M-tel: Mamedayrov in Front

13.05.2007 – Nach einer Remisrunde am Freitag mit drei Punkteteilungen, gab es in der gestrigen dritten Runde des M-tel Masters in Sofia drei Entscheidungen. Shakhriyar Mamedyrov brachte sich mit seinem zweiten Sieg an die Tabellenspitze. Sein Gegner, Veselin Topalov, musste indes seine zweite Niederlage hinnehmen und teilt sich derzeit noch mit Gata Kamsky das Tabellenende. Der US-Amerikaner verlor gegen Krishnan Sasikiran. Michael Adams schlug Liviu-Dieter Nisipeanu. Turnierseite...Mehr...

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Runde zwei und drei in Sofia
Von Dejan Boikov


Frühling in Sofia


M-tel Runde 1 bis 3...

 

Gleich in der Nähe des Grand Hotels, vor dem Eingang zum National Theater “Ivan Vazov” haben die Organisatoren ein Zelt aufstellen lassen, wo man die Partien auf Monitoren mitverfolgen kann.


Grand Hotel und Zelt

Viele Schachfreunde machen von dem Angebot Gebrauch, und lauschen an der frischen Luft den Kommentaren von GM Evgeny Ermenkov.

Wenn einen die Leidenschaft packt, kann man auch gleich an einem der Tische selber blitzen.

Unter den Zuschauern sah ich den bulgarischen Meister Petar Ljangov, der ein großer Fischer-Fan ist.


Petar Ljangov

Gerade wurde Ljangov Dritter der bulgarischen Seniorenmeisterschaft, war aber mit dem Ergebnis nicht zufrieden.

Die Partien des zweiten Tages endeten allesamt remis, waren aber doch recht interessant.


Adams und Topalov im Gespräch


Mamedyarov und Sasikiran kommen

Bei der Pressekonferenz herrschte großes Gedränge, da die Partien alle ungefähr zur gleichen Zeit endeten.

Topalov hatte in der Eröffnung einen kleinen Vorteil erzielt, doch Adams hielt gekonnt dagegen. 23...Te8 war ein sehr starker Zug, meinte Topalov. Adams sagte, dass sein Qualitätsopfer vor allem im Remissinne gespielt war.

Mamedyarov spielte gegen Sasikiran sehr aktiv und erhielt die besseren Möglichkeiten. Nachdem er aber dem Damentausch aus dem Weg gegangen war, sah er keinen klaren Weg mehr, wie er die Position hätte verbessern sollen. Am Ende waren alle Schwerfiguren abgetauscht und mit den ungleichfarbigen Läufern ein Remis schwer zu vermeiden. 23...b5 war eventuell eine bessere Möglichkeit im Gewinnsinne.

Kamsky spielte gegen Nispeanu recht originell und erzielte damit seinen ersten (halben) Punktgewinn im Turnier.


Nisipeanu liebt Pressekonferenzen

Dritte Runde






 

In der dritten Runde opferte Mamedyarov in seiner Partie gegen Topalov einen Bauern und erhielt dafür starken Angriff. Mit dem König in der Mitte war der Bulgare am Ende den Schwerfiguren von Mamedyarov hilflos ausgeliefert.


Mamedyarov


Topalov nicht zufrieden

Der ehemalige Fideweltmeister kritisierte sein Spiel in der Eröffnung. 7...dc4 (Cheparinov) oder später 11...Le7 waren bessere Möglichkeiten. Gelobt wurde Mamedyarovs Manöver Tf1-e1-e3, was den Turmtausch mit 18...Te8 verhindert, wegn 19.Txe8 Txe8 20.Se6 und gewinnt. Nach nur 2,5 Stunden musste der Lokalheld die Partie aufgeben.

Adams opferte gegen Nisipeanu eine Figur für zwei Bauern und entblößte damit den König seines Gegners.

Später gewann er einen weiteren Bauern und hielt dennoch den Angriff fest. Nisipeanu gab zu, das Opfer übersehen zu haben. Beide Spieler waren sich einig, dass Adams danach auf Gewinn steht. Adams meinte noch, dass er diesen Stellungstyp häufig gegen seinen Rechner spielt, aber immer verliert. 


Briefmarken

Parallel zum Turnier wird in der Hauptpost von Sofia, nicht weit vom Grand Hotel, eine umfangreiche Briefmarkenausstellung zum Thema Schach gezeigt.

Eigentümer der Sammlung ist Toncho Demirev, ein bekannter Schiedsrichter aus Veliko Tarnovo. Er hat diese Ausstellung auch schon 2003 am Rande der ECTC in Plovdiv gezeigt. Da sie inzwischen weiter gewachsen ist, fand er eine Wiederholung angemessen.


Toncho Demirev

Unter den Exponaten befindet sich die erste Schachbriefmarke überhaupt. Sie wurde 1949 in Bulgarien gedruckt.


Die erste Schachbriefmarke kam aus Bulgarien


Topalov


Stefanova-Marke


Die bulgarische Ecke

Außerdem werden einzigartige Umschläge gezeigt, z.B. mit Autogrammen von Fischer und anderen Weltmeistern (Botvinnik, Anand, Kramnik, Topalov).


Fischer-Autogramm


Umschlag mit Kortschnoj-Autogramm 1978 Baguio


Fernschachbrief von 1886


Brief von Karpov


Wettkampf Petrosian-Kortschnoj


Autogramme der Varna-Schacholympiade 1962


UdSSR gegen den Rest der Welt

"Wir sehen einzigartige Zeugnisse der Geschichte", teilt Demirev mit.

"Wussten Sie, dass es 1912 einen bulgarischen Schachklub in Karlsruhe gab, also lange vor der Gründung des Verbandes 1928?"


bulgarischer Schachklub in Karlsruhe

Eine Besonderheit ist ein Umschlag von Ruslan Ponomariov: "Wo ist der Schiedsrichter, der mir wegen eines Handyanrufs eine Null verpasste? Ich will ihm diesen Umschlag schenken."


Ponomariovs Geschenk unter dem von van Wely

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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