Die Schul-Europameisterschaft 2026 fand in einem ebenso traditionsreichen wie atmosphärisch besonderen Rahmen statt: Austragungsort war die dalmatinische Küstenstadt Trogir in Kroatien, deren historische Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und damit einen kulturell wie landschaftlich außergewöhnlichen Hintergrund für das Turnier bot.
Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinsam vom kroatischen Schachverband und der European Chess Union. Vom 26. April bis 6. Mai – kamen Nachwuchsspieler aus ganz Europa zusammen, um in sechs Altersklassen von U7 bis U17 ihre kontinentalen Meister zu ermitteln. Zentraler Austragungsort war das Hotel Medena, in dem sowohl die Partien als auch die Unterbringung organisiert wurden.
Gespielt wurde im klassischen Turniermodus über neun Runden nach Schweizer System, mit einer Bedenkzeit von 90 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug.

Die Schul-Europameisterschaft im kroatischen Trogir wurde für den deutschen Nachwuchs zu einem bemerkenswerten Erfolg – und das mit einer überraschend kleinen Delegation. Lediglich drei Spielerinnen und Spieler vertraten den Deutschen Schachbund, dennoch stand am Ende eine Ausbeute von zwei Medaillen. Im Mittelpunkt stand dabei WCM Lilian „Lily“ Schirmbeck (rechts, Foto privat), die sich bewusst dafür entschieden hatte, nicht in ihrer eigentlichen Altersklasse anzutreten, sondern in der höheren U17-Kategorie, um auf stärkere Gegner zu treffen und gleichzeitig Chancen in der Mädchenwertung zu suchen.
Schirmbeck erzielte vier Punkte aus acht Partien und belegte damit Rang fünf in der Gesamtwertung, was ihr gleichzeitig die Silbermedaille in der Mädchenkonkurrenz einbrachte. Auch wenn aus ihrem Umfeld selbstkritisch von einem „durchschnittlichen Turnier“ die Rede war, unterstreicht das Ergebnis ihr großes Potenzial. Gerade in einem stärkeren Teilnehmerfeld zeigte sie, dass sie auf diesem Niveau bereits konkurrenzfähig ist, auch wenn in entscheidenden Momenten noch die letzte Konsequenz fehlte.
| Rg. | Name | Elo | Pkt. | Wtg1 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | CM | Brankovic, Uros | 2072 | 6 | 0 | |
| 2 | Mullakutukcu, Ela | 1724 | 5,5 | 0 | ||
| 3 | Mimica, Matija | 2161 | 5 | 1 | ||
| 4 | Mirosevic, Lovre | 2001 | 5 | 2 | ||
| 5 | WCM | Schirmbeck, Lilian | 1879 | 4 | 1 | |
| 6 | Petric, Roko | 1996 | 4 | 2 | ||
| 7 | Field, Lila Quinn | 1918 | 3,5 | 0 | ||
| 8 | Hranilovic, Renato | 1612 | 2,5 | 0 | ||
| 9 | Gulic, Renato | 1506 | 0,5 | 0 |

Doppelerfolg für Deutschland. | Foto: privat
Für einen weiteren Podestplatz sorgte Varvara Sigacheva, die in der Altersklasse U11 den elften Gesamtrang belegte und damit Bronze in der Mädchenwertung gewann. Komplettiert wurde das deutsche Team durch den in der U11 an zwei gesetzten Konstantin Müller, der als Achter mit 5 aus 9 deutlich an den Medaillenrängen vorbeischrammte und 67 Elopunkte einbüßte.

Varvara Sigacheva während des Turniers. | Foto: privat
| Rg. | Name | Elo | Pkt. | Wtg1 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Aker, Meric Zeynel | 1987 | 6,5 | 1 | ||
| 2 | Ivanovic, Leonid | 2181 | 6,5 | 2 | ||
| 3 | Hisir, Onur | 1747 | 6 | 1 | ||
| 4 | Svanadze, Lile | 1645 | 6 | 2 | ||
| 5 | Unsal, Yusuf Kaan | 1878 | 5,5 | 0 | ||
| 6 | Jakhaia, Andria | 1799 | 5,5 | 0 | ||
| 7 | Rekhviashvili, Mariam | 1750 | 5,5 | 0 | ||
| 8 | Mueller, Konstantin | 2044 | 5 | 0 | ||
| 9 | Chkhartishvili, Lazare | 1830 | 5 | 0 | ||
| 10 | Plesea, Luca-Matias | 1901 | 5 | 0 | ||
| 11 | Sigacheva, Varvara | 1580 | 5 | 0 | ||
| 12 | AIM | Huzela, Lukian | 1845 | 4,5 | 0 | |
| 13 | Saltkhutsishvili, Sara | 1713 | 4,5 | 0 | ||
| 14 | Levacic, Matic | 1887 | 4,5 | 0 | ||
| 15 | Stangu, Sofia-Maria | 1681 | 4 | 0 | ||
| 16 | Komarkova, Maja | 1573 | 3,5 | 0 | ||
| 17 | Matala, Anthony-Radu | 1566 | 2,5 | 0 | ||
| 18 | Haarde Vignisson, Hafthor | 0 | 2,5 | 0 | ||
| 19 | Bihary, Cecilia Agnes | 1471 | 2 | 0 | ||
| 20 | Bucan, Miriam | 1546 | 0,5 | 0 |
Neben den sportlichen Ergebnissen wurde auch die Organisation des Turniers hervorgehoben, das als „super professionell organisiert“ beschrieben wurde. Der Austragungsort an der Adriaküste bot zudem ideale Bedingungen, um zwischen den Partien zu regenerieren.
Insgesamt zeigt das Abschneiden der kleinen deutschen Delegation eindrucksvoll, welches Potenzial im Nachwuchs steckt. Zwei Medaillen bei nur drei Teilnehmenden sind ein starkes Signal – und insbesondere Schirmbecks mutiger Schritt in eine höhere Altersklasse könnte sich langfristig als wichtiger Entwicklungsschritt erweisen.
(Quelle: Schachkicker)