Lubomir Ftacnik: 1.Sf3

22.06.2012 – Ein offenes Geheimnis unter Großmeistern lautet: "Wenn du 1.d4 d5 2.Sf3 spielst, zeigst du, dass du Angst vor Albins Gegengambit hast. Bei der Zugfolge 1.Sf3 d5 2.d4 ist das nicht der Fall. Das wird aber sicher nicht der Grund sein, warum z.B. Vladimir Kramnik viele Jahre seine Weiß-Partien mit 1.Sf3 eröffnet. Tatsächlich ermöglicht dieser Eröffnungszug Weiß, sehr flexibel auf die Erwiderung seines Gegners zu reagieren und dessen Lieblingseröffnung, in der er sich vermutlich gut auskennt, zu vermeiden. Stattdessen drück Weiß der Partie seinen Stempel auf. Auf seiner DVD 1.Sf3 zeigt Lubomir Ftacnik Wege für Weiß, auf die verschiedenen schwarzen Erwiderungen durch geschickte Übergänge in bestimmte günstige Varianten zu reagieren. Frank Große hat die DVD durchgesehen. Im Shop kaufen...Zur Rezension...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

Lubomir Ftacnik – 1. Sf3 A Variable Repertoire for White

Der slowakische Großmeister Lubomir Ftacnik gibt auf dieser DVD eine Einführung in ein Repertoire beginnend mit dem Springerzug nach f3. In seinem Startervideo erläutert er die potentielle Motivation, warum der Weißspieler mit Sf3 starten sollte und welche (ungeliebte) Schwarz-Systeme der d4- und c4-Spieler durch geschickte Umstellung der Zugreihenfolge umgehen kann. Bevor sich den speziellen Systemen gewidmet wird erfährt der Zuschauer etwas über mögliche symmetrische Stellungen. Die Vorgehensweise, der sich Ftacnik bedient, ist methodisch. Zunächst beschreibt er an Beispielpartien die Optionen, wenn die Hauptvarianten vermieden werden, was der Schwarzspieler mit 1… b5 oder 1… b6 erreichen kann. Dazu bedient er sich Partien namhafter Großmeister, wie Kramnik, Short oder Carlsen. Ein eigenes Video erhalten die Holländische Verteidigung (der Aufbau 1. Sf3 f5 2. d4 Sf6 3. g3 g6 4. Lg2 Lg7 5. b3 wird bevorzugt) und Motive, für den weißfeldrigen schwarzen Läufer, die nach 1… d6 und 2… Lg4 entstehen können. Schließlich wird ein königsindischer Aufbau mit den weißen Steinen aufgezeigt (sozusagen ein schwarzes Eröffnungskonzept mit Mehrtempo), der sich primär an einer Hauptvariante von Königsindisch (1. Sf3 Sf6 2. c4 g6 3. g3 Lg7 4. Lg2 0-0 5. Sc3 d6 6. d4 Sbd7 7. 0-0 e5 8. e4) orientiert. Ftacnik scheut sich aber vor keiner der möglichen „großen“ Eröffnungen, die aus der Eröffnungswahl von Weiß entstehen kann.

Zunächst verlangen Englisch (1… c5), Grünfeld (1… Sc6 2. c4 g6 3. Sc3 d5 4. cxd5), Katalanisch (1… Sf6 2. c4 e6 3. g3 d5 4. Lg2) und ein Nimzowitsch-Indischer Aufbau (1… Sf6 2. c4 e6 3. Sc3 Lb4) mit einem jeweils eigenständigen Video die Aufmerksamkeit des Zuschauer. Hiernach wird über eine Stunde Video-Material der Antwort 1… d5 geschenkt. Zwei Videos werden Systemen mit 2. e3 und drei Videos mit 2. g3 spendiert. Fünfzehn Partien durchleuchtet der Großmeister, sowohl in den Intentionen, wie auch dem Charakter der Partie, der nach Eröffnungswahl besteht. Auf die Vermeidung von Hauptvarianten mittels 1… d5 und 2… Sc6 ist der Autor bereits im gleichnamigen Videoclip eingegangen.

Die Englische Eröffnung ist mit einem Video bisher zu kurz gekommen: Das wird in den abschließenden Clips nachgeholt. Sowohl dem Schwarzsystem mit 3… e5, wie auch dem Englischen Vierspringersystem wird ein Beitrag spendiert – nur der Igel bekommt zwei, wo die Unterschiede zwischen e6 und g6 aufgezeigt werden.

Fazit: Was kann man von einem Silberling bezüglich eines sehr variablen Eröffnungssystems erwarten? Großmeister Ftacnik praktiziert die Eröffnung seit vielen Jahren erfolgreich und wendet den Opener 1. Sf3 jenseits der eigenständigen Réti-Eröffnung an. Aufgezeigt werden die Möglichkeiten, die der Anwender des Eröffnungszuges hat, die Melodie der Partie zu bestimmen, indem er durch Zugumstellungen angestrebte Systeme versucht zu erreichen. Was primär für den Weißspieler interessant ist (die DVD enthält primär weiße Erfolge), muss den Schwarzspieler interessieren, wenn er sich nicht übertölpeln lassen will. Den Käufer erwarten 20 Videos in denen der Autor 65 Partien verarbeitet.

Gesamt-Videolaufzeit: 04 Stunden 33 Minuten

Zielgruppenempfehlung: Zunächst der Hinweis, dass für das Verständnis der Erläuterungen Englischkenntnisse vonnöten sind, wobei aber Schulkenntnisse durchaus ausreichend. Aufgrund der Vielfältigkeit an Eröffnungen in die die Partie wechseln kann, ist die DVD Eröffnungsfüchsen zu empfehlen, die bereits sattelfest in ihren Eröffnungen (insbesondere den [Haupt]abspielen von 1. d4 und 1. c4) sind und Wege raffinierter Zugumstellungen suchen.

 


Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren