London: Hochspannung und brillante Rhetorik

09.12.2010 – Nachdem die Auftaktrunde der Londoner Chess Classic schon spektakulär war, legten die acht Protagonisten heute noch einmal nach und unterhielten die Schachfreunde in der englischen Hauptstadt und im Internet über Stunden mit hochklassigen Partien. Carlsen-Bezwinger Luke McShane wählte gegen Nigel Short die Drachenvariante, musste einen gefährlichen Angriff überstehen und gewann dann das Endspiel, wobei er zeitweise drei isolierte Doppelbauern hatte, davon zwei allerdings als Freibauern. In Magnus Carlsen gegen Michael Adams ging der Norweger mit Weiß in der Englischen Eröffnung einiges Risiko und hatte schließlich das bessere Ende für sich. Noch mehr Risiko nahm Vladimir Kramnik mit einem sehr spekulativen positionellen Figurenopfer gegen Hikaru Nakamura in Kauf. Zwar hatte der Ex-Weltmeister immer Kompensation, jedoch nicht genug, um die Partie auszugleichen. Am Ende erkämpfte Nakamura sich den vollen Punkt. In David Howell gegen Viswanathan Anand war der junge Engländer wohl kaum auf mehr als Remis aus. Der Weltmeister hatte lange mit den schwarzen Steinen zu arbeiten, um aus einer eher ruhigen Stellung etwas Vorteil zu schlagen, doch am Ende hielt Howell den halben Punkt fest. Nach der Runde zündeten McShane und besonders Nigel Short in der Pressekonferenz ein Feuerwerk an brillanten Analysen und geschliffener Rhetorik.Turnierseite...Tabelle, Partien, Impressionen...

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Fotos: Turnierseite

 


Lawrence Trent und Stpehen Gordon kommentieren live


Kramnik gegen Nakamura


Carlsen gegen Adams

 

 


In der Pressekonferenz


Carlsen zeigt Tricks in der Partie gegen Adams

McShane und Short: Sternstunde der Partieanalyse

Short kommentierte zusammen mit McShane und gab dabei u.a. das Folgende zum Besten:

Ich spielte 9.g4 - eine Variante, die mal aktuell war, so Mitte der 1980er. Auf jeden Fall, bevor Luke geboren wurde.

Hier gab es wohl viele Varianten aus der Zeit, bevor ich geboren wurde. (McShane)

Nigel Short: Ich dachte hier, ich setzte ihn Matt. Drachenspieler haben allerdings normalerweise keine Angst, Matt gesetzt zu werden. Es passiert ja andauernd - genau genommen in jeder zweiten Partie.



Zwischenruf: Das stimmt nicht (C.Ward)

Deswegen sind sie immer entspannt und ziehen halt irgend etwas. Dann rechnete ich viele Varianten durch. Es war extrem kompliziert. Ich hätte vorher ein paar von den Susan Polgar Tactics lösen sollen. Du hast das bestimmt gemacht, Luke, oder? Oder, wenn ich einen Pocket Fritz gehabt hätte. Auf der Toilette hätte ich nachschauen können. Wo ist eigentlich Frederic Friedel? Der lief doch eben noch hier rum. OK. Es gab viel zu rechnen und dann merkte ich, dass alle verschiedenen Versuche, ihn Matt zu setzten, irgendwie scheiterten. Immer gab es irgendeinen Konter. Es war eigentlich pures Glück für Luke. Und dann hatte ich plötzlich keine Zeit mehr. Zum Schluss habe ich einfach zuwenig Widerstand geleistet.




 

 

 

 

 

 


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