London Chess Classic: Vachier-Lagrave schmeißt Carlsen raus

von André Schulz
05.12.2019 – Maxime Vachier-Lagrave besiegte im Halbfinale des Grand Chess Tour Finales, das im Rahmen der London Chess Classic ausgteragen wird, Magnus Carlsen nach Stichkampf und trifft im Finale nun auf Ding Liren. Der Chinese gewann glatt gegen Levon Aronian. Fotos: Lennart Ootes/ Grand Chess Tour

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Nach den zwei Remisrunden an den Vortagen gingen die Spieler nach der Londoner Punkte-Arithmetik mit einem 6:6 in den den dritten und letzten Spieltag. Hier musste nun die Entscheidung fallen, notfalls im Stichkampf. Zwei Rapidpartien und vier Blitzpartien standen auf dem Programm, mit der speziellen Londoner Wertung, also vier Punkte für einen Sieg in den Schnellschachpartien und zwei Punkte für einen Sieg in den Blitzpartien. 

Die Bühne 

In der Begegnung zwischen Ding Liren und Levon Aronian zeigte sich der chinesische Spitzenspieler an diesem Tag in Bestform und gewann beide Schnellschachpartien, womit er in der Gesamtwertung schon mit 14:6 in Führung ging. Aronian hätte nun alle vier Blitzpartien gewinnen müssen, um den Rückstand noch auszugleichen. Ding Liren reichte ein einziges Remis und das schaffte er gleich in der ersten Partie. Mit 15 Punkten war er nun uneinholbar. Die übrigen Blitzpartien wurden aber noch gespielt.

 

Mit 19.b4 erreichte Weiß eine sehr vorteilhafte Stellung. 19... Lxb4 20.Lxf7 und der Läufer auf b4 ginge nach einem Damenschach auf c4 verloren. Nach 20... Kg7, folgt 21.Se6 und nach 20...Kh8 käme 21. Txd7 mit Mattdrohung nach De5. Schwarz musste deshalb die Qualität geben und stand auf verlorenem Posten.

Ding Liren und Aronian

In der zweiten Schnellschachpartie erging es Aronian nicht besser.

 

Aronian hatte in der Englischen Eröffnung ungewöhnlicherweise lang rochiert. Schwarz spielte 18...a4 und opferte nach 19.b4 einen Springer auf b4 mit unwiderstehlichem Angriff.

Im zweiten Halbfinale endeten die beiden Schnellschachpartien ohne Sieger, ebenso die ersten beiden Blitzpartien. In der dritten Blitzpartie konnte Vachier-Lagrave dann Carlsen das Turmendspiel abnehmen.

 

Weiß machte den "natürlichen" Zug 35.Tb5. Nach 35...Tc2 musste der weiße König nach f3 und Schwarz hatte klaren Vorteil, der Vachier-Lagrave zum Partiegewinn reichte (Karsten Müller wird das Endspiel sicher gründlich untersuchen). Hätte Weiß 35. e4 gezogen, hätte der weiße König das Feld e3 zur Verfügung gehabt und wäre näher am schwarzen Freibauern gewesen.

Carlsen und Vachier-Lagrave

Carlsen schlug aber in der vierten und letzten Blitzpartie zurück und gewann mit Schwarz und einer freigeistigen Interpretation der Sizilianischen Verteidigung. Beim Stand von 14:14 nach acht Partien musste der Tiebreak entscheiden. Hier fiel die Entscheidung schon in der ersten Partie. 

 

Die meiste Zeit stand Vachier-Lagrave in dieser Partie total auf Verlust. Hier konnte Weiß mit dem Abzug 29. Sxe6 Lxe3 30. Txd6 riesigen Vorteil erhalten. Carlsen zog 29. Sdxb5, was auch gut genug für einen deutlichen Gewinnvorteil war. Später ließ Carlsen seinen Gegner jedoch mehrfach entwischen und verlor die Partie sogar noch.

Die drei übrigen Stichkampfpartien endeten remis. Carlsen war ausgeschieden und spielt im kleinen Finale nun gegen Aronian um Platz drei.

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.