Magnus Carlsen bleibt Weltmeister!

von Johannes Fischer
28.11.2018 – Am Ende behielt Magnus Carlsen Recht. In der zwölften Partie des WM-Kampfs gegen Fabiano Caruana war er in guter Stellung mit Remis einverstanden, weil er seine Chancen im Schnellschach-Tiebreak höher einschätzte. Und der Erfolg gab Carlsen Recht. Er gewann den Tiebreak souverän, klar und ungefährdet mit 3-0. Damit gewann Carlsen auch den Wettkampf und verteidigte seinen Titel. | Foto: Lennart Ootes, Archiv

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Magnus Carlsen gewinnt Tiebreak souverän

Wo war Magnus Carlsens Zauber geblieben, die Fähigkeit, in scheinbar harmlosen Stellungen Möglichkeiten zu finden und seine Gegner zu überspielen, auch wenn sie keine offensichtlichen Fehler gemacht hatten. Dieser Zauber hat Carlsen zum Weltmeister gewmacht, er hat ihm die höchste Elo-Zahl beschert, die je ein Spieler erreicht hat.

Aber beim WM-Kampf gegen Caruana in London schien Carlsen dieser Zauber verloren gegangen zu sein. Alle zwölf Partien des Wettkampfs mit klassischer Bedenkzeit waren Remis ausgegangen und gleich in der ersten Partie hatte Carlsen nach starkem Spiel ein Gewinn ausgelassen. Viel Gewinnchancen bekam er danach nicht mehr. Und als er sie in der zwölften Partie bekam, war er mit Remis zufrieden.

Partie 1

Doch in der ersten Partie des Tiebreaks schien der Carlsen-Zauber wieder da zu sein. Nach der Eröffnung konnte er Caruana mit scheinbar einfachen Zügen unter Druck setzen, ja, er schien fast schon auf Gewinn zu stehen. Doch Caruana verteidigte sich einfallsreich und hartnäckig und konnte sich in ein Turmendspiel retten, in dem er gute Remischancen hatte. Doch bei knapper werdender Zeit fand Caruana nicht die richtige Verteidigung und Carlsen ging im Tiebreak 1-0 in Führung.

 

Partie 2

Der Sieg in der ersten Partie schien Carlsen beflügelt zu haben. Er wiederholte die Sveshnikov-Variante, die auch in der 12. Partie des Wettkampfs auf dem Brett gestanden hatte, aber dieses Mal bot er keine Zugwiederholung an, sondern suchte den Kampf. Nach der Niederlage in der ersten Partie hatte Caruana nichts gegen eine Verschärfung der Stellung und so kam es zu einem scharfen Sizilianer. Mit dem Vorstoß des c-Bauern schien sich Caruana wenig später Chancen zu verschaffen, aber das erwies sich schnell als Illusion. Carlsen reagierte mit einem Figurenopfer, wenig später brach die weiße Stellung zusammen und Carlsen ging im Tiebreak mit 2-0 in Führung.

 

Partie 3

Nach den zwei Niederlagen zum Auftakt musste Caruana die dritte Partie unbedingt gewinnen. Doch Carlsen hatte Weiß und wählte einen sehr sicheren, soliden Aufbau. Caruana suchte verzweifelt nach Gegenchancen und schien sie auch zu bekommen, als Carlsen die Stellung plötzlich öffnete - danach kam es zu einem Endspiel, in dem Carlsen Dame + Läufer und Caruana Dame + Springer hatte. Doch wenn Caruana in diesem Endspiel auf Gegenspiel gehofft hatte, so zerstörte Carlsen sämtliche Illusionen schnell: er neutralisierte die schwarzen Drohung und schob seine Freibauern vor. Caruana fand kein Rezept, der weiße c-Bauer ging zur Dame und wenig später gab Caruana auf. Carlsen hatte den Tiebreak 3-0 gewonnen und seinen Titel verteidigt.

 

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Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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Boris Spatzky Boris Spatzky 29.11.2018 07:43
Unterstütze den Vorschlag von pbh. Eine defensive Strategie bringt da dem Herausforderer gar nichts, was zu mehr Risikobereitschaft und Spannung führen sollte. Die alte Schach-Tradition, dass ein neuer Schachweltmeister besser sein muss als der alte (er diesen quasi 'vom Thron stossen muss') würde auch wieder zum Tragen kommen.
Anzahl der Partien mit 15 halte ich dabei für ein Minimum; könnten gerne auch 21 oder 25 Partien sein. Dass so ein Event dann eben etwas länger dauert ist ja bei der Fussball-WM oder der Tour-de-France auch der Fall und führt dort auch zu eher mehr Spannung als weniger. Würde auch die Möglichkeit bieten, dass mehr Zuschauer Karten bekommen könnten. Dafür kann die WM dann ruhig auch wieder nur alle drei Jahre gespielt werden. Zu häufige Weltmeisterschaften entwerten den Titel bloss; denkbar wäre dann im 3-Jahreszyklus im jährlichen Wechsel die WM im klassischen Schach, die Schnellschach-WM und die Blitzschach-WM.
Karl Hackenmeier Karl Hackenmeier 29.11.2018 05:44
Der Vorschlag von @pbh ist der beste und fairste. Aber vermutlich werden wir auf absehbare Zeit keine Änderung des Modus sehen.
MBachmaier MBachmaier 29.11.2018 03:40
@Rheingauer: Dass 24 Partien besser als 12 wären, da gebe ich Ihnen Recht.

Aber bitte keine Turnier-Weltmeisterschaften mehr. Die FIDE-K.-o.-Weltmeisterschaften, die mittels ihrer Mini-Matches Spannung vermitteln sollten, waren mit ihren wechselnden Überraschungssiegern der größte Reinfall der Schachgeschichte, und die Mehrheit hat nur den Weltmeister im klassischen Schach anerkannt.

Auch kannte die Fide zwei Rundenturnier-Weltmeisterschaften, das erste 2005 gewann Topalow (wer ihm Betrug vorwirft, wird angezeigt), das zweite 2007 führte mit Anand zum zwar allgemein anerkannten Weltmeister, da Weltmeister Kramnik wegen des ihm eingeräumten Revanche-Rechts bereit war, seinen Titel in diesem Doppelrundenturnier zu verteidigen; doch wurde dennoch von einem gewissen Makel dieses WM-Titels Anands gesprochen, weil er eben nicht im Zweikampf errungen wurde. Als er ihn nächstes Jahr im Zweikampf gegen Kramnik verteidigte, war aber auch dieser kleine Makel beseitigt.

Bei einem Rundenturnier ist ja der Korruption Tür und Tor geöffnet. Da brauchen sich doch nur vier zusammentun und unter sich den Sieger auskarteln. Gegen den müssen dann alle im regulären Achterturnier verlieren oder (damit's nicht so auffällig ist) auch mal Remis spielen. Nur so eine Variante. Im Sowjet-Schach gab's ja da ganze Regeln, wie sich Landsmänner gegenseitig zu helfen hatten.

Alle 16 Weltmeister haben bis jetzt ihren Titel im Zweikampf geholt oder zumindest verteidigt. Zu letzteren gehören nur Botwinnik, Karpow und Anand. Und nur dieser Zweikampf hat es bisher ermöglicht, dass wir immer würdige Weltmeister hatten. Ob dabei der WM-Kampf so schön war oder nicht, ist zweitrangig. Im Fußball sind auch nicht die Endspiele am schönsten.
MBachmaier MBachmaier 29.11.2018 03:04
Wie von Holy gesagt, wird hier der Schachweltmeister und nicht der Weltmeister im klassischen Schach ermittelt. Und zu Schach gehört auch etwas Schnellschach.

Zur Partienzahl: Es kann auch ein Zuviel geben. So brach Campomanes 1984 den Wettkampf zwischen Karpow und Herausforderer Kasparow nach 48 Partien im Stande von 5:3 Siegen wohl auf Betreiben der in Führung liegenden Karpow-Seite ab. Karpow verlor die letzten beiden Partien und schien fix und fertig.

Mit Lasker gegen Schlechter 1910 gab es immerhin ein kürzeres Match als derzeit, nämlich mit nur 10 Partien, wo sich Lasker mit einem Sieg in der letzten Partie in das zum Erhalt des Titels ausreichende Unentschieden rettete.

12 Partien wie jetzt haben immerhin stets den weltbesten Spieler zum Weltmeister gemacht.

Dass der Weltmeister mit einem Unentschieden Weltmeister bleibt, ist umso ungerechter, je niedriger die Anzahl der Partien ist. Da ist ein Schnellschach-Tiebreak besser; Armageddon ist jedoch untragbar. Wer sagt denn, dass da die Chancen 50:50 stehen? Bei guten Engines zumindest wäre Schwarz im Vorteil.

Zur Zeitkontrolle: Im ersten WM-Kampf Steinitz gegen Zukertort bei 2 Stunden für 30 Züge gewann der in den Verhandlungen mehr Bedenkzeit fordernde Steinitz, doch der herzkranke Zukertort konnte diese nicht ausnutzen.
Mit 48:27 Stunden ließ sich Steinitz insgesamt um satte 53% mehr Zeit als Zukertort (31:39 Stunden). Fair war das nicht.

