06.12.2017 – Fünf Runden und 25 Partien sind bei den London Chess Classic gespielt. 23 der 25 Partien endeten remis und beide Gewinnpartien wurden vom gleichen Spieler gewonnen: Fabiano Caruana. Nach seinem Sieg gegen Karjakin in Runde 4 gewann er in Runde 5 mit etwas Glück auch gegen Vishy Anand. Damit liegt Caruana vor dem Ruhetag am Donnerstag mit 3½ aus 5 einen Punkt vor sieben Spielern mit je 2½ aus 5. (Foto: Lennart Ootes)
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GM Blohberger präsentiert in dieser zweiteiligen Reihe ein vollständiges Repertoire für Schwarz: praxisnah, verständlich, flexibel – statt seitenlanger Theoriewüsten gibt es klare Konzepte und leicht erlernbare Strategien.
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London Chess Classic - Runde 5
Die schnellste Partie der Runde spielten Ian Nepomniachtchi und Sergey Karjakin. Nach seiner Niederlage in Runde 4 setzte Karjakin ganz auf Sicherheit und wählte eine sehr solide Eröffnung. Nepomniachtchi fand kein Rezept, um die Stellung spannend zu machen und nach anderthalb Stunden war die Partie vorbei.
Das zweite Remis der Runde spielten Levon Aronian und Maxime Vachier-Lagrave. Allerdings verpasste Vachier-Lagrave gute Chancen. Der französische Großmeister hatte Schwarz, aber setzte Aronian in der Grünfeld-Verteidigung mit einem Bauernopfer von Beginn an unter Druck. Doch dann fand er keine Möglichkeit, den Druck zu erhöhen und so endete auch diese Partie mit Remis.
Die Grünfeld-Verteidigung (1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5) ist eine beliebte Eröffnung, die Schwarz jede Menge Chancen zu aktivem Spiel gibt. Lubomir Ftacnik zeigt, worauf Schwarz achten muss, wenn er Grünfeld spielt.
Weit weniger spektakulär war das dritte Remis der Runde. Michael Adams spielte mit Weiß gegen Hikaru Nakamura, der bereit war, sich nach seiner Partie gegen Vachier-Lagrave auf ein weiteres theoretisches Duell im Drachen einzulassen. Doch davon wollte Adams nichts wissen. Der Engländer spielte solide und vermied jedes Risiko. Nach 32 Zügen wurde der Punkt dann geteilt.
Der Beginn einer spannenden Partie
Zu seinem zweiten Sieg in Folge - und der zweiten Gewinnpartie des Turniers - kam Fabiano Caruana in einer komplizierten Partie gegen Vishy Anand. In einer Berliner Verteidigung übernahm Anand nach der Eröffnung die Initiative, aber dann verlor er den Faden und gab Caruana Gegenspiel. Nach einer Reihe weiterer Ungenauigkeiten verlor Anand am Ende sogar noch.
Tiger Hillarp Persson hat die Partie ausführlich kommentiert:
"Nichts ist schwerer als eine gewonnene Partie zu gewinnen!" lautet ein bekannte Schachweisheit. Sergey Tiviakov zeigt, wie man dieses "Problem" angehen kann und noch mehr Punkte aus gewonnenen Stellungen macht.
Die längste Partie der Runde 5 spielten Magnus Carlsen und Wesley So. In einem Schwerfigurenendspiel mit ungleichfarbigen Läufern gelang es Carlsen, So unter starken Druck zu setzen und sich Gewinnchancen zu verschaffen. Doch So verteidigte sich geschickt und einfallsreich und konnte am Ende das Remis retten.
Kommentare von GM Yasser Seirawan, WGM Jennifer Shahade und GM Cristian Chirila, mit GM Maurice Ashley aus London | Quelle: Saint Louis Chess Club on YouTube
Johannes FischerJohannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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