Manuel Petrosyan gewinnt GM-Turnier in Jermuk

von André Schulz
15.06.2021 – Seit 2006 findet im armenischen Kurort Jermuk ein GM-Turnier statt, auch in diesem Jahr. Prominenter Gast war der US-Großmeister mit armenischen Wurzeln Samuel Sevian, zugleich auch Elofavorit. Turniersieger wurde jedoch Manuel Petrosyan vor dem punktgleichen Shant Sarsyan.

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Die Schachakademie von Armenien führte vom 5. bis 13. Juni in Jermuk ein stark besetztes GM-Turnier durch, das Stepan Avagyan Memorial. 

Der Arzt Stepan H. Avagyan, zu dessen Gedenken das Turnier diesmal durchgeführt wurde, kam am 16. November 1956 in der Ukraine zur Welt und zog 1958 mit seiner Familie Armenien. Nach der Schulausbildung in Vayq studierte er an der Staatlichen Medizinischen Universität Eriwan Medizin und praktizierte nach Abschluss des Studiums am Krankenhaus in Jermuk, wo er schließlich Chefarzt wurde. 2003 gründete er ein eigenes Gesundheitszentrum, das Jermuk Ashkhar. Von 2003 bis 2014 war er Präsident der Schachföderation der Region Wajats Dsor, zu der auch Jermuk gehört.

Der reizvoll gelegen Ort Jermuk (Dschermuk) war wegen seiner Thermalquellen zu Sowjetzeiten ein beliebter Kurort. Das Wasser wurde auch als Mineralwasser abgefüllt. Seit 2006 ist der kleine Ort mit etwas über 4000 Einwohnern Gastgeber eines alljährlich durchgeführten Schachturniers. Der Ort Jermuk wurde auch häufig zur Turniervorbereitung der armenischen Nationalmannschaft genutzt.

An der Zufahrtsstraße nach Jermuk liegt das alte Kloster Gndevank mit der Stefanskirche. Seine Geschichte geht bis auf das 10. Jahrhundert zurück. Zu Sowjetzeiten stand das Kloster lange leer und verfiel, wurde aber in den 1970er und 1980er Jahren nach und nach restauriert.

Das Turnier 2021 war zum größten Teil mit armenischen Großmeistern besetzt. Zwei Spieler kamen aus dem Ausland, haben aber armenische Wurzeln: David Parvanyan (Russland) und Samuel Sevian (USA). Der Teilnehmerschnitt betrug Elo 2603, was einem Turnier der FIDE-Kategorie 15 entspricht.

Zeitkontrolle: 90 Minuten für die ersten 40 Züge + 15 Minuten für den Rest der Partie (mit 30 Sekunden Inkrement ab dem ersten Zug). Die Turnierleitung lag in den Händen von Smbat Lputjan.

Smbat Lputjan

Nach 9 Runden beendeten Manuel Petrosyan und Shant Sarsyan das Turnier punktgleich an der Spitze. Aufgrund der besseren Sonderwertung wurde Manuel Petrosyan zum Sieger erklärt.

 

24.Txa7 Sc8 [24...Kxa7 25.Lxc7 Tc8 26.Ta1+ Ta6 27.bxa6 bxa6 28.Lh2 mit Bauerngewinn.]

25.Taa1 Txe3? [Besser war 25...Sxe3. Nun kommt Weiß ein zweites Mal mit seinem Turmopfer-Motiv.]

26.Ta8+ Kxa8 27.Lxc7 Td6 28.Ta1+ Ta6 29.bxa6 bxa6? [Hier musste 29...Td3 geschehen, aber Schwarz steht schlecht.]

30.Txa6+ Kb7 31.Tf6 Sce7 [31...Kxc7 32.Sxd5+]

32.Le5 [Der Turm auf e3 ist gefangen.] 1–0

 

Endstand

Rk. Name Pts.  TB1 
1 Petrosyan Manuel 5,5 23,25
2 Sargsyan Shant 5,5 23,25
3 Hakobyan Aram 5,0 22,50
4 Ter-Sahakyan Samvel 5,0 21,50
5 Harutyunyan Tigran K. 5,0 21,50
6 Paravyan David 4,5 20,00
7 Gabuzyan Hovhannes 4,0 17,25
  Sevian Samuel 4,0 17,25
9 Martirosyan Haik 3,5 16,50
10 Gharibyan Mamikon 3,0 13,00

Partien

 

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Ergebnisse bei Chess-results...


André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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