Mamedyarov gewinnt Superbet Chess Classic

von André Schulz
14.06.2021 – Shakriyar Mamedyarov genügte heute ein Remis, um sich als Sieger bei den Superbet Chess Classic, dem ersten Turnier der Grand Chess Tour 2021, in die Siegerliste einzutragen. Levon Aronian und Wesley So teilten sich die Plätze. | Fotos: Lennart Ootes

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Shakhriyar Mamedyarov ist der Gewinner des ersten Turniers der neuen Grand Chess Tour 2021, den Superbet Chess Classic. Nach einer langen Corona-Bedingten Pause hat die Tour 2021 ihren Betrieb wieder aufgenommen und startete in Budapest mit einem Turnier mit klassischer Bedenkzeit. Neun Spieler sind Dauergäste bei den insgesamt fünf Turnieren der Serie in diesem Jahr. Als Zehnter wird jeweils ein Spieler per Wildcard eingeladen. Fabiano Caruana führt die Liste der Spieler nach Elo an. Magnus Carlsen fehlt in diesem Jahr. Vielleicht nimmt der Weltmeister an einem der Turnier per Wildcard teil.

Das Turnier in Bukarest, das erste Superturnier des Jahres nach dem Tata Steel Turnier im Januar, zeichnete sich durch eine enorm hohe Remisquote von etwa 70% aus. "Remiskönig" wurde Teimour Radjabov, der in allen Partien am Ende den Punkte teilte. Heute war gegen Aronian nach 14 Zügen Schluss.

Teimour Radjabov

Shakryar Mamedyarov brachte es in den neun Runden auf drei Siege, gewann gegen Lupulescu, Aronian und Caruana, und bleib ohne Niederlage. Vor der heutigen letzten Runde stand er praktisch schon als Sieger fest und begnügte sich zum Abschluss mit einem Remis. In der Summe kam er auf 6 Punkte. Levon Aronian und Wesley So brachten es auf dem geteilten zweiten/dritten Platz auf 5 Punkte.

Bogdan-Daniel Deac kam als Nachrücker für Richard Rapport in die Serie. Der 19-jährige Debütant schlug sich bei seinem ersten Auftritt unter den Super-Großmeistern recht gut. Deac gewann gegen Vachier-Lagrave, musste später aber Niederlagen gegen Alexander Grischuk und Levon Aronian hinnehmen. Heute musste der junge Großmeister gegen Fabiano Caruana lange ums Remis kämpfen, was ihm schließlich aber gelang.

Maxime Vachier-Lagrave scheint weiterhin von seiner Bestform weit entfernt zu sein und wurde zusammen mit dem per Wildcard eingeladenen rumänischen Großmeister Constantin Lupulescu mit 3,5 Punkten Letzter.

Die Grand Chess Tour reist nun weiter nach Paris, wo ab Freitag das Paris Rapid & Blitz ausgetragen wird. 

Ergebnisse

 

Tabelle

 

Partien

 

 

Turnierseiten:

Grand Chess Tour...

Kasparovchess.com...


André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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opi2013 opi2013 17.06.2021 11:01
Am Beispiel dieses Turniers zur Frage, ob Schach ausgereizt, durchanalysiert ist, ein Gedankenspiel. MVL hält sehr viele Varianten im Grünfeld remis. Gedankenspiel, er würde ein Grünfeld- Thema-Turnier gegen eine Engine spielen. Ich denke, er würde 2 Remis und 8 Verluste aus 10 Partien holen. Oder? In diesem Falle wäre Grünfeld nicht ausanalysiert, sondern halt MVL nur in der Lage, die 2. Hälfte der Partie gegen die Top 10 remis zu halten. Die "Remisbreite" wäre auf 2700er Niveau zu halten, nicht jedoch gegen Gegner, die 3500 stark sind. Es gäbe immer noch Inspirationsmöglichkeiten im Grünfeld.
Pemoe6 Pemoe6 15.06.2021 11:24
Passt übrigens gut zum Thema: Auf der englischen Seite ist gerade unter "David Smerdon introduces the Fighting Chess Index" ein Messwerkzeug für die Kampfwilligkeit von Schachspielern vorgestellt worden.
Pemoe6 Pemoe6 15.06.2021 11:18
Ja, das sind nunmal die Regeln des Schachspiels - nichts anderes als "Matt beendet die Partie", "Berührt - geführt", "Patt ist ein halber Punkt" etc. (Die Regeln stehen doch auf der FIDE-Seite irgendwo geschrieben.)
Der Schiedsrichter hat da nichts einzuwilligen oder abzulehnen, die Partie ist laut Regelwerk einfach vorbei. Natürlich muss man die Formalitäten beachten, damit es gültig ist: Den Zug, der zur dritten Stellungswiederholung führt, aufschreiben (aber nicht ausführen!), dann den Schiri rufen und ihm seinen Entschluss mitteilen. (Ich gebe zu, dass wir das bei Live-Übertragungen in letzter Zeit ziemlich oft zu sehen bekommen.)
Man könnte natürlich Turniere veranstalten, auf denen diese Regel außer Kraft gesetzt wird, aber das ist dann ein anderes Spiel, so wie Schach 960 zum Beispiel. Und sinnlos wäre es zudem: Dann wiederholen sie eben siebzig Mal - der Schiedsrichter kann den Spielern doch keinen Zug vorschreiben oder verbieten ... es gibt ja sogar Situationen, in denen die Seite, die von der Wiederholung abweicht, zwangsläufig verlieren würde.
knight100 knight100 15.06.2021 04:16
@Pemoe6: Mit anderen Worten, wenn in einem klassischen Rundentunier bei allen Brettern nach viell. 30 sec Spielzeit und den Zugfolgen 1. Sf3 Sf6 2. Sg1 Sg8 3. Sf3 Sf6 4. Sg1 auf Remis wegen Stellungswiederholung reklamiert wird, muss der Schiedsrichter einwilligen?
Pemoe6 Pemoe6 15.06.2021 03:26
Verstehe die Anmerkung nicht. Es war doch dreimalige Stellungswiederholung bei Radjabov. Der Schiedsrichter kann ja nun schlecht die Schachregeln außer Kraft setzen.
knight100 knight100 15.06.2021 11:52
„Heute war (Radjabov) gegen Aronian nach 14 Zügen Schluss.“ - Kann mir einer mal erklären, warum ein Schiedsrichter dieses Spiel und diese Stellung nicht weiterspielen lässt? Hat sich überhaupt schon jemals ein SR "gewagt", bei geltender Sofiaregel den Spielern ein Weiterspielen aufzuzwingen? Wie wär's mit Einführung dieser Regel: offensichtlich kampfunwilligen Remisschiebern (der SR entscheidet nach eigenem Ermessen) werden die jeweils 0,5 Punkte verweigert.

Noch ein anderes Thema: Was sagt Ihr zu dem Vorschlag, das obligatorische Händeschütteln nach Coronazeiten lediglich durch Faustberührungen zu ersetzen? Gerade im Sommer kann es bei manchen Zeitgenossen sehr unangenehm werden.
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