Weltmeisterlichkeit zeigt sich auch in schnellerem Denken. Turnierblitzschach gab es bereits 1914, wo Capablanca Lasker schlug, das einzige Turnier, das seinen späteren WM-Titel rechtfertigen könnte. Beim WM-Kampf 1921 in Havanna hielt Lasker das dortige tropische Klima nicht aus; hernach war er ja wieder besser als Capablanca.
Rheingauer Rheingauer 29.11.2018 02:59
Warum alles so kompliziert machen?! Entweder man bekennt sich zu dem althergebrachten 24 Partienmodus und die ganze Sache bleibt mit historischem Hintergrund vergleichbar, oder man schaft die WM Matches in der jetzigen Form ganz ab. Die banale Ausrede, dass 24 Partien heute nicht mehr wegen Finanzierung ect realsierbar sein, darf man nicht einfach so hinnehmen. Heute verdienen alle an so einem Match genau so viel (wenn nicht mehr), wie vor 20 Jahren, nur eben mit halb soviel Aufwand! Man stelle sich vor, die Tour der Franc, Ralley DAkar oder der Admiralscup würden streckenmäßig halbiert oder bei einem traditionellen Golfturnier nur noch 9 Löcher gespielt..... weil für mehr einfach kein Geld mehr dar sein soll?!?
Ich persönlich finde, man sollte die ganze Heuchelei eines solchen Pseudowettkampfes lassen, wo es nur um die eigenen Finanzen geht, und das System ganz abschaffen. Besser wäre dann eine Art finales Turnier, so wie die letzten beiden KT London und Berlin, die auch für den Zuschauer und für das Schach allgemein wesentlich attraktiver waren. In diesem Turnier sollte der WM für 2-3 Jahre ermittelt werden. Daran scheint und wird es aber kein wirkliches Intresse geben, da beim jetzigen Stand alle Beteiligten genug daran verdienen..... jedenfalls solange wie es sich die Schachfans bieten lassen.
PS: Die Montags-Fussballbundesligaspiele werden ja jetzt aufgrund der langanhaltenden Proteste der Fans auch wieder eingestellt! Und die wollen solange weiter protestieren, bis das auch in der 2+3 Liga der Fall wird.
onyman onyman 29.11.2018 01:11
Ich finde den Vorschlag von @pbh sehr interessant!
Crimsonseahawk1 Crimsonseahawk1 29.11.2018 01:02
Irgendwann wird ein Herausforderer erscheinen der von seinem Stil her unerschrocken und mutig versucht die 12 Stück klassischen WM-Partien im Gewinnsinne gegen Magnus anzugehen. Für den 12 Remisen am Stück keine Option darstellen und der risikofreudig, kaltblütig und mit einem Talent gesegnet ist alles im Gewinnsinne zu unternehmen selbst wenn dadurch auch mal eine Partie verloren geht.
So ein Spieler, sofern er den auftaucht, wird Magnus als WM ablösen sollte der nicht kampflos zurücktreten oder der derzeitige überdenkenswerte WM-Modus in irgend einer weise von den Granden revolutioniert werden..
crizzy crizzy 29.11.2018 12:43
Hatte die Preisverteilung Auswirkungen auf das Remis in der 12. Runde?
Ja! Strafe muss sein. Da Magnus erst im Tiebreak gewonnen hat, gibt´s für ihn 50.000 $ weniger.

https://www.chess.com/de/article/view/alles-uber-die-schachweltmeisterschaft-2018-carlsen-caruana#prizes

Preisgeld
Die FIDE fordert(e), dass der Preisfonds der Weltmeisterschaft mindestens eine Million Euro, abzüglich aller anfallenden Steuern, beträgt. Der Veranstalter World Chess stellte offenbar, abgesehen von einem Teil der Ticketerlöse, nicht mehr als diesen Mindestbetrag zur Verfügung.

Der Preisfonds geht zu 60 Prozent an den Gewinner und zu 40 Prozent an den Verlierer, falls die Weltmeisterschaft durch die regulären 12 Partien entschieden wird. Falls der Gewinner durch ein Playoff ermittelt wird, erhält der Gewinner 55 Prozent und der Verlierer 45 Prozent.
Schachweltmeisterschaft 2018: Carlsen–Caruana. Preisgeld.
pbh pbh 29.11.2018 12:24
Schlage folgenden Modus vor: 15 Partien, und der Herausforderer bekommt 8 mal weiß und muss gewinnen. Farbfolge für den Herausforderer: S WW SS WW SS WW SS WW. Vorteile dieses Modus:

– Mehr Partien (15 statt 12) führen zu mehr Risikobereitschaft, weil man mehr Chancen hat, einen Partieverlust auch wieder auszugleichen.

