London Chess Classic: noch zwei Unentschieden

von Klaus Besenthal
16.12.2018 – Beim London Chess Classic gab es heute im Grand-Chess-Tour-Finale die zweite Partie mit klassischer Bedenkzeit. Maxime Vachier-Lagrave eröffnete Spanisch gegen Hikaru Nakamura, und man fand sich schnell in einer damenlosen, theoretisch sehr weit ausanalysierten Variante wieder. Sehenswert war die Partie aber dennoch - beide Spieler agierten ideenreich, ohne dabei Fehler zu begehen. Die Entscheidung über den "Grand Chess Tour Champion" fällt morgen: Dann wird Rapid und Blitz gespielt. Remis endete heute auch das zweite Spiel um Platz 3 zwischen Levon Aronian und Fabiano Caruana. Beide Wettkämpfe stehen somit im Sinne der bei diesem Turnier verwendeten Zählweise 6:6. Fotos: Lennart Ootes

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Vachier-Lagrave - Nakamura, Spielstand 6:6

Die Spieler kämpften die Partie aus, bis beiderseits nur noch der "nackte" König auf dem Brett stand. Also auch hier wieder nur ein Remis, aber es war durchaus unterhaltsam und an manchen Stellen sogar lehrreich:

 

Die Spieler auf der Bühne des "London Olympia"

Aronian - Caruana, Spielstand 6:6

Die zweite Partie der "Runners-Up" (so werden die Verlierer der Halbfinals auf der Turnierseite bezeichnet) verlief aus Zuschauersicht extrem enttäuschend. Nach 21 Zügen gab es ein Remis durch Stellungswiederholung:

 

Egal, ob sie friedlich oder kämpferisch gestimmt sind: Elegante Herren sind Fabiano Caruana und Levon Aronian in jedem Fall

Die Wettkämpfe bestehen jeweils aus zwei klassischen Partien, zwei Rapidpartien und vier Blitzpartien - Rapid und Blitz stehen am morgigen Montag auf dem Programm. 

Bedenkzeit

Klassisch: 100 Minuten für 40 Züge, 60 Minuten für den Rest der Partie, plus 30 Sekunden pro Zug
Schnellschach: 25 Minuten plus 10 Sekunden pro Zug
Blitz: 5 Minuten plus 3 Sekunden pro Zug

Wertung

Klassisch: 6 Punkte für einen Sieg, 3 Punkte bei Remis

Rapid: 4 Punkte für einen Sieg, 2 Punkte bei Remis

Blitz: 2 Punkte für einen Sieg, 1 Punkt bei Remis

Zeitplan 

11. Dezember: Semi-Finals Klassisch Partie 1 im Google Hauptquartier
12. Dezember: Semi-Finals Klassisch Partie 2 im Google Hauptquartier
13. Dezember: Semi-Finals Rapid, Blitz und Playoffs (falls nötig) im Google Hauptquartier

14. Dezember: Ruhetag

15. Dezember: Finale/Spiel um Platz 3 Klassisch Partie 1 im London Olympiazentrum
16. Dezember: Finale/Spiel um Platz 3 Klassisch Partie 2 im London Olympiazentrum
17. Dezember: Finale/Spiel um Platz 3 Rapid, Blitz und Playoffs (falls nötig), Schlussfeier im London Olympiazentrum

Beginn ist jeweils um 14.00 Uhr Ortszeit (= 15.00 Uhr MEZ).

Preisgelder

1. 120.000 USD
2. 80.000 USD
3. 60.000 USD
4. 40.000 USD

Gesamtpreisfonds: 300.000 USD

 

Turnierseite London Chess Classic GCT...

Regulations für das Finale...

Eventseite...

Grand Chess Tour...

 




Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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Don Claudio Don Claudio 17.12.2018 10:45
Das klassiche Schach ist öde und quasi tot. Man kann nur hoffen, dass auch die Organisatoren und das Schachpublikum dies bald merkent und zu veränderten Modi führt. Es ist momentan ganz einfach: die ca 10 bis 15 besten Spieler der Welt spielen überwiegend seit nahezu Jahrzehnten remis gegeneinander und verdrängen sich so nicht aus ihren Spitzenpositionen und können dadurch kassieren. Spieler der "zweiten Kategorie" werden ferngehalten und bekämpft. Lediglich Carlsen gelang es durch extrem starkes kämpferisches Schach in diesen Kreis vor zu stoßen, wobei seine nicht ausgespielten Partien im WM Kampf?? zeigen, dass er offenbar nunmehr auch in das Prinzip verfallen ist: "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus". Man läßt Bkitz- und Schnellschach über das Ergrbnis im eigentlich klassischen Schach entscheiden und verliert so nicht seine Position. Es sollten mehr Spieler der besten 50 der Fideliste Zugang zu Spitzenturnieren haben um das kl. Schach wieder zu Leben zu bringen. Man sieht oft bei offenen Turnieren, wenn sich Spitzenspieler dorthin verirren, wie interessant Schach sein kann.
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