London Super Six: zwei Remis, ein Sieg

von Johannes Fischer
10.12.2014 – Zum Auftakt des Super Six Turniers bei den London Chess Classic unterzogen Vladimir Kramnik und Vishy Anand ihre Eröffnungskenntnisse einem anspruchsvollen Test, der zu einem Remis führte. Auch Hikaru Nakamura und Anish Giri trennten sich Remis, doch für Dramatik sorgten Michael Adams und Fabiano Caruana in einer Partie mit viel Ideen und verpassten Chancen. Mehr...

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Vladimir Kramnik - Vishy Anand

Die beiden Ex-Weltmeister bewiesen in ihrer Auftaktpartie des Super Six Wettbewerbs der London Chess Classic gute Vorbereitung. In der scharfen und theoretisch gründlich erforschten Botvinnik-Variante im Slawen folgten sie bis zum 26. Zug einer Partie zwischen Arthur Jussupow und Vladimir Tukmakov aus dem Jahre 1987. Doch als die beiden die theoretischen Pfade endlich hinter sich gelassen hatten, war das taktische Feuerwerk der Anfangsphase vorbei und ein ausgeglichenes Endspiel stand auf dem Brett. Nach 45 Zügen war das Unentschieden beschlossene Sache.

Hikaru Nakamura - Anish Giri

Die klassische Berliner Verteidigung wollte Hikaru Nakamura nicht spielen, doch über ein Remis kam der Amerikaner in seiner Auftaktpartie mit Weiß gegen Anish Giri trotzdem nicht hinaus. Nakamura wich nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.O-O Sxe4 mit 5.Te1 den Hauptvarianten der Berliner Verteidigung aus und führte im Mittelspiel eine asymmetrische Bauernstruktur herbei, um das Spiel verschärfen. Doch da Nakamuras aktive Figuren seine strukturellen Schwächen ausglichen, endete die Partie dennoch ziemlich bald und ohne viel Aufregung mit Remis.

Hikaru Nakamura suchte nach Möglichkeiten, das Spiel zu verschärfen - allerdings ohne viel Erfolg.

Anish Giri

Michael Adams - Fabiano Caruana

Die längste und spannendste Partie der ersten Runde spielten Michael Adams und Fabiano Caruana. In einem klassischen Spanier kam Caruana mit Schwarz problemlos aus der Eröffnung heraus und machte mit dem Vorstoß 19...d5 Anstalten, die Initiative zu übernehmen. Adams konterte, indem er seine Figuren zum Königsflügel brachte, um dort sein Heil in einem spekulativen Figurenopfer zu suchen. Weiß bekam zwei Bauern und Angriff für die Figur, aber einen durchschlagenden Angriff hatte er nicht und es sah so aus, als ob Caruana sich verteidigen, seine Stellung konsolidieren würde, um dann auf Gewinn zu spielen. Doch Caruana fand keine klare Verteidigung. Er wehrte zwar die Drohungen gegen seinen König ab, doch dafür wurden die weißen Freibauern auf der a- und c-Linie plötzlich stark. Und als es schon so aussah, als würde die Partie durch Zugwiederholung Unentschieden enden, brachte Adams ein Damenopfer, um die Stärke seines c-Freibauern zur Geltung zu bringen. Mit immer weniger Zeit auf der Uhr fand Caruana nichts anderes als den Übergang in ein verlorenes Damenendspiel.

 

Michael Adams gewann mit dem Glück des Tüchtigen und setzte sich
nach seinem Sieg im Blitzturnier auch im Turnier mit klassischer Bedenkzeit
gleich an die Spitze.

Fabiano Caruana nutzte seine Chancen nicht.

Stand nach der ersten Runde

Partien der ersten Runde

 

 

Rundenplan

Runde 1, Mittwoch, 10. Dezember, 16:00 bis 23:00

Vladimir Kramnik

½-½

Vishy Anand

Hikaru Nakamura

½-½

Anish Giri

Mickey Adams

1-0

Fabiano Caruana

Runde 2, Donnerstag, 11. Dezember, 16:00 bis 23:00

Vishy Anand

-

Fabiano Caruana

Anish Giri

-

Mickey Adams

Vladimir Kramnik

-

Hikaru Nakamura

Runde 3, Freitag, 12. Dezember, 16:00 bis 23:00

Hikaru Nakamura

-

Vishy Anand

Mickey Adams

-

Vladimir Kramnik

Fabiano Caruana

-

Anish Giri

Runde 4, Samstag, 13. Dezember, 14:00 bis 21:00

Vishy Anand

-

Anish Giri

Vladimir Kramnik

-

Fabiano Caruana

Hikaru Nakamura

-

Mickey Adams

Runde 5, Sonntag, 14. Dezember, 14:00 bis 21:00

Mickey Adams

-

Vishy Anand

Fabiano Caruana

-

Hikaru Nakamura

Anish Giri

-

Vladimir Kramnik

 

Turnierseite...

 



Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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