– Wie früher, muss der Herausforderer zeigen, dass er den WM schlagen kann. Dem WM reicht also ein 7,5 : 7,5, dafür aber hat der Herausforderer eine Weißpartie mehr.

– Die vorgeschlagene Farbfolge wird in vielen Fällen Spannung bis zum Schluss bieten, weil der Herausforderer ggf. mit seinen letzten beiden Weißpartien den Wettkampf noch drehen kann.
ebit ebit 29.11.2018 12:17
Was soll dieses ewig Gejaule? Caruana spielte 15 Partien gegen Magnus und konnte ihn nicht ein einziges Mal besiegen. Offensichtlich zu wenig, um Weltmeister zu werden.
tuvorg tuvorg 29.11.2018 12:09
@Karl Hackenmeier

Ja, klar wird mit dem Tiebreak Einfluss auf den Wettkampf genommen. Aber der ist unabhängig davon gegeben ob er vor oder nach dem Wettkampf gespielt wird. Nur vorher gespielt ist der Einfluss in einer anderen Richtung, für mich eher zum positiven für den eigentlichen Wettkampf. Abgeschafft wäre auch in Ordnung, das hätte einen ähnlichen Effekt wie vorher gespielt..., allerdings nicht ganz.

Wenn der Herausforderer, oder besser, derjenige, der nicht favorisiert ist, den vorher gespielten Tiebreak gewinnt, dann muss der WM oder Favorit tatsächlich seine ganze Kunst zeigen, zumindest in einer einzigen Partie...…

Im Übrigen bin ich eher nicht der Ansicht, dass der amtierende Meister automatisch der Meister bleibt, wenn er nicht verliert. Zu einer Meisterschaft gehört immer ein Sieger. Ist in jeder Sportart so (zumindest kenn ich keine in der es anders ist), nur das Schach giert da nach einer Ausnahme, warum eigentlich? Nur weil es früher so war?

Man stelle sich mal vor, der alte Fußball WM steht wieder im Finale und es reicht ihm ein Unentschieden um WM zu bleiben. Oder noch besser, er steht bereits von Anfang an im Finale und wartet nur noch auf seinen Gegner damit er bei einem Unentschieden WM bleibt. Irgendwie unvorstellbar, oder?

Es geht eigentlich nur darum den Sieger auf die spannendste Art und Weise zu finden. Ich fände es auch spannend vor dem eigentlichen Endspiel einer Fußballmeisterschaft das Elfmeterschießen vorher auszutragen. Wird nicht kommen, ich weiß...….. Ein Aufschrei würde durch die Republik gehen...….

"Das Bessere ist der Feind des Guten" hat mal jemand gesagt, warten wir es ab.....
Krennwurzn Krennwurzn 29.11.2018 12:07
Ich glaube die Tiebreaks müssen unattraktiver gemacht werden für die Spieler, damit wir in Zukunft mehr Entscheidungen in den klassischen Partien sehen können.

Ideen wären:
Nur eine Armageddonpartie als Tiebreak - dh. der Glücksfaktor wird hochgeschraubt
und/oder fällt die Entscheidung im Tiebreak müssen BEIDE in die Kandidatenturniere
Preisgeldreduktion bei Tiebreak
usw...
crizzy crizzy 29.11.2018 12:02
Ich gratuliere Magnus von Herzen!
Und Fabi hat auch meine Sympathie gewonnen!
Wer Weltmeister werden will, muß den Platzhirsch niederringen, logo!
Hat Fabi nicht.
Habt ihr Kritiker vergessen, das es leichter ist, Weltmeister zu werden, als zu sein?
Fabi hätte also weltmeisterlich auftreten müssen!! Hat er nicht!
Fabi hatte es leichter. Er war Herausforderer, hatte nichts zu verlieren. Magnus schon.

Tiebreak-Partie Nr. 1:
37.-Ta2+! sichert Remis anstelle K:e4? nach 3 Sekunden von Fabi, was durch das Zwischenschach 38. Te7+! nach 14 Sekunden von Magnus zum Gewinn führte. Diese klare Überlegenheit von Magnus im Turm-Endspiel - weltmeisterlich.

Tiebreak-Partie Nr. 2:
Magnus mit 25.-e4! und 26.-L:c7! und 27.-Se5! und Fabi war geschlagen! Sein 28. Sd5?? zeigt Verunsicherung und den Klassenunterschied.
Klare Überlegenheit von Magnus im taktischen Mittelspiel.
Magnus ist würdiger Weltmeister.

