London: Tag der Offenen Spiele

von André Schulz
12.12.2014 – Dreimal wurde in London heute mit 1.e4 e5 eröffnet, zweimal gab es einen Berliner, in Caruana gegen Giri und Adams gegen Kramnik, in Nakamura gegen Anand wurde das Evans-Gambit bemüht. Alle drei Partien endeten remis, aber Adams verpasste kurz vor der Zeitkontrolle gegen Kramnik im Turmendspiel einen möglichen Gewinn. Mehr...

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Erster Zug am Brett von Nakamura und Anand

In allen drei Partien der heutigen dritten Runde der London Chess Classic stand eine Eröffnung aus dem Reich der Offenen Spiele auf dem Programm. Nicht jeder der Spieler ist allerdings mit der weißen Perspektive in der Berliner Verteidigung zufrieden, die man derzeit wohl als die Hauptvariante der Spanischen Partie ansehen muss. So griff Hikaru Nakamura gegen Anand erst zur Italienischen Eröffnung und dort zum Evans Gambit.

Bis zum 6. Zug folgten die Spieler der Hauptvariante. Anand spielte dann 6...d6, was den Gambitbauern zurückgibt. Nakamuras 9.a4 war zumindest für den GM-Bereich eine Neuerung, auch wenn noch zwei Vorgängerpartien verzeichnet sind. Mit den etwas aktiveren Figuren behielt Weiß auch nach dem frühen Damentausch noch etwas Initiative, ohne aber bei Anand allzu viel Eindruck zu hinterlassen. im 36. Zug endete die Partie remis

In den beiden anderen Partien gab es zwei "Berliner", wobei sowohl in Adams gegen Kramnik als auch in Caruana gegen Giri die Hauptvariante gespielt wurde und nicht etwa 4.d3, gefolgt von Lxc6, was in Carlsen gegen Anand, aber auch in Yi Yangqi gegen Kramnik zu Katastrophen für Schwarz geführt hatte.

Adams und Kramnik setzten die Diskussion einer Variante fort, die in Giri-Radjabov, Tashkent 2014 und Carlsen-Anand, WM Sochi 2014 (die Seeschlange) begonnen wurde. 14... Lc4 (statt 14...Lxg5) war das neues Argument von Kramnik und er hatte damit auch deutlich weniger Probleme als beispielsweise Anand.

Die Partie war lange Zeit innerhalb der Remisbreite. Im 28.Zug wurde das letzte Leichtfigurenpaar getauscht und ein reines Turmendspiel mit je sechs Bauern stand nun auf dem Brett. Kurz vor der Zeitkontrolle wurde die Partie sehr konkret und beide Spieler übersahen bei knapper Zeit einen möglichen, allerdings komplizierten Gewinn nach 40.f6 (statt 40.c5)

 

 

 

In Caruana - Giri folgte der Niederländer einer Idee, die Fressinet zum ersten Mal anwandte und die die Fianchettierung des Läufers nach b7 vorsieht. Bei einer Abwicklung büßte Giri zeitweise einen Bauern ein, den er aber bald wieder zurück gewann. Danach verflachte die Partie und endete Remis.

 

 


Partien

 

 

 

Rundenplan
Runde 1, Mittwoch, 10. Dezember, 16:00 bis 23:00

Vladimir Kramnik

½-½

Vishy Anand

Hikaru Nakamura

½-½

Anish Giri

Mickey Adams

1-0

Fabiano Caruana

Runde 2, Donnerstag, 11. Dezember, 16:00 bis 23:00

Vishy Anand

½-½

Fabiano Caruana

Anish Giri

1-0

Mickey Adams

Vladimir Kramnik

1-0

Hikaru Nakamura

Runde 3, Freitag, 12. Dezember, 16:00 bis 23:00

Hikaru Nakamura

½-½

Vishy Anand

Mickey Adams

½-½

Vladimir Kramnik

Fabiano Caruana

½-½

Anish Giri

Runde 4, Samstag, 13. Dezember, 14:00 bis 21:00

Vishy Anand

-

Anish Giri

Vladimir Kramnik

-

Fabiano Caruana

Hikaru Nakamura

-

Mickey Adams

Runde 5, Sonntag, 14. Dezember, 14:00 bis 21:00

Mickey Adams

-

Vishy Anand

Fabiano Caruana

-

Hikaru Nakamura

Anish Giri

-

Vladimir Kramnik

 

 

Open: Stand nach vier Runden

Rank Name Score Fed.
1 GM Dragun, Kamil 4.0 POL
2 IM Stopa, Jacek 4.0 POL
3 IM Bai, Jinshi 4.0 CHN
4 GM Tkachiev, Vladislav 3.5 FRA
5 GM Socko, Bartosz 3.5 POL
6 GM Lenderman, Aleksandr 3.5 USA
7 GM Fier, Alexandr 3.5 BRA
8 IM Bluebaum, Matthias 3.5 GER
9 IM Hawkins, Jonathan 3.5 ENG
10 GM Chirila, Ioan-Cristian 3.5 ROU
11 GM Greenfeld, Alon 3.5 ISR
12 GM Arkell, Keith C 3.5 ENG
13 IM Wagner, Dennis 3.5 GER
14 IM Dourerassou, Jonathan 3.5 FRA
15 IM Buckley, Graeme N 3.5 ENG

... 211 Spieler

Partien des Opens (R 1 und 2)

 

 

 

Die dritte Partie im Match zwischen Jones und Edouard endete heute remis.

 

 

 

 

Fotos: Turnierseite (John Saunders, Ray Morris-Hill)

Open-Ergebnisse...

Turnierseite...

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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Krennwurzn Krennwurzn 13.12.2014 01:13
Etwas oberflächliche Analyse, denn 39. ... Kd7 kann man schwer als Fehler kritisieren, denn auch nach 39. ... f6 40. e6 steht Weiß klar auf Gewinn und nicht nur besser wie im Kommentar angegeben. Schwarz hat einfach keine vernünftigen Züge zur Wahl - auf einen Königszug folgt c5 und auch nach d3 dringt der weiße König mit Mattdrohungen in die Stellung ein.

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