan einen der Favoriten. Der Israeli mit Wohnsitz in Spanien ließ sich deswegen nicht die Laune verderben und zeigte am folgenden Tag bei TV ChessBase fröhlich seine Verlustpartie, nachdem am Vortag schon der Sieger die kritischen Momente erläutert hatte.


Klaus Klundt

Als zusätzlichen Programmpunkt hatte Michael Bezold die ChessBase Moderatoren Oliver Reeh und André Schulz eingeladen, die mit Ü-Notebook, Kamera und der technischen Hilfe von LGA Projektleiter Jochen Galsterer in einem Nebenraum zusammen mit zahlreichen Schachfreunden im Internet die Partien analysierten und kommentierten.


Oliver Reeh

Organisationschef Bezold braucht nicht viel Überredungskunst, um Spieler in das improvisierte Studio zu lotsen, damit diese dort ihre Gewinnpartien zeigten. So passierten etwa 20 mehr oder weniger bekannte Spieler die Übertragungskamera und zeigten in teils wirklich lehrreichen Ausführungen ihre Partien und reger Anteilnahme des Fachpublikums im Internet. Für viel Zuschauer ergaben sich dadurch zahlreich Aha-Erlebnisse, denn die von den Spielern erläuterten Partien eröffneten viel mehr Reichtum als eine nackte oder nur von Engineberechnungen begleitete Partie. Umgekehrt konnten aber manchmal auch die Internet-Kiebitze mit ihren Anregungen den Spielern zusätzliche Ideen zu ihren Partien vermitteln.

Sieger des Turniers wurde schließlich dank besserer Wertung Jonny Hector vor dem punktgleichen Vitaly Kunin (beide 6 Punkte). Die Turnierseite der LGA bietet ausführliche Informationen zu allen Runden.


Oliver Reeh im Gespräch mit Jonny Hector


Organisation wie im Schlaf: GM Michael Bezold

 

Link:

Turnierseite der LGA...

 

 

 

 

 


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