Magnus zeigte Fabi eiskalt den Klassenunterschied auf. Fabi hatte nie eine Chance im Tiebreak.

Warum Magnus uns nicht mit einer klassischen Gewinnpartie verwoehnte, ist eine andere Frage.

Und, wer glaubt, es besser zu machen, sollte es zeigen!
Crimsonseahawk1 Crimsonseahawk1 29.11.2018 11:31
Wenn man den bestehenden WM-Modus als Herausforderer kennt und im Schnellschach/Blitzschach allgemein als schwächer eingestuft wird so müsste Caruana von vorn herein viel mehr riskieren und alles versuchen dem Weltmeister in der regulären 12 Partien eine Niederlage ggf. mehr beizufügen, selbst auf die Gefahr hin damit unterzugehen. Schafft er das nicht und erreicht nur ein Unendschieden hat er es auch nicht verdient WM zu werden. Oder wird bei einem 6:6 das Preisgeld geteilt ? Das Magnus so viele Remisen bei seinen WM-Kämpfen spielt wird auch kein Ruhmesblatt für Ihn in der Schachhistorie werden aber es geht im Kern darum Ihn zu schlagen und das gelingt allen Herausforderern nicht im klassischen Schach, entweder sind sie dazu über Strecke nicht in der Lage oder zeigen zu wenig Risikobereitsschaft und ein alles oder nix denken. Ein unendschiedener Ausgang bedeutet doch den Weltmeister nicht zu enthronen bei seinen Schnellschach/Blitzfähigkeiten..
Karl Hackenmeier Karl Hackenmeier 29.11.2018 11:24
Der Tiebreak ist letztlich eine Krücke, weil man es ungerecht oder unbefriedigend findet, wenn der Herausforderer nicht einmal eine Partie gewinnen konnte, aber sagen kann, "ich wurde nicht besiegt... " Das ist aber die Umkehrung des Leistungssprinzip bei diesem königlichen Wettbewerb, wo ganz klar der Herausforderer den Champion schlagen muss - und nicht umgekehrt ! Der Herausforderer greift an, der Champion verteidigt seinen Titel. Der Tiebreak zieht somit den Wettbewerb künstlich in die Länge. Er ist der Tatsache geschuldet, dass niemand mehr 24 Partien sehen oder finanzieren möchte. Der Vorschlag, den Tiebreak vor dem eigentlichen Beginn des Matches abzuhalten, ist unlogisch. Damit wird auf den klassischen Wettkampf Einfluss genommen und dieser weiter abgewertet. Es muss also nicht zwingend einen neuen Champion gäben - der neue kann der alte sein, aber der Herausforderer muss würdig sein, dem alten Champion nachzufolgen ! Der Tiebreak gehört abgeschafft.
Rheingauer Rheingauer 29.11.2018 10:55
Man stelle sich folgendes Szenario für ein Match um Blitzeinzelweltmeisterschaft vor:
Dazu werden 12 reguläre Blitzpartien ausgetragen. Falls es hier noch nicht zu einer Entscheidung kommt, werden noch 4 Schnellpartien gespielt. Sollte immer noch Gleichstand herrschen, wird eine normale Schachpartie im Amageddon-Modus ausgetragen, bei der Weiss gewinnen muss, Schwarz aber eine halbe Stunde weniger Bedenkzeit bekommt und ihm ein Unentschieden zum Gewinn langt. Der Sieger des Matches darf sich dann Blitzschachweltmeister nennen.
tuvorg tuvorg 29.11.2018 10:20
Eigentlich plädierte ich ja dafür zu losen, wenn alle Partien remis ausgehen..., aber der Vorschlag den Tiebreak vorher zu spielen, der hat auch was...… Wäre vielleicht noch interessanter dann den eigentlichen Wettkampf zu verfolgen. Wer Weltmeister werden will muss eben den eigentlichen Wettkampf gewinnen. Um es eindeutig festzustellen, ich mache weder Carlsen noch Caruana irgend einen Vorwurf, es ist vollkommen legal die Regeln auszunutzen, dann muss man halt andere Regeln definieren.

