Lindores Abbey Chess Challenge - Halbfinale: Carlsen und Dubov legen vor

von André Schulz
29.05.2020 – Im Halbfinale der Lindores Abbey Chess Challenge kam Magnus Carlsen zu einem klaren 3:0 gegen Hikaru Nakamura. Daniil Dubov gewann den ersten Satz gegen Ding Liren mit 2,5:1,5.

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Die Halbfinalpaarungen der Lindores Abbey Chess Challenge heißen Magnus Carlsen gegen Hikaru Nakamura und Daniil Dubov gegen Ding Liren. Wenn man so will: Team Carlsen gegen den Rest, denn Dubov gehörte ja beim letzten WM-Kampf zum Carlsen-Team und der Weltmeister hat sich danach sehr lobend über seinen Sekundanten geäußert. Am Donnerstag wurden der erste von maximal drei Sätzen a vier Partien gespielt.

Das Turnier mit dem Sponsor in Schottland spielt ein wenig transatlantisches Ping Pong mit dem vom St. Louis Chess Center gesponserten Clutch Chess Champions Showdown. Denn mit Wesley So und Hikaru Nakamur nahmen zwei Spieler hier und auch dort teil. Magnus Carlsen im Viertelfinale Wesley So aus, der dann beim Clutch Chess Hikaru Nakamura aus dem Turnier warf. Und Nakamura hatte es nun beim Lindores Turnier wieder mit Carlsen zu tun.

Der heutige erste Satz war dann wieder eine klare Angelegenheit für den Weltmeister. Carlsen gewann gleich die erste Partie in einem interessanten und lehrreichen Endspiel:

 

Weiß steht bereit, den Bauern h4 mit dem König anzuholen. Kann Schwarz noch etwas machen? Er probierte 29...b6 30.axb6 cxb6 31.Lxa6 [Nur so: 31.cxb6 h3 32.Kf2 a5 33.c3 a4 34.Lb1 a3 und Schwarz gewinnt.] 31...b5

Der Läufer ist eingesperrt und wird verloren gehen. Hat sich Carlsen verrechnet? 

32.Kf2 Kc7 33.Kg2 Kb8 34.Kh3 Ka7

 

35.Kxh4 [Nicht 35.Lxb5 cxb5 36.Kxh4 Kb7 37.Kg5 Kc6 38.Kf6 Lc8 39.e6 Kxc5 40.Kxf5 Kd6 und Schwarz gewinnt.] 35...Kxa6 36.Kg5 Kb7 37.Kf6 Ld5 38.c3 [38.Kxf5 b4 39.e6 Kc7 40.Kf6 Kd8 41.Kf7 Lc4 42.f5 reicht auch.] 38...Kc7 

 

39.Kxf5 [Nicht 39.e6 Kd8 40.Kf7 Lb3 und Schwarz gewinnt.] 39...Kd7 40.Kf6 Lxf3 41.e6+ Ke8 42.Ke5 Lg4 43.f5 Lh3 44.f6 Lg4 45.Kd6 [Nicht aber 45.f7+? Ke7 und Weiß kann nicht mehr gewinnen.] 45...Lh3 46.e7 [46.f7+ wäre wieder falsch: 46...Kf8 47.Kd7 Lg4] 46...Kf7 47.Kxc6 1–0

Die zweite Partie gewann Carlsen mit Hilfe eines entfernten Freibauern. Die dritte Partie musste Nakamura nun unbedingt gewinnen und versuchte ein unübersichtliches Handgemenge zu schaffen Aber auch hier fand er seinen Meister. 

 

25...g3 [Nach 25...Sg7 kann Schwarz noch ums Remis kämpfen. Aber muss ja eigentlich gewinnen. 26.Tad1 Lf8] 26.fxg3 Sxg3 27.Te3 Tac8 28.Tae1 Tc6 29.Tf3 Dg6 30.Sc7+ 1–0

Im Pararallel-Kampf musste sich Ding Liren also mt Daniil Dubov auseinandersetzen. Dass Dubov Züge einstreut, die nicht so naheliegend sind, musst Ding in der ersten Partie zu Kenntnis nehmen, die dem Chinesen völlig missglückte.

 

Die Partie dauerte von hier nur noch acht Züge: 13.Ta5!? g5 [13...exd3 war besser.] 14.Lg3 Lh7 [14...Dc8 15.f4 g4 hält wenigstens die Reihen geschlossen.] 15.f4 Sd5 16.Dh5 [16.Sg4 war auch stark: 16...Kg7 17.fxg5 hxg5 18.c4 Sb6 19.Da1+ Kg8 20.Sh6#] 16...c6

 

17.Taa1 [Noch stärker war sofort 17.Sg4 Dxa5 18.fxg5 Lg6 19.Dxh6 Tfe8 20.b4 Dd8 21.Sf6+] 17...f6 18.Sg4 De8 19.Dxh6 Dg6 20.fxg5 1-0

Ding schlug aber in der zweiten Partie zurück. Die dritte Partie endete Remis. Die Entscheidung fiel in der 4. Partie. Dubov bewies hier, dass er auch Endspiele gut beherrscht. 

 

39...Ke8 40.Kf4 Tf7 41.Ke5 Kd8 42.Tb1 Kc7 43.Tc1+ Kd7 44.Td1+ Kc6 45.Tc1+ Kb5

..

46.Tb1+? [46.Ke6 Tf6+ 47.Ke5 falls 47...b6? (47...Tf7) so 48.Tc7] 46...Kc4 47.Tc1+ Kd3 48.Tb1 Kc4 49.Tc1+ Kd3 50.Tb1 Ke2 51.Ke6 Tf6+ 52.Ke5 b6 53.f4 Kf3 

 

54.Tc1 [54.Tb3+ Kg4; 54.Kd5 Kg4] 54...b5 [54...Kxg3? 55.Tg1+] 55.Tb1 Tb6 56.Kxf5 Kxg3 [56...b4 57.g4 Tb5+ 58.Kg6 Kxf4 59.Kxg7 Tb6] 57.Tg1+ Kf2 58.Txg7 b4 59.Td7 b3

 

60.Td2+ [60.Td1 führt zum gleichen Ergebnis 60...b2 61.Tb1 Ke2 62.Ke5 Kd2 63.f5 Kc2 64.Txb2+ Txb2 65.f6 Kd3 66.f7 Tf2 ähnlich wie in der Partie.] 60...Ke3 61.Tb2 Kd3 62.Ke5 Kc3 63.Tb1 Kc2 64.Th1 b2 65.f5 b1D 66.Txb1 Txb1 67.f6 Tf1 68.Ke6 Kd3 69.f7 Ke4 70.Ke7 Ke5 71.Ke8 Ke6 72.f8D Txf8+ 73.Kxf8 Kf6 74.Ke8 Kg5 75.Kf7 Kxh5 76.Kf6 Kg4 0–1

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.

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