Kleine Nachlese Europapokal
Von Rainer Knaak

Blick aus dem Fenster

Venezianischer Hafen Rhetinom

Kai mit Leuchtturm
Der 17. Europapokal ist Geschichte, die
Zufriedenheit ist ganz allgemein. Die Europäische Schachunion ist mit dem
Format sehr zufrieden, die Austragungsform im Schweizer System hat sich bewährt.
Die Organisatoren auf Kreta sind glücklich, dass sie die Veranstaltung mit
mehreren 100 Teilnehmer erfolgreich über die Bühne gebracht haben. Für die
große Mehrheit der Teilnehmer war es eine gelungene Synthese aus Urlaub und der
Ausübung ihres Hobbys an einem wunderschönen Ort.
Rein sportlich wurde der Papierform genüge getan
– die Mannschaften an der Spitze konnte man da auch von vornherein erwarten.
Mit Norilsky Nikel hat eine Mannschaft gewonnen, die eine Anteil sehr junger
Spieler (Grischuk, Malakhov) und erfahrener Haudegen (Dolmatov, Glek) besitzt.
Die entscheidenden Siege holten: gegen Warschau (Grischuk-Bareev 1-0,
Krasenkow-Rustemov 0-1, Gdanski-Glek 0-1), Sarajevo (Dolmatov-Dreev 1-0,
Smirin-Grischuk 0-1, Rublevsky-Georgiev 1-0) und St. Petersburg (Rublevsky-Sakaev
1-0, Malakhov-Pigusov 1-0). Man sieht an dieser kleinen Statistik, dass fast
alle Spieler an den Bigpoints beteiligt waren. Es ging nur eine Partie verloren
(Svidler-Grischuk 1-0).
Aus deutscher Sicht gab es einige kleine
„Nebenerfolge“. Lars Thiede, 31, (Berlin-Neukölln) holte mit 6 aus 7 eine
Goldmedaille am 5. Brett und Sven Joachim, 32, (Werder Bremen) kam auf 5,5 aus
7, was neben der Silbermedaille an Brett 6 auch eine Großmeisternorm (Normen
waren ausdrücklich bei 7 Partien zugelassen) bedeutete.

Lars Thiede

Sven Joachim
Nebenbei war diese Norm auch ein Indiz dafür,
dass sich Werder Bremen häufig an den vorderen Tischen befand. Am Ende fehlte
leider im Kampf der letzten Runde gegen Porto ein halber Punkt, um den elogemäßen
Rang 10 auch wirklich einzunehmen.
In einem der folgen ChessBase Magazine werden wir
ausführlich auf den Europapokal zurückkommen.
1.10.2001/RK