Der Austragungsmodus kann, wie gesehen, einen echten Zwang eine Partie gewinnen zu müssen, verhindern. Ich persönlich finde das schade. Es nimmt dem Wettbewerb einen großen Reiz und liefert dafür einen schalen Beigeschmack.
Ivan Petrov Ivan Petrov 29.11.2018 10:10
ja , God bless!!!!!
BMuntz BMuntz 29.11.2018 10:03
Ein kleiner Nachtrag: EIN Sieg in einer regulären Partie wäre meiner Meinung nach mehr wert gewesen, als ein 100:0 im Stechen.
Ivan Petrov Ivan Petrov 29.11.2018 10:02
Also ich kann und koennte nett verstehen warum viele so empoert sind ueber Carlsi.. Magnus hat doch souveraen gewonnen und Punkt. Also fuer 2 weiteren Jahren ist er der undisputed Worldchampion punkt. Was die blabern, Weltmeiseter im Schnellschach kann ich beim besten Willen nett kapieren, ehrlich. Dass sind doch die Regeln des WM Kampfes oder??? Und die alte Regel, dass der Herausforderer der Weltmeister einmal mehr schlagen muss um selbst Champion zu werden- also bei einem Remies in regulaeren Zeit /classischen Schach/ bleibt der amtierender Weltmeister weiter Champion..??? Ich koennte viele Leute hier nett verstehen die gegen Carlsi sind, mag sein, dass sie Ihn nicht lieben, aber mal hofflich zu dem besten Schachspieler der Welt, geschweige den allen Engine und Computermist/weast... Hier wird nur der menschliche Brain verglichen und nett Fritz, Komodo oder was auch welche Beast noch gibt Stockfich usw.. Die sind gut und helpvoll, aber wer Mensch kann 3500 Elo irgendwannmal haben?? Gott koennte, die alle schlagen, aber hier wird die Frage gestellt, wer ist der beste menschliche Chessplayer...
God bless,
we love chess
Gottes Segen
BMuntz BMuntz 29.11.2018 10:00
Es ist schön, dass Carlsen Weltmeister gebleiben ist, da er auch der stärkste Spieler ist. Weniger schön ist die Art und Weise. Meine Gefühle entsprechen denen nach dem vorigen WM Match gegen Karjakin.
fjordfish fjordfish 29.11.2018 08:54
Little Garry,
Doch es gibt einen Weltmeister,er heisst Caruana,hat er doch Carlsen überzeugend an die Wand gespielt 😂😂😂😂😂😂
Holy Holy 29.11.2018 08:32
Guten Morgen,
es wurde doch um die Schachweltmeisterschaft gespielt oder nicht? Dann ist es doch OK, wenn der komplettere Spieler gewonnen hat. Ich weiß nicht warum sich so viele aufregen.
Carlsen und seine Vorgänger werden bzw. wurden ja als Schachweltmeister und nicht als Weltmeister im klassischen Schach bezeichnet.
Ich freue mich darüber, dass der Weltmeister mal wieder gezeigt hat, dass er alle Disziplinen des Spiels weltmeisterlich beherrscht und nicht nur eine!
Kronsteen Kronsteen 29.11.2018 08:08
@Rainbow66: Ich stimme dir 100%ig zu!
littleGarry littleGarry 29.11.2018 07:54
Und wieder ist Carlsen Schnellschachweltmeister. Aber leider gibt es keinen Weltmeister im klassischen Schach.
Boeser Wolf Boeser Wolf 29.11.2018 02:47
Lieber Grandsleeper, ich habe hier einen überaus nützlichen Link für Sie:
https://www.bauanleitungen.pro/Aluhut

Ich kann eigentlich nur JFK beipflichten. Was können denn die Spieler für die Modalitäten des Wettkampfs? Nichts, sie müssen einfach aus den gegebenen Bedingungen das Beste machen. Carlsen hat das getan. Nicht schön, aber effektiv.

Ich kann auch kein Mitgefühl für Caruana empfinden. Wieso auch? Er möchte Weltmeister sein, dann muss er eben auch den Weltmeister schlagen. Oder es zumindest mal ernsthaft versuchen. Ich habe nie verstanden warum die Regel abgeschafft wurde, dass der Herausforderer den Weltmeister besiegen muss und ein Unentschieden nicht ausreicht.
Rainbow66 Rainbow66 29.11.2018 02:31
Wieso ist es eine Schande, wenn ein Spieler von den Möglichkeiten der Turnierregeln Gebrauch macht? Wieso ist manipuliert worden, wenn "der Tiebreak von Beginn des Matches an gewollt wurde?" Wenn ihn beide Spieler wollten, ist's ok. Wenn ihn nur einer wollte, hätte der andere ja druckreicher auf Gewinn spielen können.
Wenn eine Fußballmannschaft auf einen Elfmeterentscheid zielt, gilt das auch nicht als Schande. Der Gegner braucht ja nur ein Tor zu schießen, um das zu verhindern.
Ich bin entsetzt, wie respektlos, ja beinahe bösartig der weltbeste Spieler behandelt wird. Spielt er remisliche Partien voll aus, ist er kein Gentleman, sondern fast unfair. Bietet er in guter Stellung remis an, ist er "sehr feige" und seine "Haltung ist eine Schande." Setzt er sich im Tiebreak souverän mit 3:0 durch, ist er nur "Weltmeister im Schnellschach." Sogar der Titel "Mozart des Schachs", den er sich nicht selbst ausgesucht hat, wird mit abfälligen Kommentaren bedacht.
Bitte lesen Sie den Artikel "Ist Carlsen müde?" hier bei ChessBase. Er hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Magnus findet darin zu ehrlichen Einsichten und Selbstkritik. Sind wir dazu auch fähig?
Rolee Rolee 29.11.2018 01:02
@ Grandsleeper: Spekulationen ohne Faktenbegründung sind nie hilfreich. Und ein persönlicher Eindruck zählt leider nicht zu den Fakten, mit denen man etwas sinnvoll erklären könnte.
Grandsleeper Grandsleeper 29.11.2018 12:44
Da Carlsen in der 12. Partie risikolos Gewinnversuche unternehmen konnte, ist es kein logisches Argument, zu sagen "er schätzte seine Chancen im Tiebreak höher ein".
Aber selbst wenn es realistisch wäre, daß Carlsen unbedingt den Tiebreak hätte haben wollen (ungeachtet seiner Chancen in den normalen Partien), dann wäre auch diese Haltung eine Schande, denn damit würde Schnell- und Blitzschach usw. von der Notlösung zum bevorzugten Entscheidungsmodus der WM erhoben!
Alles in allem ist mein klarer Eindruck jedoch der, daß hier manipuliert wurde und der Tiebreak von Beginn des Matches an gewollt wurde. Anders lassen sich die Geschehnisse nicht sinnvoll erklären.
Und traurig ist es, wenn man diese ansonsten unschlüssigen Wettkampf-Begebenheiten nun einfach auf sich beruhen lassen will!
Derweil hält in die Schachwelt auch das manipulativ-kriminelle und verderbliche Wettgeschäft Einzug, was meinen Eindruck nur passend ergänzt.
Somit adé Spitzenschach, das war's, keine ehrliche und reale Sache mehr, erledigt. Willkommen im Zeitalter umfassender Korruption!
Teoma Teoma 29.11.2018 12:41
Carlsen hat alles richtig gemacht. Er wusste um seine Überlegenheit im Schnell- und Blitzschach. Also konnte er gelassen Remis an Remis reihen. Schon vor zwei Jahren schlugen kluge Köpfe vor, den Tie-Break als Ouverture zu spielen, um einen Spieler in Zugzwang zu bringen und ein langweiliges 6-6 zu verhindern.
Natürlich hörte niemand auf sie. Bravo Magnus !
Krennwurzn Krennwurzn 29.11.2018 12:00
Modus mit 6 Gewinnpartien - da startet ja schon das nächste Kandidatenturnier bevor wir einen Weltmeister haben und wer soll so was ausrichten bzw. bezahlen? Wer soll sich sowas dann anschauen?
MBachmaier MBachmaier 28.11.2018 11:48
So schlecht kann der Modus trotz der geringen Partienzahl gar nicht sein. Seit dieser Modus gilt, seit 2006 also, hat letztlich immer der bessere Spieler gewonnen.

2006 Kramnik gewinnt gegen Topalov.
(Ausnahme: 2007 Anand gewinnt Rundenturnier.)
2008 Anand gewinnt gegen Kramnik.
2010 Anand gewinnt gegen Topalow.
2012 Anand gewinnt gegen Gelfand.
2013 Carlsen gewinnt gegen Anand.
2014 Carlsen gewinnt gegen Anand.
2016 Carlsen gewinnt gegen Karjakin.
2018 Carlsen gewinnt gegen Caruana.

Und wenn mal der Tiebreak entscheiden musste, dann entschied er immer zugunsten des klassischen Weltmeisters, der nach historisch verbürgter Regel bereits ohne den Tiebreak Weltmeister geblieben wäre.

Dieser Modus hat nur die unumstritten würdigen Weltmeister Kramnik, Anand und Carlsen hervorgebracht und keine 100 andere, keine solchen, deren Elo-Zahl um etwa 100 unter der Spitze lagen.

Seit 12 Jahren immerhin schon hat es uns eben dieser Modus garantiert, dass wir auf den Schachweltmeister als den weltbesten Schachspieler aufblicken dürfen. Dieser Fakt ist es, der Schach so sehr vor allen anderen Sportarten auszeichnet. Der Weltmeister ist da auch ein Weltmeister.

Denken wir als Gegenbeispiel an die ebenfalls sehr galante Sportart Snooker. Da wird jedes Jahr ein neuer Keks produziert, und manchmal gewinnt sogar der Bessere.
MARIO1962 MARIO1962 28.11.2018 11:02
man sollte zum Modus mit 6 Gewinnpartien zurückkehren. Schade, ich hätte Caruana den Sieg gegönnt.
JFK JFK 28.11.2018 10:31
Ich verstehe die Diskussionen nicht. Die älteren Semester - zu denen ich gehöre - kennen Weltmeisterschaften als epische Schlachten über 24 Partien oder gar sechs (!) Gewinnpartien.
Ich bin der Meinung, dass diese Rahmenbedingungen dem Nutzen - ich bin der beste Schachspieler der Welt - unter Berücksichtigung der Individualität bzw. des Genies der Kombattanten angemessen sind. Leider konnten die finanziellen Rahmenbedingungen für derart aufwändige Wettkämpfe nur selten in demokratischen Strukturen geschaffen werden. In kapitalistischen Strukturen gibt es offenbar keine Chance, auf angemessenen Zeitskalen Wettkämpfe auszutragen.

Deshalb haben wir die aktuellen Rahmenbedingungen (bei denen die Männer ja noch paradiesische Zustände verglichen mit den Frauen haben). Unter diesen Rahmenbedingungen ist Magnus Carlsen unbestritten der beste Spieler der Welt. Das hat er wiederholt bewiesen und das kann man auch objektiv nicht in Frage stellen - er ist verdient Weltmeister nach den Rahmenbedingungen - aber nach meiner persönlichen Meinung auch, weil er es verdient, weil er eine Persönlichkeit ist....

Dennoch: sagt mir, wer uns für eine WM mit 24 Partien kämpft....
Rheingauer Rheingauer 28.11.2018 10:06
@ Karl Hackmeier ich auch nicht! Wie konnte er in der letzten 12. Partie noch einmal die gleiche Variante wählen? Er hatte MC genau da, wo er ihn haben mußte, um ihn ganz am Schluss mit etwas ganz Neuem noch einmal hart auf die Probe zu stellen zu können. MC spielten die Wettkampfregeln eben zu 100% in die Hände.
EL 70 EL 70 28.11.2018 09:26
Captain....oh my Captain....! ( Walt Whitman).....Glückwunsch Magnus....Und nun rate ich Dir folgendes...1. Mach Dir Gedanken wie es von nun an weiter geht....was noch Deine Pläne sein könnten , mit der Motivation und Energie die Du noch hast.... 2. Tritt in Ehren zurück.....und dabei denke ich nicht an Fischer ! Denn Du hast Recht....Du vor 3-4 Jahren....warst sicher der zweitbeste ....of all Times....Garry halte ich noch für nen Tick stärker....Congrats to Fab!! Yours....Riccardo
Kasparlsen Kasparlsen 28.11.2018 09:11
Was soll das die vorher ! festgelegten Regeln im Nachinein zu kritisieren? Das ist einfach schlechter Stil! Beide Spieler haben denen vor dem Match zugestimmt und Carlsen hat sich im Tiebreak sicher und souverän durchgesetzt! Basta! Über den Modus kann man sicher diskutieren aber nicht nach dem Match! Gratulation an Magnus Carlsen; aber auch Lob und Anerkennung an Fabiano Caruana den Carlsen in keiner der zwölf regulären Partien besiegen konnte! Insgesammt eine starke WM!
fjordfish fjordfish 28.11.2018 08:24
@rollinghills,du musst dich irren,in den Nachrichten kam eben
Weltmeister im Normalschach!
Zeige bitte auch Angesichts deiner Niederlage bitte Grösse.....😏
Chessiszen Chessiszen 28.11.2018 08:14
@ rollinghills
Er ist Platz eins der Weltrangliste!! Das scheinst du zu ignorieren. Er hat zwar leider keine Partie gewonnen aber Caruana auch nicht. Carlsen hat sich das Regelwerk mit dem Tiebreak zunutze gemacht um seinen Titel zu behalten. Demnach ist er verdient Weltmeister in klassischer Bedenkzeit.
Karl Hackenmeier Karl Hackenmeier 28.11.2018 08:05
Ich verstehe die Eröffnungswahl von Caruana überhaupt nicht. Er muss als Herausforderer einfach mehr riskieren, um nicht ins Tiebreak zu kommen. Er hat es nicht geschafft, Carlsen am Brett zu überraschen und es somit auch dann nicht verdient, Weltmeister zu werden.